Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Das wird den Markt verändern»

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Ab dem neuen Jahr unterrichten Ehrenamtliche in St. Galler Gemeinden Deutsch. Sprachschulen bangen um ihre Kursteilnehmer. Sie argumentieren mit Nachteilen für die Lernenden.

Die Sprachschulen im Kanton St. Gallen fühlen sich «völlig überrumpelt». Das schreiben sie in ihrer Mitteilung von Ende Oktober. An diesem Gefühl hat sich seitdem nichts geändert. Er sei enttäuscht, dass sie so kurzfristig vom Entscheid der Gemeinden erfahren haben, sagt Claudio Altwegg von der Sprachschule Wilingua. Sie hat Niederlassungen in Wil und Kreuzlingen und ist eine von 28 anerkannten Sprachschulen im Kanton St. Gallen.

Diese Schulen haben Ende September ohne Vorwarnung erfahren, dass die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) im kommenden Jahr keine professionellen Deutschkurse mehr unterstützt (siehe Ausgaben vom 30. September sowie Ausgabe vom 3. November). In diesem Jahr zahlen die Gemeinden den Schulen 1,8 Millionen Franken. Im kommenden möchten sie stattdessen Quartierschulen gründen. Mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen soll gemäss VSGP-Präsident Boris Tschirky ein Konzept erarbeitet werden. Pensionierte Lehrer und Freiwillige sollen in den Quartierschulen auf dem Land Deutsch unterrichten.

Preise der Sprachschulen werden steigen

«Ein kostenloses Angebot wird den Markt verändern», sagt Sprachlehrer Altwegg. «Die Preise der professionellen Sprachschulen werden steigen und für einige Kursteilnehmer zu teuer sein.» Davon geht auch Brigitte Eigenmann, Geschäftsleiterin der «Aida – Die Schule für fremdsprachige Frauen» in St. Gallen aus: «Ab Januar 2017 müssen Fremdsprachige im ganzen Kanton mit höheren Kurskosten für einen Deutschkurs rechnen.» Das sei ein grosses Problem, da viele Fremdsprachige über wenig Einkommen verfügten.

«Eine Quartierschule kann den Unterricht in einer professionellen Sprachschule nicht ersetzen, da sie keine unterschiedlichen Niveaugruppen anbieten kann», sagt Eigenmann. Fremdsprachige müssten auf ihrem jeweiligen Sprachniveau lernen, um ihr Deutsch zu verbessern und ein Zertifikat zu erlangen. Dieses brauchten sie, um ihre Arbeitssituation zu verbessern. Die Integrationsvereinbarungen des Kantons würden das Sprachniveau A2 verlangen, sagt Eigenmann. Die Nachfrage nach professionellen Deutschkursen sei aus diesen Gründen enorm hoch.

Im Gespräch mit Eigenmann und Altwegg wird deutlich: Die Sprachschulen sehen die Quartierschulen als Konkurrenz. Und sie gehen davon aus, dass die Quartierschulen nicht dieselbe Qualität bieten können. «Es ist zu einfach, die Diskussion auf ‹freiwillig› gegen ‹professionell› zu reduzieren», sagt Andreas Härter, Professor für Deutsche Sprache und Literatur und Verantwortlicher für Fremdsprachen an der Universität St. Gallen. Ob jemand nur im Kurs Deutsch höre und spreche oder auch im Alltag, sei entscheidend, ebenso die Motivation, eine Sprache zu lernen, sowie der Zugang zum Angebot. Dies gelte sowohl für die Sprach- als auch für die Quartierschulen. «Das Schlimmste beim Erlernen einer Sprache ist Frustration – auf Seiten der Lernenden wie der Unterrichtenden», sagt Härter. Er finde es deshalb wichtig, dass die Lehrpersonen an den Quartierschulen Schulung und Supervision erhalten. «Auch die Heterogenität der Lernenden könnte zu Problemen führen in den Quartierschulen.» Es sei herausfordernd, wenn Kursteilnehmer mit unterschiedlichen Sprachniveaus, Lernbiographien und kulturellen Voraussetzungen zusammen lernen.

