Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Das wird den Markt verändern»

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Ab dem neuen Jahr unterrichten Ehrenamtliche in St. Galler Gemeinden Deutsch. Sprachschulen bangen um ihre Kursteilnehmer. Sie argumentieren mit Nachteilen für die Lernenden.

Die Sprachschulen im Kanton St. Gallen fühlen sich «völlig überrumpelt». Das schreiben sie in ihrer Mitteilung von Ende Oktober. An diesem Gefühl hat sich seitdem nichts geändert. Er sei enttäuscht, dass sie so kurzfristig vom Entscheid der Gemeinden erfahren haben, sagt Claudio Altwegg von der Sprachschule Wilingua. Sie hat Niederlassungen in Wil und Kreuzlingen und ist eine von 28 anerkannten Sprachschulen im Kanton St. Gallen.

Diese Schulen haben Ende September ohne Vorwarnung erfahren, dass die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) im kommenden Jahr keine professionellen Deutschkurse mehr unterstützt (siehe Ausgaben vom 30. September sowie Ausgabe vom 3. November). In diesem Jahr zahlen die Gemeinden den Schulen 1,8 Millionen Franken. Im kommenden möchten sie stattdessen Quartierschulen gründen. Mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen soll gemäss VSGP-Präsident Boris Tschirky ein Konzept erarbeitet werden. Pensionierte Lehrer und Freiwillige sollen in den Quartierschulen auf dem Land Deutsch unterrichten.

Preise der Sprachschulen werden steigen

«Ein kostenloses Angebot wird den Markt verändern», sagt Sprachlehrer Altwegg. «Die Preise der professionellen Sprachschulen werden steigen und für einige Kursteilnehmer zu teuer sein.» Davon geht auch Brigitte Eigenmann, Geschäftsleiterin der «Aida – Die Schule für fremdsprachige Frauen» in St. Gallen aus: «Ab Januar 2017 müssen Fremdsprachige im ganzen Kanton mit höheren Kurskosten für einen Deutschkurs rechnen.» Das sei ein grosses Problem, da viele Fremdsprachige über wenig Einkommen verfügten.

«Eine Quartierschule kann den Unterricht in einer professionellen Sprachschule nicht ersetzen, da sie keine unterschiedlichen Niveaugruppen anbieten kann», sagt Eigenmann. Fremdsprachige müssten auf ihrem jeweiligen Sprachniveau lernen, um ihr Deutsch zu verbessern und ein Zertifikat zu erlangen. Dieses brauchten sie, um ihre Arbeitssituation zu verbessern. Die Integrationsvereinbarungen des Kantons würden das Sprachniveau A2 verlangen, sagt Eigenmann. Die Nachfrage nach professionellen Deutschkursen sei aus diesen Gründen enorm hoch.

Im Gespräch mit Eigenmann und Altwegg wird deutlich: Die Sprachschulen sehen die Quartierschulen als Konkurrenz. Und sie gehen davon aus, dass die Quartierschulen nicht dieselbe Qualität bieten können. «Es ist zu einfach, die Diskussion auf ‹freiwillig› gegen ‹professionell› zu reduzieren», sagt Andreas Härter, Professor für Deutsche Sprache und Literatur und Verantwortlicher für Fremdsprachen an der Universität St. Gallen. Ob jemand nur im Kurs Deutsch höre und spreche oder auch im Alltag, sei entscheidend, ebenso die Motivation, eine Sprache zu lernen, sowie der Zugang zum Angebot. Dies gelte sowohl für die Sprach- als auch für die Quartierschulen. «Das Schlimmste beim Erlernen einer Sprache ist Frustration – auf Seiten der Lernenden wie der Unterrichtenden», sagt Härter. Er finde es deshalb wichtig, dass die Lehrpersonen an den Quartierschulen Schulung und Supervision erhalten. «Auch die Heterogenität der Lernenden könnte zu Problemen führen in den Quartierschulen.» Es sei herausfordernd, wenn Kursteilnehmer mit unterschiedlichen Sprachniveaus, Lernbiographien und kulturellen Voraussetzungen zusammen lernen.

Deutschkurs-Leiter als Beruf

Eine Einteilung in die richtige Gruppe erachten auch Raffaella Pepe und Kerstin Uetz Billberg vom Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache (Akdaf) für wichtig. Der Akdaf vernetzt schweizweit Personen, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten. «Ungeschultes Personal kann nicht dasselbe leisten wie professionelle Sprachschulen», sagen Pepe und Uetz Billberg. Deutschkurs-Leiter sei ein Beruf. Diesen gelte es – wie andere Berufe auch – zu erlernen. Ungeschultes Personal habe aber zweifelsohne Qualitäten, die ausserhalb des Sprachunterrichts hochwillkommen seien, sagen die beiden. Als Beispiele nennen sie die Einbindung ins Dorf, das Helfen beim Ausfüllen von Formularen oder Kinderbetreuung.


