St.Gallen-News: Startkapital für St. Galler Ärzteausbildung

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Der Kanton St. Gallen erhält Geld vom Bund für den Aufbau eines Masterstudiengangs in Medizin.

St.Galler Medizinstudenten, die nächsten Herbst in Zürich mit der Ausbildung beginnen, sollen sie 2020 auf Masterstufe in der Ostschweiz fortsetzen können. So will es die St.Galler Regierung. Sie hat sich vor zehn Tagen klar für ein Kooperationsmodell mit Zürich ausgesprochen (Ausgaben vom 8. und 9. November). Das definitive «Go» und die Unterschrift der Zürcher Regierung stehen noch aus. Doch die St.Galler Regierung ist zuversichtlich; im Grundsatz habe es bislang «ein Okay aus Zürich» gegeben.

Auf einer anderen Ebene hat das Kaffeesatzlesen gestern ein Ende genommen: St.Gallen erhält Geld aus Bern für den Aufbau der hiesigen Masterstudienplätze. 7,7 Millionen Franken werden von Bern in die Ostschweiz fliessen – gleich viel wie in die Zentralschweiz. Luzern wie St.Gallen planen je 40 Studien­plätze in Medizin. Der Bundesrat hatte Anfang Jahr eine Anschubfinanzierung von ­ 100 Millionen Franken über die nächsten vier Jahre beschlossen – mit den Ziel, die gegenwärtig knapp 1000 Studienplätze für Mediziner auf dannzumal 1350 schweizweit zu erhöhen.

Der St.Galler Bildungschef Stefan Kölliker – er hat die Federführung für den Medical Master – stellt allerdings klar: Effektiv werden 4,6 Millionen Franken für das neue Studienangebot in der St.Galler Staatskasse verbleiben. Denn: Wer Bachelorstudenten von anderen Universitäten übernimmt, muss ihnen diese zurückvergüten. Für den Kanton St.Gallen heisst dies konkret: Er muss zwei Fünftel des Bundesgeldes der Universität Zürich – seinem Ausbildungspartner – zukommen lassen.

10 bis 12 Millionen Kosten im Vollausbau

Die 4,6 Millionen seien ein «wichtiger Beitrag» für den Aufbau des neuen Masterstudiengangs, sagt Kölliker. Er betont aber gleich: Die Regierung wolle die ­Kosten in der Vorbereitungsphase möglichst tief halten – nicht zuletzt mit Blick auf die Volksabstimmung; das letzte Wort zum St.Galler Medical Master hat nämlich das Volk. Dieses wird 2018 an die Urne gerufen, und dannzumal sollen nicht bereits Millionen für das neue Studien­angebot ausgegeben worden sein.

Kölliker geht davon aus, dass der ­Medical Master im Vollausbau mit 120 Studierenden gesamthaft 10 bis 12 Millionen Franken pro Jahr kosten wird. Die Mehrkosten für den Kanton dürften ­einiges tiefer liegen; sie dürften 6 bis ­ 8 Millionen jährlich betragen. Zum einen kann der Kanton mit Bundesbeiträgen rechnen, zum andern zahlt er heute für St.Galler Masterstudierende an auswärtigen Universitäten; diese Kosten fallen dann weg.

Weitere Massnahmen gegen Ärztemangel notwendig

Hintergrund der «Ausbildungsoffensive für Mediziner» ist der Ärztemangel. Die Ostschweiz ist davon besonders stark ­betroffen. So kommt es, dass 43 Prozent der hier tätigen Ärzte ein ausländisches Diplom haben – damit belegt die Ostschweiz im Vergleich mit den anderen Kantonen einen Spitzenrang. Die Rekrutierung von Ärzten aus dem Ausland ist heute schwieriger geworden, denn die Nachbarländer haben die Arbeitsbedingungen und Einkommen für Ärzte verbessert.

Die St.Galler Regierung hat früh auf diese Entwicklungen reagiert – als von einer Anschubfinanzierung des Bundes noch keine Rede war. So hat sie unter anderem eine Projektstudie zum Aufbau des Medical Masters in Auftrag gegeben. Projektleiter war Peter Suter, Präsident des Swiss Medical Board und ehe­maliger Chefarzt am Universitätsspital Genf. Er wies vor zehn Tagen an einer Medienorientierung in St.Gallen unmissverständlich darauf hin: Um den Ärzte­mangel zu bekämpfen, genüge es nicht, einfach mehr Studienplätze zu schaffen. Es seien weitere Massnahmen not­wendig, etwa um die Zahl der Berufs­aussteiger zu verringern und den Wiedereinstieg zu erleichtern. Dazu gehörten Möglichkeiten von Teilzeitarbeit und Angebote zur Kinderbetreuung. Es müsste aber auch auf strukturelle Entwicklungen reagiert werden: Der Trend gehe klar in Richtung Gruppenpraxen – «Einzelpraxen sind ein Auslaufmodell», so Suter.


Klick HIER: zur ausserordentlich tollen Quelle des Textes Startkapital für St. Galler Ärzteausbildung

http://www.tagblatt.ch/4829203Startkapital für St. Galler Ärzteausbildung

Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s