Deutschkurs-Leiter als Beruf

Eine Einteilung in die richtige Gruppe erachten auch Raffaella Pepe und Kerstin Uetz Billberg vom Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache (Akdaf) für wichtig. Der Akdaf vernetzt schweizweit Personen, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten. «Ungeschultes Personal kann nicht dasselbe leisten wie professionelle Sprachschulen», sagen Pepe und Uetz Billberg. Deutschkurs-Leiter sei ein Beruf. Diesen gelte es – wie andere Berufe auch – zu erlernen. Ungeschultes Personal habe aber zweifelsohne Qualitäten, die ausserhalb des Sprachunterrichts hochwillkommen seien, sagen die beiden. Als Beispiele nennen sie die Einbindung ins Dorf, das Helfen beim Ausfüllen von Formularen oder Kinderbetreuung.


Hier: zum lesenswerten Eheringe-Artikel «Das wird den Markt verändern»

http://www.tagblatt.ch/4834035«Das wird den Markt verändern»

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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Frisch aus St.Gallen – Topnews: Kalte Fernwärme wird konkret

Dieser Bericht bringt es zielgenau auf den Punkt!

In rund einem Jahr könnte im Industriegebiet zwischen St. Gallen und Gossau mit dem Bau eines Abwärmenetzes begonnen werden. Der Knackpunkt sind allerdings die Preise.

Das Vorhaben, im Energienetz GSG (Gossau-St. Gallen-Gaiserwald) ein sogenanntes Anergienetz aufzubauen, wird konkret: Läuft alles nach Plan, soll bereits in rund einem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Das teilten die Projektinitianten – die St. Galler Stadtwerke, die Stadtwerke Gossau, die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG und die Gemeinde Gaiserwald – an der Jahresversammlung des Energienetzes GSG vom Freitag mit. Bei einem Anergienetz wird die Abwärme der Betriebe, die heute zum grössten Teil in die Luft abgelassen wird, in ein Netz gespeist, bei Bedarf gespeichert und zum Heizen oder Kühlen der angeschlossenen Gebäude verwendet. Ihre Temperatur liegt zwischen 8 und 20 Grad, sie wird deshalb auch als «kalte Fernwärme» bezeichnet.

Investitionskosten von rund 15 Millionen

In den vergangenen Monaten seien drei mögliche Gebiete auf die technische, wirtschaftliche und ökologische Machbarkeit für ein solches Anergienetz untersucht worden, sagt Marco Huwiler, Leiter Innovation bei den St. Galler Stadtwerken. Der Entscheid fiel schliesslich auf ein rund einen Kilometer langes Areal im Industriegebiet zwischen St. Gallen und Gossau. Geplant ist, zwischen 2018 und 2020 die ersten drei Etappen zu realisieren. Dabei würden die Betriebe Suttero, Steinemann Technology, Schläpfer Altmetall, City-Garage, Max Bersinger und HGC über ein Abwärmenetz miteinander verbunden. Von 2020 bis 2022 ist dann der Ausbau der Etappen vier bis sechs vorgesehen, in dem das Abwärmenetz nach Osten erweitert und unter anderem das Tagblatt-Druckzentrum, die DGS, das Armstrong-Areal oder das Westcenter umfassen würde. Später sollen auch die Wohngebiete in Winkeln ans Netz angeschlossen werden.

Die Investitionskosten beziffert Huwiler auf rund 15 Millionen Franken. Der Knackpunkt für die Realisierung des Projekts dürften jedoch die Preise sein, welche die Betriebe für die Energie aus dem Abwärmenetz bezahlen müssten. Sie liegen nach derzeitigen Berechnungen bei rund 18 Rappen pro Kilowattstunde für den ersten Teil des Netzes und bei 20 Rappen für den zweiten. Zum Vergleich: Mit einer Gasheizung bezahlen die Betriebe für die Kilowattstunde derzeit etwa zwölf Rappen, mit einer Ölheizung knapp elf Rappen. Entscheidend sein werde also, die potenziellen Abnehmer davon zu überzeugen, etwas teurere, aber saubere und lokal produzierte Energie zu beziehen, sagt Huwiler. Bei einer Vollkostenrechnung relativierten sich die Preise jedoch. Denn die Betriebe müssten heute zusätzlich zu den Kosten für die Energie in die Anlagen und deren Unterhalt investieren. Dies würde künftig durch das Energienetz GSG erledigt. Ausserdem spiele die Preisentwicklung für fossile Energien eine Rolle. Würden diese teurer, reduziere sich die Preisdifferenz.

