Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Die älteste Pfadi fusioniert

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Der Pfadfinderbund Pro Patria St. Gallen und die Pfadi St. Otmar stehen vor der Auflösung. Morgen Samstag wollen sie zusammen eine neue Abteilung gründen. Über den Namen wird noch diskutiert.

«Der Grund für die Fusion ist schnell erklärt: Pro Patria hat zu wenig Leiter, St. Otmar zu wenig Kinder. Gemeinsam können wir die Zukunft besser meistern», erklärt Michael Breu, Präsident des Abteilungskomitees Pfadi Pro Patria. Mit dem Zusammenschluss sei gewährleistet, dass wieder für alle Abteilungen – Biber-, Wolf-, Pfadi- und Piostufe – regelmässig Übungen stattfinden könnten. Die neue Abteilung werde aus rund 100 Aktiven bestehen.

Mit 104 Jahren eine der ältesten Pfadis der Schweiz

Die Fusion von Pfadfinder-Abteilungen ist heute aufgrund des rückläufigen Mitgliederbestandes keine Seltenheit mehr. Der aktuell anstehende Zusammenschluss ist deswegen von Bedeutung, weil der Pfadfinderbund Pro Patria St. Gallen eine der ältesten Pfadis der Schweiz und die älteste in der Ostschweiz ist. 1912 gegründet, hat sie im Laufe ihres 104jährigen Bestehens immer wieder turbulente Zeiten erlebt.

Zuerst wird aber in der Vereinsgeschichte von einem «fulminanten Start» berichtet. 1917 habe die Gruppe an der Goldbrunnenstrasse in St. Gallen eine eigene «Pfaderbude» beziehen können. «Auch ein Elternrat wird (…) installiert; ein Gremium, das vor allem in den ersten Jahren entscheidend für die Entwicklung der St. Galler Pfadi ist. Straff geführt von Oberst Philipp Heitz werden Lager in der abgeschiedenen Natur absolviert, eine Wolfsstufe wird gegründet und Theaterstücke werden an öffentlich durchgeführten Veranstaltungen inszeniert.»

In den 1920er-Jahren ist die Pfadi so gross, dass das gemietete Pfaderheim aus allen Nähten platzt. Für eine Lösung bietet nach langen Verhandlungen der Bürgerrat der Stadt St. Gallen Hand: 1928 kann Pro Patria für insgesamt 11 574 Franken am Dreilindenhang Boden kaufen und dort ein Heim bauen.

Immer wieder brodelt es aber auch in der Abteilung. Als Folge gibt es Abspaltungen und Konkurrenz-Abteilungen. Die Jugendunruhen in den 1980er-Jahren bekommen auch die St. Galler Pfadi zu spüren. Bei Pro Patria bricht der Mitgliederbestand um ein Drittel ein; 1984 muss sogar das Sommerlager abgesagt und das zwei Jahre zuvor gegründete Mädchenfähnli wieder aufgelöst werden. Das 100-Jahr-Jubiläum feierte der Pfadfinderbund mit einem grossen Fest auf Drei Weieren.

Aus umstrittener Abspaltung entstanden

Auch die Pfadi St. Otmar blickt auf einige Jahrzehnte Pfadfinderleben zurück. Sie ging aus der 1927 gegründeten Pfadi Gallus hervor, welche als Einzugsgebiet die ganze Stadt St. Gallen umfasste und stetig mit grossem Erfolg wuchs. 1943 begann der Trupp St. Otmar sich selbständig zu machen. «Unter grossem Bedenken wird die Zustimmung dazu erteilt. Das ganze Jahr 1944 über arbeitet die Abteilung alleine und wird nach hitziger Debatte am 18. Februar 1945 in den Kantonalverband aufgenommen», heisst es dazu in den Annalen.

Zusammenarbeit seit zwei Jahren

Gründen die beiden Pfadi morgen Samstag eine neue Abteilung, wissen sie bereits, auf was sie sich einlassen. «Schon seit zwei Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen uns», erklärt Michael Breu. Abwechslungsweise habe man sich jeweils auf Drei Weieren und im Otmar-Quartier zu gemeinsamen Übungen getroffen.