Hier: zum lesenswerten Eheringe-Artikel «Das wird den Markt verändern»

http://www.tagblatt.ch/4834035«Das wird den Markt verändern»

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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Nachricht aus St.Gallen: «Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

Fundierter Artikel, Lesen und Geniessen!

FDP-Kandidat Martin Stöckling ist neuer Stadtpräsident der «Rosenstadt». Wie bei seiner Wahl in den Stadtrat von Ende September erzielt er ein Glanzresultat. Das sieht er als Verpflichtung – und betont seine Unabhängigkeit.

Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses konnte man bei Ihnen leicht glasige Augen wahrnehmen. Wie emotional war dieser Moment für Sie?

Martin Stöckling: Sehr emotional. Es war ein intensiver Wahlkampf. Ich konnte angesichts des breiten Kandidatenfeldes nicht mit einem so guten Resultat rechnen, auch wenn ich immer daran glaubte, dass meine Wahlchancen intakt sind. Ich bin überwältigt und den Wählerinnen und Wählern dankbar für den Vorschuss an Vertrauen. Das gibt mir die Kraft, dieses Amt in Angriff zu nehmen.

Sie machten fast 5000 Stimmen und damit nur 700 Stimmen weniger als bei ihrer Wahl in den Stadtrat Ende September. Worauf führen Sie das gute Ergebnis zurück?

Ich denke, es ist der FDP gelungen, einen überzeugenden Wahlkampf zu führen und die Bevölkerung von meinen Qualitäten als Stadtpräsident zu überzeugen.

Stolz sind Sie aber schon auch?

Ich glaube, dass in der Bevölkerung ein starker Wunsch nach einem klaren Ergebnis vorhanden war. Ich denke, dass ich auch von Wählerinnen und Wählern die Stimme erhalten habe, die politisch nicht unbedingt auf meiner Linie liegen – weil sie einen klaren Entscheid wollten. Das ist die Situation, die ich mir persönlich erhofft hatte. Ein Zufallsmehr hätte nicht dabei geholfen, die Unruhe in der Stadt zu überwinden.

Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Sie nun erwartet. Wo wollen Sie ansetzen?

Die Beruhigung muss auf drei Seiten einkehren: im Stadthaus bei den Mitarbeitenden, bei denen Verunsicherung herrscht; bei der Bevölkerung, die wieder Vertrauen in die Exekutive und die Politik fassen muss; und im Stadtrat beziehungsweise zwischen den Parteien.

Wie wollen Sie das schaffen?

Ich war vier Jahre lang Parteipräsident der FDP Rapperswil-Jona und musste als solcher mit den anderen Ortsparteien zusammenarbeiten. Ich verfüge über die nötigen Kontakte zu den Parteien. Ich biete diesen nun bewusst Hand zum Gespräch, damit wir wieder zum Wohl der Stadt zusammenarbeiten und den personenbezogenen Wahlkampf hinter uns lassen können. Das wird sich automatisch ergeben, da mache ich mir keine grossen Sorgen.

Sie sind selbständiger Anwalt. Schaffen Sie es, bis zum Amtsantritt am 1. Januar ihre Arbeit zu beenden?

Ich werde sofort damit beginnen, meine Mandate abzuschliessen oder an Kollegen zu übergeben, damit ich ab Anfang Januar frei bin und mich aufs neue Amt konzentrieren kann. Ich will vermeiden, dass ich noch unerledigte Dossiers in die neue Amtszeit hineintragen muss. Da ich Partner in einer Kanzlei mit neun Anwälten bin, ist es realistisch, dass ich innerhalb der nächsten zwei Monate einen sauberen Übergang machen kann.

Welche Projekte wollen Sie zuerst anpacken?

Das Tunnelprojekt, das neue Alters- und Pflegezentrum Schachen sowie die Kommunikation zu den verschiedenen Grossprojekten in der Stadt, damit diese nicht permanent durch IGs blockiert werden.

Im Wahlkampf mussten Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie in Abhängigkeit von Verleger Bruno Hug stehen. Wie wollen Sie den Tatbeweis antreten, dass dem nicht so ist?

Der beste Tatbeweis ist es, unabhängig diese Stadt zu führen. Ich denke, die Bürger würden es merken, wenn es eine Abhängigkeit tatsächlich gäbe. Die Stimmbürger lassen sich nicht hinters Licht führen. Sie haben im ersten und nun auch im zweiten Wahlgang gezeigt, dass sie eigenständig entscheiden.

Der Wahlzirkus in Rapperswil-Jona hat zuletzt ein schweizweites Medieninteresse auf sich gezogen.