Energiepreis dank Fördermitteln senken

«Wir prüfen derzeit Massnahmen, mit denen wir die Preise reduzieren könnten», sagt Huwiler Das Ziel liege bei 14 bis 16 Rappen pro Kilowattstunde. Die Preissenkung soll dank Fördermitteln aus dem Energiefonds des Kantons St. Gallen oder aus einem Fonds des Bundesamtes für Energie möglich werden.

www.energienetz-gsg.ch/ waermeversorgung


Click: zum Bericht Kalte Fernwärme wird konkret

http://www.tagblatt.ch/4829543Kalte Fernwärme wird konkret

Der Verfasser hat das Topic kurz und doch umfassend beschrieben.

Frisch aus St.Gallen – Topnews: Sonntagsverkauf: Migros erneut abgeblitzt

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

Der M-Express in Rapperswil-Jona muss auch künftig sonntags geschlossen bleiben. Die St.Galler Verwaltungsrekurskommission hat einen Rekurs der Migros Zürich abgewiesen. Der Grossverteiler erhält keine Ausnahmebewilligung für Sonntagsverkäufe.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hatte im März 2015 entschieden, der M-Express in Rapperswil-Jona erfülle die Bedingungen für Ladenöffnungszeiten am Sonntag nicht. Die Genossenschaft Migros Zürich reagierte mit einem Rekurs auf die Verfügung des Kantons St.Gallen. Der Grossverteiler ist nun laut einer Meldung der “Zürichsee-Zeitung” erneut abgeblitzt.

Die Altstadt von Rapperswil-Jona sei zwar ein Ausflugsort, beim M-Express handle es sich aber nicht um einen Betrieb, welcher der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen diene, heisst es im Entscheid der Verwaltungrekurskommission. Damit gelte das Sonntagsarbeitsverbot gemäss Arbeitsgesetz. Die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung seien nicht erfüllt.

Der Entscheid hat bereits eine längere Vorgeschichte: Der M-Express am Rande der Altstadt von Rapperswil-Jona war seit 1997 auch an Sonntagen geöffnet. Gegen die Sonntagsverkäufe dieser Migros-Filiale wehrte sich die Gewerkschaft Unia durch alle Instanzen − und erhielt vor Bundesgericht Recht.

Der Fall ging zurück ans St.Galler Verwaltungsgericht und von dort zum Amt für Arbeit und Wirtschaft, welche eine Verfügung erliess. Die Genossenschaft Migros Zürich focht die Verfügung an. Der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission ist noch nicht rechtskräftig. Er kann ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden. (sda)


Click: ZUR VOLLSTàNDIGEN REPORTAGE Sonntagsverkauf: Migros erneut abgeblitzt

http://www.tagblatt.ch/4826854Sonntagsverkauf: Migros erneut abgeblitzt

Dem Autor ist es gelungen den Text kurz und doch umfassend zu verfassen.

Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Sturzflug» top, «Sternenrausch» flop

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

46 Millionen Franken hat die Migros Ostschweiz in den Umbau des Säntisparks investiert. Hat sich diese Investition gelohnt? Und was sagen die Badegäste zu den leicht höheren Eintrittspreisen? Eine Umfrage zeigt: Nicht alle Rutschbahnen kommen gut an.

Shannon Stucki (14), Schülerin aus Degersheim:
“Beim erstenmal hatte ich schon Angst, als ich mich auf den ‘Sturzflug’ wagte. Beim zweitenmal war das Adrenalin immer noch da. Weil ich immer noch nicht so genau wusste, was auf mich zukam. Positiv überrascht haben mich die ganzen Lichter an der Decke, die wie Sterne aussehen.”

Lorenz Beeler (22), Student aus Abtwil:
“Am besten gefallen haben mir der <Sturzflug> und die <Säntispipe>. Vor dem freien Fall war ich schon etwas nervös. Obwohl man eigentlich weiss, dass die Bahn sicher sein sollte. Die Bahnen sind cool. Sie sind ein bisschen weniger lang als im Alpamare.”