Noch ist nicht mit Sicherheit klar, welchen Namen die neue Abteilung tragen wird. Der Vorschlag lautet «Zentrum St. Gallen». «Ich bin sehr gespannt, ob es dazu an der ausserordentlichen Hauptversammlung vom Samstag Diskussionen geben wird», betont der Präsident des Abteilungskomitees Pfadi Pro Patria.

pfadi-propatria.ch www.st-otmar.net


Click: zum Eheringe-Bericht Die älteste Pfadi fusioniert

http://www.tagblatt.ch/4834380Die älteste Pfadi fusioniert

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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Frisch aus St.Gallen – topaktuell: 30-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

Vor dem Kreisgericht St.Gallen hat am Donnerstag die Hauptverhandlung gegen einen 30-jährigen Mann begonnen, dem unter anderem mehrere brutale Raubüberfälle zur Last gelegt werden. Die meisten bestreitet er. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Das Gericht führt das Verfahren in zwei Teilen durch. Im ersten geht es um die Frage, ob der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Taten tatsächlich begangen hat. Steht fest, in welchen Fällen das Gericht zu Schuld− beziehungsweise Freisprüche kommt, geht es in einem zweiten Teil der Verhandlung um das Strafmass.

Mehrere ihm vorgeworfene Raubüberfälle streitet der Beschuldigte ab. Nichts zu tun haben will er etwa mit einem Überfall vom Juni 2013 auf ein Hotel in Uzwil. Zwei Männer passten nach Mitternacht einer Angestellten ab und zwangen sie, das Hotel wieder aufzuschliessen. Im August und November des gleichen Jahres erfolgten bewaffnete Raubüberfalle auf Tankstellenshops in Bronschhofen und Wil.

Ebenfalls im November traf es eine McDonalds-Filiale in Wil. Ein vermummter und bewaffneter Täter bedrohte die Angestellten. Den Schichtleiter zwang er unter Waffendrohung, den Tresor zu öffnen und schlug seinen Kopf gegen die Wand, als er der Aufforderung nicht sofort nachkam.

Einen Monat später suchte erneut ein schwarz gekleideter und vermummter Mann die McDonalds-Filiale in Abtwil heim. Ausgerechnet dort arbeitete mittlerweile der zuvor überfallene Schichtleiter von Wil. Der Täter schoss auf ihn und verletzte ihn am Unterarm.

Erotiksalon überfallen
Zugegeben hat der Beschuldigte einen Überfall auf einen Erotiksalon in Wil am 27. Dezember 2013. Mit einer Waffe bedrohte er die anwesenden Frauen. Eine von ihnen zog sich schwere Verletzungen zu, als sie sich mit einem Sprung aus dem ersten Stock retten wollte. Er habe seit längerem unter Depressionen gelitten und keinen Ausweg aus seiner Situation gesehen, begründete er den Überfall.

Im Jahr 2012 hatte der Beschuldigte als Sicherheitsmann gearbeitet. Zusammen mit zwei Kollegen sollte er einen problematischen Mieter aus dessen Wohnung weisen. Das Opfer wurde gefesselt, gewürgt und brutal geschlagen. Der 30-Jährige gab diesen Vorfall zu, will allerdings nicht selber zugeschlagen haben.

Keine Aussagen wollte er zu einer Straftat im Juli 2012 machen. Laut Anklageschrift bremste er mit seinem Wagen einen vor ihm fahrenden Lenker aus und ging mit einem Sturmgewehr auf ihn los. Der Bedrohte konnte fliehen.

Aus Haft geflohen
Zur Verhaftung kam es am 27. Dezember 2013. Der Polizei, die zu einem Raubüberfall in St.Gallen ausgerückt war, fiel ein Auto auf. Als sie den Fahrer kontrollieren wollten, raste dieser davon und fuhr dabei einem der Polizisten über den Fuss.

