News aus St.Gallen: Kein Geld für Richter aus Bhutan

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Für ein Projekt in Bhutan hatte das Bundesverwaltungsgericht Gelder aus dem St. Galler Lotteriefonds erhalten. Noch vor dem Entscheid des Kantonsrates wurde das Gesuch wieder zurückgezogen.

Nur noch die Zustimmung des Parlaments fehlte und 40 000 Franken aus dem Lotteriefonds des Kantons St. Gallen wären dem Himalayastaat Bhutan zugutegekommen. Beim Projekt «Human Resource Capacity Development in the Judiciary of Bhutan» wollte das Bundesverwaltungsgericht damit die Entwicklung einer demokratischen und unabhängigen Justiz im asiatischen Land fördern. Das Projekt gibt es schon vier Jahre, bereits hat eine Delegation des höchsten bhutanischen Gerichts die Ostschweiz besucht, während eine St. Galler Delegation in Asien Workshops leitete. Auch die Universität St. Gallen ist beteiligt: Sie führt Masterkurse in internationalem Recht für bhutanische Studentinnen und Studenten durch.

Bisher finanzierte die eidgenössische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza dieses Projekt. Weil diese Unterstützung aber wie vorgesehen im vergangenen Juni ausgelaufen ist, sollte der Lotteriefonds einspringen. «Wir fanden es eine interessante Idee. Und das Projekt hätte eine langfristige Wirkung gehabt», sagt Ursula Badrutt. Dass beim Lotteriefonds Gelder für Entwicklungsprojekte beantragt werden, ist zwar vorgesehen, passiert aber nicht oft. Laut Badrutt, Leiterin der kantonalen Kulturförderung, fallen viele Anfragen weg, weil der Bezug zu St. Gallen fehlt, der in den Richtlinien vorgesehen ist: «Wir können Projekte in Entwicklungszusammenarbeit nur dann unterstützen, wenn es einen klaren Bezug zu unserem Kanton gibt.» Beim Gericht mit Sitz in St. Gallen war dieser gegeben.

Nun wird doch nichts daraus: Die Broschüre des Lotteriefonds war bereits gedruckt, als das St. Galler Amt für Kultur Ende letzter Woche einen Brief des Bundesverwaltungsgerichts erhielt. «Wir haben das Gesuch an den Lotteriefonds wieder zurück gezogen», bestätigt Mediensprecher Rocco Maglio. Das Gericht habe seine Prioritäten neu definiert: «Und das ist zuerst einmal die Rechtsprechung.»

Aufwand am Ende doch zu gross

Obwohl es sich beim Austausch mit Bhutan um ein gutes und wichtiges Projekt gehandelt habe, sei der Aufwand nach dem Ende der Deza-Beteiligung doch zu gross. Mit dem Rückzug des Gerichts ist auch die Beteiligung der Universität vorbei. «Obwohl man die bhutanischen Studierenden als grosse Bereicherung empfunden hat, fehlt damit die Grundlage für das Ausbildungsprogramm», sagt Marius Hasenböhler-Backes, Leiter Kommunikation. Insgesamt besuchten seit 2014 acht Juristinnen und Juristen aus Bhutan das Master-Programm in Internationalem Recht – die letzten zwei schliessen im Frühjahr 2017 ihre Ausbildung ab.

Das Königreich der Glücklichen

Bhutan, das «Land des Donnerdrachens», bleibt für viele Westeuropäer ein Geheimnis, denn die Regierung beschränkt die Zahl der Touristinnen und Touristen. Auf eigene Faust kommt niemand hinein, die organisierten Touren kosten zwischen 200 und 290 Dollar pro Tag. Das Land wurde weltweit berühmt, weil der König ein «Bruttonationalglück» in der Verfassung festlegte: Die wirtschaftliche und politische Entwicklung soll damit dem Streben nach Glück unterstellt werden. Obwohl es seit 1953 über ein Parlament verfügt, fanden die ersten freien Wahlen erst 2008 statt. Bis dahin blieben Parteien verboten. Der entwicklungspolitische Einsatz der Deza konzentrierte sich in den letzten Jahren denn auch auf die Demokratisierung des Landes.

Laut Ursula Badrutt bleiben die 40 000 Franken im Lotteriefonds und werden nächstes Jahr für andere Projekte zur Verfügung stehen.


Hier: ZUR AUSSERORDENTLICH TOLLEN EHERINGENEWS Kein Geld für Richter aus Bhutan

http://www.tagblatt.ch/4827123Kein Geld für Richter aus Bhutan

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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