Roman Burkhard (40), Wildtierpfleger aus Gossau:
“Auf einer Rutschbahn sollte man rutschen und nicht steckenbleiben. Die <Sternenrausch>-Rutschbahn hat definitiv nicht meinen Erwartungen entsprochen. Ich musste 20 Minuten anstehen, um dann nicht vorwärtszukommen. Man hätte sie auch mit einem zweieinhalb-jährigen Kind machen können.”

Norbert Hassler (56), Bauspengler aus St.Gallen:
“Am krassesten habe ich gefunden, dass ich ungeheuer lange anstehen musste. In zwei Stunden habe ich gerade mal sieben Bahnen geschafft. Wahrscheinlich wird das aber nicht immer so sein. Von der Länge her sind die Bahnen angenehm lang.”

Ardian Berisha (24), Lokführer aus Abtwil:
“Jeden Tag gehe ich auf eine andere Rutschbahn, so dass ich immer etwas Neues erlebe. Im <Wirbelwind> habe ich etwas die Orientierung verloren. Der freie Fall beim <Sturzflug> ist ein bisschen kurz, aber gut. Ich gehe jeden Tag in die Sauna. Seit der Eröffnung der Rutschbahnen ist es dort ruhiger.”

Manuela Waltert (40), Projektleiterin aus Uzwil:
“Die Bahnen ohne Reifen habe ich mir ein bisschen abenteuerlicher vorgestellt. Und der <Sternenrausch> war zu langsam. Die Bahnen mit Reifen waren toll. Aber mit drei Kindern überlegt man es sich schon, ob man den Eintrittspreis zahlen will.”

Rico Senn (15), Schüler aus Herisau:
“Den <Sturzflug> bin ich vier- bis fünfmal gerutscht. Es ist mir nicht verleidet. Wie das Alpamare ist es noch nicht, aber der Säntispark ist näher an meinem Wohnort. Man könnte aber aufholen, wenn noch ein paar Loopings und neue, längere Bahnen gebaut werden.”

Cedric Waltert (8), Schüler aus Uzwil:
“Ich finde, im Alpamare hat es viel coolere Rutschbahnen. Es geht mehr rauf und runter und hat mehr Kurven. Auch rutscht man länger. Die Bahnen <Balla Balla> und <Cobra> gefallen mir dort am besten. Hier werde ich wiederkommen, wenn ich etwa elf Jahre alt bin. Dann kann ich auf mehr Rutschbahnen gehen.”

Gwendolyn Bilic (21), Studentin aus Vorarlberg:
“Zwei bis drei Rutschbahnen sind langweiliger, als ich sie mir vorgestellt habe. Mit Abstand am besten hat mir der freie Fall gefallen. Der dauert etwa eine Sekunde. Das reicht, der Adrenalinkick ist genügend hoch.”


Klick HIER: zum Orignalartikel «Sturzflug» top, «Sternenrausch» flop

http://www.tagblatt.ch/4827222«Sturzflug» top, «Sternenrausch» flop

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Ich kann die Panik nicht verstehen»

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

Die Vogelgrippe grassiert wieder in der Ostschweiz. Vergangene Woche wurde das Virus H5N8 bei Wildvögeln am Bodensee festgestellt. Darauf reagierten die Behörden mit Schutzmassnahmen. Christian Müller, Präsident der Voliere-Gesellschaft St. Gallen, sagt hingegen, es gebe keinen Anlass zur Sorge.

Trifft die Voliere im Stadtpark spezielle Vorkehrungen gegen die Vogelgrippe?

Nein, der Betrieb läuft weiter wie bisher. Es besteht meiner Meinung nach auch gar kein Grund, jetzt wegen dieser Vorfälle in Panik zu geraten.

Warum?

Weil das Vogelgrippe-Virus für den Menschen nicht gefährlich ist. Die Panik war schon bei der Vogelgrippe vor fünf Jahren in meinen Augen übermässig.

Welche Massnahmen mussten Sie denn 2011 treffen?

Es wurde uns gesagt, dass wir innert 48 Stunden alle Vögel einstallen müssen. Das haben wir dann getan und dann mit Spendengeldern eine kleine Masoala-Halle gebaut. Die Mehrkosten und der Stress, den diese Aktion damals verursacht hat, steckt mir noch heute in den Knochen.