Ende August 2014 floh er aus dem Gefängnis, indem er sich aus dem Fenster abseilte. Einige Tage später wurde er erneut festgenommen. Später plante er einen weiteren Fluchtversuch. Mit Mitinsassen wollte er einen Gefangenenbetreuer als Geisel nehmen. (sda)


Hier: zur ausserordentlich tollen Bericht 30-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

http://www.tagblatt.ch/483422330-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Das wird den Markt verändern»

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Ab dem neuen Jahr unterrichten Ehrenamtliche in St. Galler Gemeinden Deutsch. Sprachschulen bangen um ihre Kursteilnehmer. Sie argumentieren mit Nachteilen für die Lernenden.

Die Sprachschulen im Kanton St. Gallen fühlen sich «völlig überrumpelt». Das schreiben sie in ihrer Mitteilung von Ende Oktober. An diesem Gefühl hat sich seitdem nichts geändert. Er sei enttäuscht, dass sie so kurzfristig vom Entscheid der Gemeinden erfahren haben, sagt Claudio Altwegg von der Sprachschule Wilingua. Sie hat Niederlassungen in Wil und Kreuzlingen und ist eine von 28 anerkannten Sprachschulen im Kanton St. Gallen.

Diese Schulen haben Ende September ohne Vorwarnung erfahren, dass die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) im kommenden Jahr keine professionellen Deutschkurse mehr unterstützt (siehe Ausgaben vom 30. September sowie Ausgabe vom 3. November). In diesem Jahr zahlen die Gemeinden den Schulen 1,8 Millionen Franken. Im kommenden möchten sie stattdessen Quartierschulen gründen. Mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen soll gemäss VSGP-Präsident Boris Tschirky ein Konzept erarbeitet werden. Pensionierte Lehrer und Freiwillige sollen in den Quartierschulen auf dem Land Deutsch unterrichten.

Preise der Sprachschulen werden steigen

«Ein kostenloses Angebot wird den Markt verändern», sagt Sprachlehrer Altwegg. «Die Preise der professionellen Sprachschulen werden steigen und für einige Kursteilnehmer zu teuer sein.» Davon geht auch Brigitte Eigenmann, Geschäftsleiterin der «Aida – Die Schule für fremdsprachige Frauen» in St. Gallen aus: «Ab Januar 2017 müssen Fremdsprachige im ganzen Kanton mit höheren Kurskosten für einen Deutschkurs rechnen.» Das sei ein grosses Problem, da viele Fremdsprachige über wenig Einkommen verfügten.

«Eine Quartierschule kann den Unterricht in einer professionellen Sprachschule nicht ersetzen, da sie keine unterschiedlichen Niveaugruppen anbieten kann», sagt Eigenmann. Fremdsprachige müssten auf ihrem jeweiligen Sprachniveau lernen, um ihr Deutsch zu verbessern und ein Zertifikat zu erlangen. Dieses brauchten sie, um ihre Arbeitssituation zu verbessern. Die Integrationsvereinbarungen des Kantons würden das Sprachniveau A2 verlangen, sagt Eigenmann. Die Nachfrage nach professionellen Deutschkursen sei aus diesen Gründen enorm hoch.

Im Gespräch mit Eigenmann und Altwegg wird deutlich: Die Sprachschulen sehen die Quartierschulen als Konkurrenz. Und sie gehen davon aus, dass die Quartierschulen nicht dieselbe Qualität bieten können. «Es ist zu einfach, die Diskussion auf ‹freiwillig› gegen ‹professionell› zu reduzieren», sagt Andreas Härter, Professor für Deutsche Sprache und Literatur und Verantwortlicher für Fremdsprachen an der Universität St. Gallen. Ob jemand nur im Kurs Deutsch höre und spreche oder auch im Alltag, sei entscheidend, ebenso die Motivation, eine Sprache zu lernen, sowie der Zugang zum Angebot. Dies gelte sowohl für die Sprach- als auch für die Quartierschulen. «Das Schlimmste beim Erlernen einer Sprache ist Frustration – auf Seiten der Lernenden wie der Unterrichtenden», sagt Härter. Er finde es deshalb wichtig, dass die Lehrpersonen an den Quartierschulen Schulung und Supervision erhalten. «Auch die Heterogenität der Lernenden könnte zu Problemen führen in den Quartierschulen.» Es sei herausfordernd, wenn Kursteilnehmer mit unterschiedlichen Sprachniveaus, Lernbiographien und kulturellen Voraussetzungen zusammen lernen.

