Frisch aus St.Gallen – Topnews: Längere Grabesruhe: St.Galler Gemeinden könnten handeln

Topaktueller Text zu einer St.Gallener Frage der heutigen Zeit.

In einem Vorstoss aus dem St.Galler Kantonsrat sind die geltenden Regelungen für die Grabesruhe in Frage gestellt worden: Vor allem für Kindergräber sei die Frist von 15 Jahren zu kurz. Der Kanton will es den Gemeinden überlassen, die Grabesruhe allenfalls zu verlängern.

Anfang Juni war der Vorstoss parteiübergreifend eingereicht worden: Thomas Warzinek (CVP), Jörg Tanner (GLP), Walter Gartmann (SVP) und Joe Walser (SP) hatten die im Kanton St.Gallen geltenden Regelungen für die Grabesruhe auf Friedhöfen als zu kurz kritisiert und nach Möglichkeiten für längere Fristen gefragt. Inzwischen liegt die Antwort der Regierung vor. Sie lautet kurzgefasst, dass es für Änderungen auf kantonaler Ebene keinen Bedarf gebe. Die Verlängerung der Grabesruhe sei in kommunalen Vorschriften aber möglich und könne rasch umgesetzt werden.

Zu wenig Platz auf Friedhöfen
Im kantonalen Gesetz über die Friedhöfe und Bestattungen ist festgehalten, dass Gräber nicht vor Ablauf von 20 Jahren geöffnet werden dürfen. Für Gräber von Kindern in besonderen Feldern oder Reihen gelten 15 Jahre, für Urnengräber 10 Jahre. Die Begrenzung sei mit den beschränkten Platzverhältnissen auf Friedhöfen begründet, argumentiert die Regierung. Anderseits müsse eine vollständige Verwesung gewährleistet sein. Die kürzere Frist für Kindergräber sei denn auch mit der kürzeren Verwesungszeit zu erklären.

Die vier Kantonsräte hatten argumentiert, dass die meisten Gemeinden unmittelbar nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist die Räumung der Gräber durchführten. Die Aufhebung stelle für Angehörige eine besondere Belastung dar. Der regelmässige Besuch eines Grabes sei häufig ein wichtiger Teil der Trauerverarbeitung − auch viele Jahre nach einem Todesfall.

Buchs hat reagiert
Vor allem bei Kindergräbern sei eine Frist von 15 Jahren kurz, heisst es im Vorstoss. Der Tod eines Kindes bedeute einen besonderen Schmerz und die Trauerzeit könne länger dauern, als die Grabesruhe.
Die Regierung zeigt Verständnis für das Anliegen. Bei den kantonalen Regelungen handle es sich jeweils um eine Mindestdauer, stellt sie klar. Dass eine Verlängerung der Fristen für Kindergräber auf 20 Jahre auf kommunaler Ebene durchaus möglich sei, zeige sich in Buchs: Dort ist das Reglement 2015 entsprechend angepasst worden. (sda)


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Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

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