Nachricht aus St.Gallen: Suche im vier Grad kalten Wasser

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

Schiff gehoben, ertrunkenen Bootsführer gefunden und geborgen: So lautete das Fazit der 14 Polizeitaucher, die am Donnerstag vor der Rorschacher Bucht im Einsatz standen. Die Sicht der Taucher war auf zwei bis fünf Meter beschränkt.

Die Sicht im vier Grad kalten Wasser ist durch Schwebteile stark eingeschränkt. Im besten Fall sehen die Taucher der Kantonspolizei St. Gallen fünf Meter weit, zumeist aber nur zwei Meter. Erschwerend kommt hinzu, dass das gesunkene Boot und der Kapitän in einer Tiefe von 25 Metern auf ebenem Untergrund vermutet werden. «Meinen Leuten fehlen so geographische Orientierungspunkte. Aus diesem Grund wird mit dünnen Seilen ein Plankataster abgesteckt, der Bahn für Bahn abgesucht wird», erklärt Cheftaucher Christian Baumann. Bevor die Taucher in ihren wärmenden Trockentauchanzügen ins Wasser steigen, kommt ein Tauchroboter zum Einsatz, der die Lage sondiert. Gesteuert wird der kleine gelbe Helfer mit einem Play-Station-Stick und einer Virtual-Reality-Brille an Bord der «Gallus 3», des neuen Patrouillenboots des Schifffahrtsamtes St. Gallen. «Bei Tageslicht ist auf dem Monitor wenig zu erkennen, deshalb die Brille», sagt Andreas Hartmann, der mit sichtlichen Vergnügen den Roboter steuert. Im «echten» Leben ist er Chef des Polizeipostens in Buchs. Ebenso wie seine 13 Polizeitaucher-Kollegen hat er eine 64tägige Ausbildung absolviert, um derartige Spezialeinsätze leisten zu können.
«14 Tage alte Wasserleichen sind schon etwas grusig»
Such- und Bergeeinsätze, wie sie gestern übungshalber absolviert wurden, haben meist einen traurigen Hintergrund. Wenn die Polizeitaucher zu solchen Einsätzen gerufen werden, dann besteht für vermisste Personen kaum mehr Hoffnung. Stellt sich die Frage, wie sehr die Psyche der Männer belastet wird, wenn sie tote Menschen bergen müssen. «Diese Situationen sind für uns psychisch kein Problem», so die doch überraschende Antwort von Cheftaucher Christian Baumann. «Uns ist die Tragik im Vorfeld des Einsatzes ja bekannt. Wir wissen, was auf uns zukommt.» Allerdings seien Leichen, die vierzehn Tage im See gelegen hätten, «schon etwas grusig». Wichtig sei, nach derartigen Einsätzen die Kameradschaft zu pflegen, gemeinsam ein Bier zu trinken und über das Erlebte ausführlich zu sprechen.

Auch bei der Übung gestern fand die Bergung unter Wahrung des Spurenschutzes statt, um eventuelle Spuren eines Gewaltverbrechens nicht zu verwischen. Das mit Betonelementen simulierte gesunkene Boot wurde mit Hilfe von Hebekissen gehoben. Beim Ertrunkenen handelte es sich um eine Puppe. An der Übung beteiligte sich neben den 14 Polizeitauchern mit Hansruedi Heeb auch ein Schiffsführer des Schifffahrtsamtes St. Gallen.


Click: zur interessanten TEXTQUELLE Suche im vier Grad kalten Wasser

http://www.tagblatt.ch/4827006Suche im vier Grad kalten Wasser

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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