Deutschkurs-Leiter als Beruf

Eine Einteilung in die richtige Gruppe erachten auch Raffaella Pepe und Kerstin Uetz Billberg vom Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache (Akdaf) für wichtig. Der Akdaf vernetzt schweizweit Personen, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten. «Ungeschultes Personal kann nicht dasselbe leisten wie professionelle Sprachschulen», sagen Pepe und Uetz Billberg. Deutschkurs-Leiter sei ein Beruf. Diesen gelte es – wie andere Berufe auch – zu erlernen. Ungeschultes Personal habe aber zweifelsohne Qualitäten, die ausserhalb des Sprachunterrichts hochwillkommen seien, sagen die beiden. Als Beispiele nennen sie die Einbindung ins Dorf, das Helfen beim Ausfüllen von Formularen oder Kinderbetreuung.


Hier: zum lesenswerten Eheringe-Artikel «Das wird den Markt verändern»

http://www.tagblatt.ch/4834035«Das wird den Markt verändern»

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

In der Novembersession des St.Galler Kantonsrats stehen das Budget für 2017 sowie die Revision der Sozialhilfe im Vordergrund. Bei den Personalausgaben gibt es Differenzen zwischen Regierung und rechtsbürgerlicher Mehrheit: 40 beantragte Stellen sollen abgelehnt werden.

Neben den grossen Themen Budget und Sozialhilfe wird es in der kommenden Session des St.Galler Kantonsrats am 28. und 29. November nochmals um die Verwaltungsjustiz gehen, nachdem der Rat der Vorlage im September bereits in erster Lesung zugestimmt hatte.

Die CVP-GLP-Fraktion sieht die Chance, den von ihr bekämpften Ausbau der Rekursinstanzen doch noch zu verhindern. Auch die Finanzkommission wolle die Kredite für die Verwaltungsrekurskommission streichen, heisst es in einer Mitteilung. Die Fraktion werde deshalb beantragen, «die Aufblähung des Staatsapparats zu stoppen». Kein Gehör dafür hat unter anderem die SVP-Fraktion: Sie werde der Gesetzesrevision zustimmen, teilte die Partei mit.

Budgetberatung im Zentrum
Im Zentrum der Session dürfte allerdings die Beratung des Budgets stehen. Die Regierung veranschlagt bei einem Aufwand von 4,91 Milliarden Franken einen Ertragsüberschuss von 284,7 Millionen Franken. Grund für das positive Ergebnis ist die Übertragung der Spitalimmobilien auf die Spitalverbünde in der Höhe von 305 Millionen Franken. Lässt man diesen einmaligen Effekt weg, dann entspricht der Voranschlag einem Minus von 38,1 Millionen Franken.

Bereits im Frühjahr hatte der Kantonsrat vorgegeben, der Personalaufwand für 2017 müsse auf 730 Millionen Franken plafoniert bleiben. Von dieser Vorgabe wich die Regierung in ihrem Budgetvorschlag ab und beantragte eine Erhöhung der Personalausgaben um 12,4 Millionen Franken.

Wie schon vor einem Jahr will die Finanzkommission die meisten der neuen Stellen nicht bewilligen − unabhängig davon, ob sie von Dritten wie beispielsweise dem Bund finanziert würden.