Der mediale Wirbel hat aber auch nochmals sehr viele Wähler mobilisiert. Die hohe Wahlbeteiligung ist positiv. Ich machte mir Sorgen, dass das Wahlspektakel der Parteien dazu führen könnte, dass die Wähler nicht mehr an die Urne gehen. Das Gegenteil ist passiert. Die Beteiligung ist noch höher als im ersten Wahlgang. Und die Ergebnisse sind sowohl beim Präsidium wie beim Stadtrat klar ausgefallen. Ich bin überzeugt, dass diese Eindeutigkeit dem Stadtrat helfen wird, wieder Ruhe einkehren zu lassen. Denn es gibt nichts zu hinterfragen und man muss nicht mehr diskutieren.

Sie selbst werden nun von zahlreichen Medienschaffenden belagert. Waren Sie darauf vorbereitet?

Ich habe mir einzelne Sätze überlegt für den Fall, dass ich gewählt werde und für den Fall, dass ich nicht gewählt werde. Diese sind aber Makulatur geworden. Ich habe mit einem wesentlich knapperen Ausgang gerechnet. Meine Antworten sind deshalb nun relativ spontan.


Hier: zur gut gelungenen Eheringe-News «Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

http://www.tagblatt.ch/4813776«Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: «Das Bundeszentrum in Altstätten wird nicht grösser»

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

Der Bund schafft mehr Plätze für die Erstunterbringung von Asylsuchenden. Auch der Kanton St. Gallen braucht mehr Plätze, sagt Justizchef Fredy Fässler.

Herr Fässler, 2015 waren schweizweit 40 000 Asylgesuche gestellt worden. Mit wie vielen rechnet der Bund in diesem Jahr?

Fredy Fässler: Prognosen wie in den letzten Jahren gibt es vom Bund keine mehr. 2015 lagen die Schätzungen um rund 10 000 Asylgesuche zu tief. Offiziell rechnet man in diesem Jahr mit mindestens 40 000 Gesuchen.

Dem Bund stehen heute 4800 Plätze für die Erstunterbringung zur Verfügung. Auf Druck der Kantone muss er nun künftig 6000 Plätze zur Verfügung stellen. Das genügt?

Fässler: Für ganz spezielle Situationen hält er künftig zusätzlich noch weitere 3000 Plätze bereit – das können Fabrikhallen oder militärische Anlagen sein. Damit stehen 9000 Plätze für die Erstunterbringung zur Verfügung.

Ist damit die umstrittene Frage nach requirierten Zivilschutzanlagen durch den Bund vom Tisch?

Fässler: Ja. Gesetzlich besteht zwar die Möglichkeit, dass der Bund kantonale Zivilschutzanlagen requiriert. Davon will er aber im Normalfall keinen Gebrauch machen.

Auch die Kantone können Anlagen requirieren.

Fässler: Auch wir werden das nur im absoluten Notfällen tun.

Wann spricht denn der Kanton St. Gallen von einem Notfall?

Fässler: Wir haben uns bereits vorbereitet und ein Konzept gemacht, das auf den Bund abgestimmt ist. Mit der neuen Notfallplanung müssen die Kantone den Bund nicht mehr unterstützen. Wir kommen unter Druck, wenn wir bei einem grossen Zustrom vom Bund nach 48 Stunden ein paar hundert Asylsuchende ohne Vorwarnung übernehmen müssen.

In Altstätten entscheiden die Stimmbürger demnächst an der Urne über einen Landverkauf und ein Einzonungsreferendum für ein neues Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes. Vorgesehen waren bisher 390 Plätze – wird dieses Projekt mit Blick auf das neue Notfallkonzept nun noch einmal angepasst?

Fässler: Nein, das ist nicht nötig – die zusätzlichen Plätze schafft der Bund in bereits bestehenden eigenen Einrichtungen.

Der Kanton hat den St.Galler Gemeinden versprochen, dass er die Asylsuchenden die ersten vier Monate in kantonalen Strukturen unterbringt. Muss auch er zusätzliche Plätze suchen?

Fässler: Ja. Vor allem die temporären Plätze in den Jugendherbergen St.Gallen und Rapperswil-Jona gilt es zu ersetzen. Wir rechnen damit, dass wir mindestens ein weiteres ständiges Asylzentrum eröffnen müssen.

Haben Sie Objekte in Aussicht?

Fässler: Wir sind schon länger auf der Suche. Zurzeit haben wir zwei Objekte in Aussicht, aber Konkretes will ich noch nicht dazu sagen.