Wären Sie heute für eine solche Aktion gewappnet?

Nein, dafür reicht die Infrastruktur gar nicht aus. Wir haben zu wenig Stallungen, um alle Vögel der Voliere im Innern zu halten.

Dennoch: Was würde im Ernstfall passieren?

Dann würden wir versuchen, die wertvollsten Tiere im Innern der Voliere unterzubringen und natürlich kontrollieren zu lassen. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem Kantonstierarzt und dem kantonalen Amt für Jagd und Fischerei.

Gab es von Besuchern bereits Reaktionen auf die Vorfälle vom Bodensee?

Ja, es gibt einige Leute, die in diesem Zusammenhang seither unbegründete Ängste haben. Sie fürchten sich zum Beispiel davor, verletzte Wildvögel zu berühren, wenn sie diese bei uns in der Vogelstation im Stadtpark abgeben. Solchen Sorgen in der Bevölkerung muss man mit Aufklärungsarbeit entgegentreten. (ghi)


Klick HIER: ZUM VOLLSTAENDIGEN EHERINGEREPORT «Ich kann die Panik nicht verstehen»

http://www.tagblatt.ch/4824461«Ich kann die Panik nicht verstehen»

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: Halbtags regieren, halbtags ruhen

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Er müsse nicht «auf Teufel komm raus den Starken spielen», sagt Bruno Damann. Der St.Galler Regierungsrat hat nach seinem Herzinfarkt die Arbeit mit reduziertem Pensum wieder aufgenommen.

KANTON ST.GALLEN. Es ist 12.20 Uhr. Bruno Damann nimmt das Telefon ab. «Ja, ich bin am Arbeiten. Es geht mir gut.» Dass Regieren kein 9-to-5-Job ist, überrascht nicht weiter. Aktuell aber doch. Der St.Galler Volkswirtschaftschef hat vor zwei Wochen einen Herzinfarkt erlitten. Der Eingriff sei «reibungslos» verlaufen, liess die Staatskanzlei damals die Öffentlichkeit wissen. Dem Regierungsrat sei ein Herzkatheter eingeführt worden. Gestern dann das zweite Gesundheitsbulletin aus der Pfalz: «Regierungsrat Damann ist wieder einsatzfähig. Er nimmt mit reduziertem Pensum die Arbeit wieder auf.» Wie glaubwürdig ist diese Nachricht, wenn der Volkswirtschaftschef bereits wieder ohne Mittagspause am Arbeiten ist? Und was bekäme ein Patient von Damann zu hören, der das von ihm verordnete Schonprogramm derart «grosszügig» auslegen würde? Damann gehört seit Frühsommer der St.Galler Regierung an; zuvor war der Gossauer CVP-Mann als selbständiger Arzt tätig gewesen.

Damann relativiert: Er habe am Vormittag an zwei Sitzungen teilgenommen. Um 13 Uhr sei Schluss. Er nehme «nur die allerwichtigsten Termine wahr – Grundsteinlegungen und Einweihungen gehören nicht dazu». So kam es dann, dass am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für die neue Landwirtschaftsschule in Salez Bauchef Marc Mächler, Bildungschef Stefan Kölliker und Damanns Stellvertreterin, Gesundheitschefin Heidi Hanselmann, zugegen waren.

Den Ärzten haftet der Ruf an, sie seien weit besser im Erteilen kluger Ratschläge für ihre Patienten, denn im Achten auf die eigene Gesundheit. Damann widerspricht: Er höre auf die Ratschläge seiner behandelnden Ärzte – das habe er auch seiner Familie versprochen. Und er gibt zu bedenken: Zu Hause sitzen und nachdenken müsse nicht per se gesünder sein; es könne auch krankmachen. Und: Als Sportler spüre er seinen Körper gut. «Ich weiss, wann eine Grenze erreicht ist.» Sport ist eine grosse Leidenschaft des 59-Jährigen – ob als Funktionär (bis zur Wahl in die Regierung war er Clubarzt des FC St.Gallen) oder als Aktiver. Er achte auch als Regierungsrat darauf, dass er nicht roste und dank regelmässigem Training – «auf Rollen im Keller» – fit bleibe. Aktuell merke er aber auch, dass er mehr Ruhe brauche. «Ich muss nicht auf Teufel komm raus den Starken spielen.» Nach einer Pause: Er sei alt genug, um zu wissen, was gut tue und was nicht mehr. «Man wird weiser.» Sässe er gegenüber, wäre vermutlich ein Schmunzeln zu sehen.