Vorauseilender Gehorsam
Dem Rotstift der Kommission fiel etwa ein zusätzlicher Arbeitsmarktinspektor zum Opfer. Er wäre für die Bekämpfung von Lohndumping und Schwarzarbeit vorgesehen. Sein Gehalt hätte zu 50 Prozent der Bund übernommen. Auch der Posten für einen zusätzlichen Waffenmechaniker, der vom Bund finanziert worden wäre oder die 80 Stellenprozente für die Tabakprävention mit Jugendlichen als Zielpublikum − bezahlt aus Interreg-Geldern − sollen nicht bewilligt werden.

Die Fraktionen von CVP-GLP, FDP und SVP mit ihrer klaren Mehrheit von rund drei Vierteln der Stimmen haben angekündigt, dass sie die Anträge der Finanzkommission durchwegs unterstützen werden. Die Regierung hat dazu nur einige wenige Gegenanträge gestellt.

Kritik gibt es dazu von der SP-Grünen-Fraktion. Die Regierung lasse «in vorauseilendem Gehorsam jeglichen Einsatz für das eigene Personal vermissen», heisst es in einer Mitteilung. Die Fraktion betont, dass für neue Aufgaben auch zusätzliche Stellen geschaffen werden müssten.

Mutterschaftsbeiträge bleiben
Diskussionen dürfte es weiter um die Revision der Sozialhilfe geben. Die SVP verlangt zusätzliche Verschärfungen. Die Regierung hat vorgeschlagen, dass bei unkooperativem Verhalten eine maximale Kürzung des Grundbeitrags um 30 Prozent möglich sein soll. Die SVP will bis zu 50 Prozent kürzen können.
Beigelegt sind wohl die Auseinandersetzungen um die Mutterschaftsbeiträge, die ersatzlos aufgehoben werden sollten. Nachdem die vorberatende Kommission sich einstimmig gegen die Streichung ausgesprochen hatte, machte die Regierung einen Rückzieher und will nun nicht mehr daran festhalten. (sda)


Klick HIER: zum gut gelungenen Originalbericht Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

http://www.tagblatt.ch/4831471Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

Nachricht aus St.Gallen: Begehrter Richterstuhl

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Obschon alle politischen Parteien sich auf eine Ersatzkandidatin verständigt haben, ist keine stille Wahl ans Kreisgericht St. Gallen zustande gekommen. Das ist ungewöhnlich.

Die Ersatzwahl am kommenden Sonntag ist nötig, weil der nebenamtliche Kreisrichter Paul Egger (SVP, Gossau) Ende Jahr zurücktreten wird (Tagblatt vom 1. November). SVP, FDP, CVP, SP, EVP, Grünliberale und BDP haben sich auf die Steuerberaterin und Familienfrau Romana Ammann (SVP, Gaiserwald) als Kandidatin und Eggers Nachfolgerin geeinigt und eine gemeinsame Wahlempfehlung herausgegeben. Wäre kein anderer Wahlvorschlag eingegangen, hätte es eine stille Wahl gegeben. Stille Wahlen sind im Sinn des Kreisgerichtspräsidenten Peter Frei, wie dieser auf Anfrage des Tagblatts sagt. Zum einen, weil dadurch bei einem Rücktritt ein nahtloser Übergang gewährleistet sei und keine Vakanz entstehe, zum anderen, weil fachliche Kriterien und nicht politische den Ausschlag geben sollten bei Richterwahlen. Das Gericht könne keine Bewerbungsgespräche führen mit den Kandidierenden, die Parteien hingegen schon, sagt Frei. Dass keine stille Wahl zustande gekommen ist, nennt Frei «ungewöhnlich». Allerdings: Schon im November 2014 bei den Gesamterneuerungswahlen hatte es mehr Kandidierende als Sitze für nebenamtliche Richter (Zweittext) gegeben – was Ammann, seinerzeit noch von der BDP nominiert, zum Verhängnis wurde; sie schaffte die Wahl 2014 nicht.