Hier: ZUM LESENSWERTEN EHERINGETIP «Das Bundeszentrum in Altstätten wird nicht grösser»

http://www.tagblatt.ch/4590288«Das Bundeszentrum in Altstätten wird nicht grösser»

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

Frische St.Gallener – Neuigkeit: «Das gäbe nur böses Blut»

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Die St.Galler BDP fliegt aus dem Parlament. Ihr Präsident will dennoch in die Regierung: Richard Ammann über die Finanzpolitik der Rechtsbürgerlichen, seine Freude an Playoffs und eine zurückgezogene Stellenbewerbung.

Herr Ammann, Sie wurden als Kantonsrat abgewählt, wenige Tage später geben Sie Ihre Regierungskandidatur bekannt. Sind Sie ein schlechter Verlierer?

Richard Ammann: Das mag auf den ersten Blick so wirken. Ich erzielte bei meiner Abwahl 65 Prozent mehr Stimmen als bei meiner Wahl vor vier Jahren. Die Leute finden mich und meine Politik anscheinend gut, aber meine Partei ist nicht gefragt.

Ihr Entscheid wirkt überstürzt.

Ammann: Ich wollte schon im ersten Wahlgang antreten. Wir beschlossen dann aber parteiintern, darauf zu verzichten, um die Wahl von Bruno Damann nicht zu gefährden. Es war klar, dass ich bei der jetzigen Konstellation antrete.

Es stehen bereits zwei Bürgerliche zur Auswahl. Reicht das nicht?

Ammann: Die Nichtwahl der Kandidaten von FDP und SVP im ersten Wahlgang trotz des sehr hohen Einsatzes, personell wie finanziell, haben wir als Wunsch der Wähler nach einer Alternative verstanden.

Die Reaktionen auf Ihre Kandidatur waren teils sehr harsch, von «überflüssig» bis «dümmliche Zwängerei» war die Rede. Können Sie das verstehen?

Ammann: Ich wusste, dass meine Kandidatur bei den Rechtsbürgerlichen keine Begeisterung auslöst. Es gab aber auch positive Reaktionen.

Sie dürften dem FDP-Kandidaten Stimmen wegnehmen und so der SVP zum zweiten Regierungssitz verhelfen. Wollen Sie das wirklich?

Ammann: Wenn Mitte-links-Wähler ihre Stimme mir geben, so hat das in erster Linie mit der stramm rechtsbürgerlichen Politik von Marc Mächler zu tun. Diese Stimmen hatte er nie, deshalb kann von Wegnehmen keine Rede sein.

Sie grenzen sich von FDP und SVP ab, indem Sie sich als «moderaten» Mittepolitiker bezeichnen. Moderat allein ergibt noch kein Profil.

Ammann: Im Bildungs- und Sozialbereich, auch in der Frauenfrage bin ich aufgeschlossener als die Rechtsbürgerlichen. Wirtschaftspolitisch bin ich ein Bürgerlicher und klar dafür, dass Unternehmen von unnötigen Regulationen befreit werden.

Welche Parteien und Verbände unterstützen Ihre Kandidatur?

Ammann: Es sind Hearings im Gang. Bereits entschieden hat der kantonale Lehrerverband, der mich unterstützt.

Die CVP stellt sich hinter Marc Mächler. Hat Sie das getroffen?

Ammann: Ich kann nachvollziehen, dass die Parteileitung realpolitisch so entschieden hat. Wie CVP-nahe Wähler entscheiden werden, werden wir sehen.

Wie steht es mit der Unterstützung von Sportvereinen? Sie waren jahrzehntelang Eishockey-Spitzenspieler und -Trainer.

Ammann: Es käme mir nicht in den Sinn, Sportvereine um eine offizielle Unterstützung anzugehen. In den Vereinen arbeiten Leute unterschiedlichster Couleur mit. Das gäbe nur böses Blut.

Das tönt alles sehr gemässigt und zurückhaltend. Werden Sie im Wahlkampf noch bissiger?

Ammann: Es ist nicht meine Art, grosse Versprechen zu machen oder Streit vom Zaun zu reissen. Ich bin kein Blender und kein Polterer. Ich habe als Kantonsrat gezeigt, dass ich ein Brückenbauer und Teamplayer bin.

Schön und gut, aber als Departementsvorsteher müssten Sie auch mal durchgreifen können.

Ammann: Als langjähriger Captain weiss ich, wie man ein Team führt und auch in schwierigen Situationen auf Kurs hält. Meine ehemaligen Spieler wissen: Ich kann auch sehr deutlich werden.

Sind Sie als Lehrer und Bildungspolitiker für oder gegen den Lehrplan 21?

Ammann: Ich bin dafür und überzeugt, dass nicht alles neu erfunden werden muss, was heute in den Schulstuben gut klappt. Die grosse Streitfrage sind die Fremdsprachen. Diese Frage kann pragmatisch gelöst werden. Es ist falsch, deswegen die Reform zu kippen.

Zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe überfordert viele Schüler. Der Lehrplan 21 lässt keine Wahl.

Ammann: Klar, müssen wir die Vorgaben erfüllen. Mit einer Verordnung oder guten Lösungen vor Ort können wir das aber so regeln, dass überforderte Schüler entlastet werden.

Die Staatsfinanzen sind ein dominierendes Thema im Kanton. Wie wollen Sie diese stabilisieren?

Ammann: Die Ausgaben dürfen nicht weiter steigen. Sie müssen plafoniert werden, und es muss dort gespart werden, wo keine wichtigen Leistungen abgebaut werden.

Eine Steuererhöhung ist somit tabu für Sie?

Ammann: Herr Mächler hat mir die Bereitschaft dafür zwar unterstellt. Doch ich kann ihn und alle Bürger beruhigen – auch ich will keine Steuererhöhung. Ich würde mich aber auch nicht hingeben für eine Steuersenkungsübung, wie sie das von FDP und SVP dominierte Kantonsparlament vor acht Jahren beschlossen hatte. Die heutigen Probleme wurden dort initiiert. Das bescherte uns die jahrelange finanzielle Schieflage und die diversen Sparpakete.

Mit der Kandidatur von Esther Friedli wurde die Frauenfrage zum Thema. Wie viele Frauen braucht es in der St. Galler Regierung?

Ammann: Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler. Ich setze mich stärker für die Frauen ein, als dies die Parteien von Esther Friedli und Marc Mächler tun. So unterstützte ich im Parlament den Antrag, dass Frauen in kantonalen Leitungsgremien zu 30 Prozent vertreten sein sollen. Die FDP- und SVP-Kantonsräte waren bis auf eine Person alle dagegen.

Sie sind für Frauenquoten?

Ammann: Frauen sind heute gleich gut ausgebildet wie Männer und sie wollen Karriere machen. Was ihnen fehlt, sind die Netzwerke. Heute verhindern die Männerseilschaften, dass Frauen überhaupt in Führungspositionen kommen können.

Die Quote ist da ein Gegenmittel?

Ammann: Ja, bis ein angemessener Frauenanteil erreicht ist.

Haben Sie schon einmal konkret eine Frau gepusht oder gefördert?

Ammann: Ich bewarb mich vor einem Jahr für ein Leitungsgremium im Kanton. Als ich sah, dass die Frauen darin völlig untervertreten sind, zog ich meine Kandidatur zurück und habe dies auch so begründet.

Die BDP erzielte in den Kantonsratswahlen einen Wähleranteil von 0,7 Prozent. Was nie und nimmer einen Regierungssitz legitimiert.

Ammann: Es wurden nur jene beiden Wahlkreise in die Berechnung einbezogen, in denen die BDP mit einer eigenen Liste antrat. Der richtige Wert liegt irgendwo bei drei Prozent. Unabhängig davon: Wenn die Parteistärke das alleinig ausschlaggebende Argument wäre, dann müssten sich Marc Mächler, Andreas Graf und ich per sofort zurückziehen und Esther Friedli gratulieren.

Sie hätten als Regierungsrat keine Parteiunterstützung im Parlament.

Ammann: Ich müsste sicher eine politische Heimat suchen.

Ist ein Parteiwechsel ein Thema?

Ammann: Nein. Ich bin loyal. Ich bin seit 32 Jahren mit derselben Frau verheiratet, seit über 30 Jahren bei derselben Schulgemeinde angestellt. Ich bin nicht der Typ, der schnell abspringt und sich aus der Verantwortung stiehlt. Das heisst aber nicht, dass ich, wenn das Schiff sinkt, nicht die Rettungsboote herunterlassen und mich auch hineinsetzen würde. Doch jetzt ist nicht der Moment dafür und ich bin Parteipräsident.

Bleiben Sie dies?

Ammann: Dazu kann ich noch keine Aussage machen. Die entscheidenden Sitzungen haben noch nicht stattgefunden.

Gibt es die BDP in vier Jahren im Kanton noch?

Ammann: Das Wahlergebnis war derart ernüchternd, dass nun schonungslos alle Optionen auf den Tisch müssen. Wir müssen nicht überstürzt reagieren, es stehen im Herbst noch die kommunalen Wahlen an.

Sind Sie der Wahlkämpfe nicht langsam überdrüssig?

Ammann: Im Eishockey ist der Playoff-Frühling die schönste Zeit. Für mich ist jetzt Regierungswahl-Playoff. Ein Kampf Person gegen Person, keiner kann sich hinter der Partei verstecken.

Haben Sie politische Vorbilder?

Ammann: Ich bewundere Menschen wie Gandhi, Martin Luther, Nelson Mandela.

Und etwas näher?