Weitere Untersuchungen geplant

Damann tönt munter. Wer sich mit ihm unterhält, ist versucht zu glauben, er habe seine gesundheitlichen Probleme überwunden. Dem ist nicht ganz so. Ende Monat müsse sich der Regierungsrat erneut ins Kantonsspital begeben, lässt die Staatskanzlei wissen. Damann werde während dreier Tage nochmals genaustens untersucht, dann würden auch allfällige weitere Massnahmen festgelegt; eine Operation am Herzen sei nicht ganz ausgeschlossen.

Dies weckt Bilder: Pulsierende Herzmuskeln, grün verpackte Chirurgen, die Bypässe einsetzen und Herzklappen ersetzen. Auf einen so drastischen Eingriff wird sich Damann kaum gefasst machen müssen. Höchstwahrscheinlich könnten seine gesundheitlichen Probleme mit Dilatieren (Aufweitung eines Gefässes) behoben werden, erklärt er. Und dann bricht der Arzt durch, Damann kommt ins Erzählen: Dass dies nicht bereits beim ersten Spitalaufenthalt veranlasst worden sei, sei nicht ungewöhnlich. Die Dilatation würde heute häufig nicht mehr im Akutstadium gemacht, sondern später als geplanter Eingriff vorgenommen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Damann ist Volkswirtschaftschef und bietet keine medizinischen Sprechstunden an.


Hier: ZUR GANZEN QUELLE DES TEXTES Halbtags regieren, halbtags ruhen

http://www.tagblatt.ch/4820604Halbtags regieren, halbtags ruhen

Hoffentlich kommmt bald wieder ein Bericht zu diesem Thema

Frisch aus St.Gallen – Topnews: St.Gallen will beim Medizinstudium eine Kooperation mit Zürich

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

Die St.Galler Regierung hat drei Varianten für den Aufbau eines Medizinstudiums in St.Gallen geprüft. Sie spricht sich nun für das Kooperationsmodell mit der Universität Zürich aus.

Die St.Galler Regierung sieht eine Kooperation mit der Universität und dem Universitätsspital Zürich als der rascheste Weg zu einem “Medical Master” in St.Gallen an. Das schreibt die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. Der nächste Schritt wird sein, die St.Galler Vorstellungen dieser Ausbildung mit möglichen Partnern abzugleichen. Mit der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich liegen Basisarbeiten in Bezug auf die Kooperation bereits vor.

Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten Zürich und St.Gallen mit dem Universitätsspital Zürich und dem Kantonsspital St.Gallen inkl. der Regionalspitäler und Grundversorger würde einen raschen Einstieg von St.Gallen in das Medizinstudium erlauben. Aus St.Galler Sicht sollte in dieser Ausbildung der Fokus auf die medizinische Grundversorgung, die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie auf medizinische Themen der Universität St.Gallen wie beispielsweise Health Care Management, Gesundheitsökonomie oder Governance im Gesundheitswesen gelegt werden.

Umsetzung initiiert
Rückenwind für ihr Kooperationsprojekt erhofft sich die Regierung durch das Ende April bei der Schweizerischen Hochschulkonferenz SHK eingereichte Gesuch um Teilnahme an der Anschubfinanzierung des Bundes für mehr Studienplätze in der Humanmedizin. Der Entscheid über die berücksichtigen Projekte wird die SHK im Februar 2017 fällen. Die Vorbereitungsphase des “Medical Masters” soll dann von 2017 bis 2020 laufen. In dieser Zeit sollen alle Voraussetzungen geschaffen werden, dass ab dem Herbstsemester 2020 rund 40 Studierende Ihr Studiumin St.Gallen aufnehmen können. (pd/red.)


Click: zur Quelle des Textes St.Gallen will beim Medizinstudium eine Kooperation mit Zürich

http://www.tagblatt.ch/4814648St.Gallen will beim Medizinstudium eine Kooperation mit Zürich

Dem Autor ist es gelungen den Text kurz und doch umfassend zu verfassen.