Auch René Hungerbühler will es wissen

Am Sonntag heisst Romana Ammanns Konkurrent René Hungerbühler. Er ist stellvertretender Leiter des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen. Der Parteilose sagt, er kandidiere zum einen, weil er die Aufgabe interessant finde und unabhängig sei, und zum anderen, weil er die Voraussetzungen für ein Richteramt, wie Sachlichkeit und Ausgewogenheit, mitbringe. Hungerbühler nennt sich einen Migrationsexperten. Seit dem 1. Oktober sind die Kreisgerichte dafür zuständig, verurteilte ausländische Straftäter allenfalls des Landes zu verweisen. Früher war das Migrationsamt damit betraut. Die Verlagerung der Zuständigkeit ist ein Teil der Umsetzung der SVP-Ausschaffungs-Initiative.

René Hungerbühler ist in der Stadt St. Gallen bekannt. Bis zum Sommer dieses Jahres war er während zehn Jahren Präsident des SC Brühl. Er ist Ehrenpräsident des Clubs. Der Bekanntheitsgrad Hungerbühlers ist in der Stadt grösser als derjenige Ammanns. Ob ihm das reicht, die von sämtlichen Parteien unterstützte SVP-Frau zu überflügeln, ist offen. Schaffen am Sonntag beide das absolute Mehr nicht, fände am 12. Februar 2017 ein zweiter Wahlgang statt.

Der Gerichtskreis entspricht dem Wahlkreis und umfasst neun Gemeinden (St. Gallen, Gossau, Andwil, Eggersriet, Gaiserwald, Häggenschwil, Muolen, Waldkirch, Wittenbach).


Klick HIER: zur gut gelungenen TEXTQUELLE Begehrter Richterstuhl

http://www.tagblatt.ch/4830586Begehrter Richterstuhl

Der Verfasser hat das Topic kurz und doch umfassend beschrieben.

Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Vater wehrt sich gegen Inzestvorwurf

Fundierter Artikel, Lesen und Geniessen!

Ein deutscher Staatsangehöriger hat sich am Montag wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, Inzest und Pornografie vor dem Kantonsgericht St.Gallen verantworten müssen. Er bestritt in der Berufungsverhandlung sämtliche Vorwürfe. Das Urteil steht noch aus.

Das Kreisgericht Sarganserland-Werdenberg sah es im Mai 2015 als erwiesen an, dass der 44-jährige Beschuldigte seine damals zwischen acht und neun Jahre alte Tochter mehrfach sexuell missbraucht, Inzest begangen und pornografische Bildaufnahmen besessen hat. Es verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Ein Jahr sollte er im Gefängnis verbringen. Die restlichen zwei Jahre und eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 200 Franken sprach das Gericht mit einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aus.

Video der nackten Tochter
Gegen dieses Urteil legte der sechsfache Vater Berufung ein und verlangte einen Freispruch von Schuld und Strafe. Er frage sich jeden Tag, weshalb die Tochter diese Geschichten erzählt habe. Nachdem er mit seiner zweiten Frau in die Schweiz gezogen sei, hätten sei beide gearbeitet und zur Betreuung der drei gemeinsamen Kinder ein Au-pair-Mädchen eingestellt. Der Umzug in die Schweiz habe der Tochter Probleme bereitet. Sie sei in ihrer Entwicklung zurück geblieben, habe ins Bett gemacht und sich zur Einzelgängerin entwickelt.

Sowohl die Vorwürfe gegen ihn als auch die pornografischen Bilder auf dem Laptop könne er sich nicht erklären. Seine Tochter habe das Gerät von den Schwiegereltern geschenkt bekommen. Es sei gut möglich, dass sich die Aufnahmen bereits auf dem Computer befunden hätten. Das Video, das seine Tochter nackt auf dem Sofa zeige, sei möglicherweise von den Kindern erstellt worden, als sie mit dem Au-Pair-Mädchen alleine zu Hause gewesen seien.