Ammann: Nicht ein Vorbild, aber eine Person, die ich als Mensch und Politiker sehr schätze, ist Hans-Ruedi Merz, obwohl ich politisch oft nicht gleicher Meinung war.


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http://www.tagblatt.ch/4562164«Das gäbe nur böses Blut»

Dem Autor ist die Kunst gelungen ein komplexes Thema interessant und lehrreich nahe zu bringen.

Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: «Das geht an die Substanz»

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Vor bald zwei Wochen reiste Sophie à Wengen von St. Gallen nach Samos. Dort kocht sie täglich 500 bis 1000 Portionen Suppe für Flüchtlinge. Ihre Tage sind lang, die Schicksale hart, ihren Einsatz bereut sie aber kein bisschen.

Sophie à Wengen ist in St. Gallen eher nachts anzutreffen: Als Mitverantwortliche der Grabenhalle-Programmgruppe gehört das zu ihrem Job. Seit dem 20. Dezember ist sie als freiwillige Aktivistin für die Organisation Open Eyes Balkanroute auf der griechischen Insel Samos stationiert (Ausgabe vom 17. Dezember).

Viel Arbeit, stürmisches Wetter

«Meine Tage sind sehr lang, und wir arbeiten den ganzen Tag draussen, das geht an die körperliche Substanz», sagt die 34-Jährige. Zudem sei es in den vergangenen Tagen stürmisch und kalt geworden. «Einerseits fällt viel Arbeit an, zudem prasseln viele Eindrücke auf mich ein.» So werde sie täglich mit Geschichten und Erlebnissen der Flüchtlinge konfrontiert, und die seien nicht immer leicht zu verkraften. Ausserdem sei mit dem schlechten Wetter auch die Anzahl der neu ankommenden Flüchtlinge aus der Türkei «explodiert». «Ist das Wetter schlecht, verlangen die Schlepper nur die Hälfte für die Fahrt», erzählt à Wengen, die schätzt, dass im Moment täglich 400 bis 500 neue Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt überleben und im Camp ankommen.

Tagebuchschreiben hilft

Die meisten der Flüchtlinge reisen – sobald sie registriert sind und die nötigen Papiere besitzen – mit der Fähre nach Athen weiter. Wenn es mit der Weiterfahrt nicht klappt, bleiben sie auch schon mal sieben bis zehn Tage im Camp. «Das ist aber eher die Ausnahme», sagt à Wengen, die versucht, sich bei ihrem Einsatz vor allem auf eines zu konzentrieren: das Kochen. «Es ist so brutal, ich höre und sehe so viel, all diese Einzelschicksale, mir wird es oft zu viel.» Doch jeder der Aktivisten – momentan sind es zwölf – würden damit anders umgehen. «Ich schreibe viel in mein Tagebuch.» Etwa das tragische Ereignis von dem zwölfjährigen Mädchen, das hier am Hafen überfahren wurde. Oder das Schicksal des jungen Mannes, dem in seiner Heimat eine Bombe die Beine und einen Arm weggesprengt hatte. «Er war voller Mut auf der Flucht, dennoch wurde er an der Weiterreise gehindert.» Ausserdem würden immer wieder Flüchtlinge verhaftet oder verschwinden. Andere errichten Strassensperren, weil sie keine Papiere erhalten. «Es geschehen viele Dinge parallel, und uns fehlen oft Informationen.» Zudem seien ihre Tage mit Einkaufen, Rüsten und Kochen ausgefüllt.

Sophie à Wengen sieht immer wieder Dinge, die ihr zu schaffen machen. «Es werden ständig Sachen an Land gespült, man kann sich zusammenreimen, was auf dem Meer passiert ist.» Auch der Schiffsfriedhof, der ganz in der Nähe sei, jage ihr jeweils einen Schauer über den Rücken. «Es geht immer weiter, es kommen ständig mehr Flüchtlinge, und weil bei schlechtem Wetter die Überfahrt billiger ist, wird die Lage immer prekärer.»

Ende Woche rechnet man in Samos mit Regen. Wie die Aktivisten diesen bewältigen wollen, ist noch unklar. «Bei uns ist die Essensausgabe draussen, und die Flüchtlinge sind oft krank oder barfuss.» Und auch wenn die Aktivisten bescheiden leben – sie schlafen allesamt in der Küche -, fallen Ausgaben in der Höhe von rund 20 000 Franken pro Monat an, weshalb sie dringend auf Spenden angewiesen seien.