Aussagen in Zweifel gezogen
Niemand könne mit Sicherheit sagen, wann die Bilder auf den Computer geladen worden seien, betonte seine Verteidigerin. Die unerlaubten pornografischen Abbildungen könnten sich bereits auf dem Computer befunden haben, als er gebraucht in den Besitz der Familie gekommen sei.

Der Vater habe Schicht gearbeitet und gar keine Gelegenheit gehabt, die Tochter zu missbrauchen, da sowohl die kleineren Geschwister als auch das Au-pair-Mädchen bei Abwesenheit der Mutter im Hause gewesen seien. An den Aussagen des Kindes gebe es berechtigte Zweifel.

Die Anklage plädierte nicht nur auf Abweisung der Berufung, sondern beantragte auch eine Erhöhung der Freiheitsstrafe auf vier Jahre. Das Opfer leide zwar an einer Entwicklungsverzögerung, aber nicht an einer Wahrnehmungsstörung, betonte die Staatsanwältin.

Schutzbehauptungen
Das Mädchen habe detailliert geschildert, was sich zugetragen habe. Nie sei von einem anderen Mann die Rede gewesen. Immer habe sie vom Vater gesprochen. Die vielen Erklärungsversuche des Vaters, warum seine Tochter die Vorwürfe gegen ihn erhebe, müsse man als Schutzbehauptung sehen.

Die Rechtsvertreterin betonte, das Kind habe nach dem Missbrauch ein stark auffälliges Verhalten gezeigt. Es habe therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Das Urteil des Kantonsgerichts wird in den nächsten Tagen erwartet. (sda)


Klick HIER: Zur Ganzen Textquelle Vater wehrt sich gegen Inzestvorwurf

http://www.tagblatt.ch/4830496Vater wehrt sich gegen Inzestvorwurf

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

News aus St.Gallen: Kein “Freipass für Schnellfahrer”

Lesenswerter Artikel über ein interessantes St.Gallener Topic.

In einer Motion fordert die St.Galler SVP-Fraktion, dass künftig im Kanton mit einer Signalisation vor Radarkontrollen gewarnt werden muss. Die Regierung lehnt den Vorstoss ab.

Trotz gegenteiliger Aussagen der zuständigen Behörden gebe es fiskalische Gründe für die Geschwindigkeitskontrollen, schreibt die SVP in ihrer Motion, die sie in der Septembersession eingereicht hat.

Seit 2015 veröffentlicht die St.Galler Kantonspolizei bereits die Standorte von neun semistationären Messgeräten im Internet und auf Facebook. Angegeben werden jeweils die Gemeinde und die Strasse, an der die Kontrolle stattfindet.

Internetwarnungen genügen nicht
Diese Publikation geht der SVP-Fraktion aber zu wenig weit. Sie verlangt gesetzliche Grundlagen, damit in «angemessenem Abstand» vor sämtlichen Standorten von stationären oder semistationären Geschwindigkeitsmessanlagen «eine entsprechende Signalisation» angebracht werden muss.

Die St.Galler Regierung lehnt die Motion ab. Überhöhte Geschwindigkeiten seien eine der häufigsten Unfallursachen, argumentiert sie in ihrer Stellungnahme. 2015 habe es deswegen 479 Unfälle mit zwei Toten und 181 Verletzten gegeben.

Ein Grossteil der Bevölkerung begegne Geschwindigkeitskontrollen mit Verständnis, zeigt sich die Regierung überzeugt. Auch Gemeindebehörden verlangten oftmals, an einer bestimmten Stelle die Geschwindigkeiten zu messen.

Ein Zwang zur Ankündigung aller Radarstandorte wäre aus Sicht der Regierung nicht nur ein Freipass für Schnellfahrer, sondern behindere vor allem auch die Prävention von Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeiten. Die Motion wird voraussichtlich in der kommenden Novembersession behandelt. (sda)


Hier: ZUM EHERINGEREPORT Kein “Freipass für Schnellfahrer”

http://www.tagblatt.ch/4830525Kein “Freipass für Schnellfahrer”

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!