Wohltuende Feste mit Tanz

Trotz all dem Leid – in Sophie à Wengens Alltag auf Samos gibt es auch Lichtblicke: «Wir haben eine Musikbox aufgestellt, und oft wird getanzt und gefeiert.» Diese Feste seien wohltuend für alle, insbesondere für die vielen Kinder. «Es ist schön, die Menschen feiernd zu sehen, grundsätzlich ist die Stimmung im Camp aber ruhig und eher gedrückt. Aber manchmal ereignen sich auch lustige Geschichten», erzählt à Wengen. Etwa die des syrischen Nationalschwimmers, der die gefährliche Route von der Türkei nach Samos schwimmend bewältigte. «Als man ihn aus dem Wasser fischen wollte, hat er sich geweigert und ist weiter geschwommen.»


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http://www.tagblatt.ch/4475615«Das geht an die Substanz»

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

Frische St.Gallener – Neuigkeit: «Das ist mein Espenmoos»

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für St.Gallen interessieren.

ST.GALLEN. Ionel Gane verabschiedete sich vor zwölf Jahren mit Tränen in den Augen – und kehrt nun erstmals wieder nach St.Gallen zurück. Es ist ein emotionaler Moment für die FCSG-Kultfigur.

Auf dem Rasen liegt Laub. Die alten Holztribünen sind längst abgebrochen. Die Stühle der Haupttribüne sind staubig, bei einigen ist die Rückenlehne abgebrochen, andere fehlen ganz. Das Wetter ist garstig. Doch Ionel Gane strahlt, als er ins Espenmoos kommt. Für ihn hat das Stadion nichts von seiner Aura verloren. Hier hat der ehemalige Stürmer des FC St.Gallen seine grössten Erfolge gefeiert, den Meistertitel im Jahr 2000, die fünf Treffer in einem Spiel gegen Yverdon, was bis heute ein Rekord ist. Hier hat er sich mit seinen Toren unsterblich gemacht. Das Schild «Platz gesperrt» – für ihn gilt es nicht. Er spaziert über den Rasen, berührt ihn. Als wolle er Erinnerungen auflesen an «die beste Zeit in meinem Leben».

Als wäre es gestern gewesen

Die Freude über die Rückkehr in «sein Espenmoos» sprudelt aus dem 44-Jährigen heraus. Er winkt zur leeren Tribüne, ballt die Faust, wie er das früher immer gemacht hat, wenn nach dem Abpfiff ein Sieg des FC St.Gallen feststand. Er erzählt von seinem letzten Tor im FCSG-Trikot, im letzten Heimspiel der Saison 2002/03, als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, zum 1:0-Sieg traf und der Mannschaft den Klassenerhalt sicherte. Als wäre es gestern passiert: «Die Flanke kommt von rechts, ich muss nur den Fuss hinhalten.» Beim nächsten Spiel, dem bedeutungslosen Saisonabschluss in Luzern, stand er nicht mehr im Kader. Er war von Trainer Heinz Peischl mit einer Reihe anderer Spieler aussortiert und in die «Gruppe Wald» verbannt worden. «Dabei wünschte ich mir, meine Karriere in St.Gallen beenden zu können.»

Gänsehaut und Kribbeln

Es ist eine emotionale Rückkehr für den rumänischen Publikumsliebling. «Ich hatte Gänsehaut und ein Kribbeln im Bauch, als ich auf der Autobahn St.Gallen erreichte», erzählt Gane. Vor zwölf Jahren, im August 2003, war er das letzte Mal in der Gallusstadt – damals als Spieler der Grasshoppers. Zwei Minuten vor Spielende wurde er eingewechselt, die Fans feierten ihn nach dem Abpfiff minutenlang. Mit Tränen in den Augen verliess er schliesslich den Platz.

Trotz seiner 16 Tore verzichteten die Grasshoppers im Sommer 2004 auf eine Weiterverpflichtung. Ein Angebot von YB lehnte Gane ab. Im Oktober 2000, wenige Monate nach dem Gewinn des Meistertitels, war sein vier Jahre älterer Bruder gestorben. Die Wunde in der Familie war auch vier Jahre später nicht verheilt. «Mein Kopf wollte in der Schweiz bleiben, aber mein Herz sagte mir, dass ich nach Rumänien zurückkehren muss, zurück zu den Eltern.»

Anfang dieses Jahres starb sein Vater. Seit September 2014 ist Gane ohne Job, er wurde als Trainer seines Heimatvereins CSU Craiova entlassen. «Es war ein schwieriges Jahr für mich», sagt er. Er habe Abstand gebraucht vom Fussball. Jetzt spürt er wieder den Drang, täglich auf dem Platz zu stehen. Sein Besuch in der Schweiz hat denn auch nicht nur persönliche, sondern auch berufliche Gründe. Er trifft Freunde aus vergangenen Tagen, will wissen, was seine ehemaligen Teamkollegen machen, lässt sich deren Telefonnummern geben. Er will aber auch Kontakte knüpfen, sich bei Clubs ins Gespräch bringen. «Mein Ziel ist es, in der Schweiz einen Verein zu übernehmen.» Und sein Traum sei es, eines Tages beim FC St.Gallen an der Seitenlinie zu stehen.

Zu Gast am Heimspiel

Morgen wird Ionel Gane in der AFG Arena sitzen, wenn St.Gallen auf Basel trifft. Die neue Heimstätte kennt er nur von Bildern. Er hat bewusst dieses Wochenende gewählt, um in die Schweiz zu kommen. «Die Spiele gegen Basel waren schon damals etwas Besonderes.»


Klick HIER: zur gesamten Reportage «Das ist mein Espenmoos»

http://www.tagblatt.ch/4434489«Das ist mein Espenmoos»

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema St.Gallen voll und ganz gerecht zu werden.

St.Gallen-News: «Das heutige System ist unhaltbar»

Ein absolut lesenswerter Artikel zum Thema “St.Gallen”

ST.GALLEN. Weitere Kritik am Geschäftsführer und an der Asylkoordination der St. Galler Gemeinden: Die Präsidentin der Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht Ostschweiz nennt die privaten Strukturen als Grundproblem und verlangt vom Kanton mehr Aufsicht.

Die kritischen Aussagen von Roger Hochreutener, Asylkoordinator des Verbandes der St. Galler Gemeindepräsidenten VSGP, zur Betreuung von minderjährigen Asylsuchenden haben ihrerseits Kritik hervorgerufen. Nach der Replik des Solidaritätsnetzes (Ausgabe vom Donnerstag) doppelt Hannelore Fuchs, Präsidentin der Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, nach. In einem gestern auf der Onlineausgabe des Magazins «Saiten» publizierten Interview zweifelt sie Hochreuteners Arbeit an: «Sie ist nur allzu oft auf den äusseren Schein und nicht auf das Wohl der Betroffenen ausgerichtet. Dass er jetzt über den Kanton schimpft und sich als Spezialist empfiehlt: Ich kann es kaum fassen.» Die Beobachtungsstelle habe – wie auch das Solinetz – die Arbeit des Asylkoordinators «immer wieder kritisch beurteilt», etwa im Fall des Durchgangsheims Seeben und des fragwürdigen Schulunterrichts in mehreren Zentren, sagt Hannelore Fuchs. Vorwürfe, die Hochreutener zu einer Ehrverletzungsklage bewogen haben.

«Aufgaben privatisiert»

Als «Grundproblem» nennt die Präsidentin der Beobachtungsstelle die privaten Strukturen. Der gesetzlich zuständige Kanton hat die Betreuungsaufgaben zuerst an Hilfswerke und seit 2010 an die Gemeinden übertragen. Letztere delegierten die Aufgabe an die als privater Verein organisierte VSGP, wofür es laut Fuchs keine Rechtsgrundlage gebe. Fifa-ähnliche Strukturen, wie es in «Saiten» heisst, dabei gehe es um jährlich 31 Millionen Franken Bundesgelder für den Kanton. «Das heutige System ist unhaltbar», sagt die Juristin und verweist auf den HSG-Staatsrechtler Benjamin Schindler und alt Bundesrichter Giusep Nay, die ebenfalls ihrer Meinung seien. Bei der VSGP und ihren Organisationen für das Asylwesen spiele «Herr Hochreutener, Privatmann und Treuhänder, im Mandatsverhältnis» stets die zentrale Rolle. Sie sei «gegen Privatisierungen in staatsrechtlich sensiblen Bereichen», hält Fuchs fest. So würden «die Aufgaben delegiert und sub-delegiert und immer stärker privatisiert». Und dies auch an Firmen wie die ABS, die nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung und ohne den Status staatsrechtlicher Verantwortlichkeit arbeiteten.

Kanton gefordert

«Wenn schon privat», folgert Fuchs, «dann müsste der Kanton zumindest seine Aufsichtspflicht wahrnehmen.» Anders als die Sozialhilfe sei das Asylwesen eine delegierte Aufgabe und die Aufsicht kein Eingriff in die Gemeindeautonomie. Schliesslich fordert die Juristin, dass die Tätigkeit «transparent sowie juristisch und menschlich korrekt ausgeführt» werde. Die Beispiele für Intransparenz werden nicht das erste Mal genannt: 9 Millionen Franken Reserven, die angeblich geschaffen wurden, oder das «unter Verschluss» gehaltene Handbuch der VSGP, das die Gemeinden über die Anwendung des Asylrechts instruiert. (mel)


Hier: zur interessanten Quelle des Textes «Das heutige System ist unhaltbar»

http://www.tagblatt.ch/4426150«Das heutige System ist unhaltbar»

Der Verfasser des Artikels hat geschafft uns zum nachdenken anzuregen. Danke!