Frisch aus St.Gallen – Topnews: Halbtags regieren, halbtags ruhen

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Er müsse nicht «auf Teufel komm raus den Starken spielen», sagt Bruno Damann. Der St.Galler Regierungsrat hat nach seinem Herzinfarkt die Arbeit mit reduziertem Pensum wieder aufgenommen.

KANTON ST.GALLEN. Es ist 12.20 Uhr. Bruno Damann nimmt das Telefon ab. «Ja, ich bin am Arbeiten. Es geht mir gut.» Dass Regieren kein 9-to-5-Job ist, überrascht nicht weiter. Aktuell aber doch. Der St.Galler Volkswirtschaftschef hat vor zwei Wochen einen Herzinfarkt erlitten. Der Eingriff sei «reibungslos» verlaufen, liess die Staatskanzlei damals die Öffentlichkeit wissen. Dem Regierungsrat sei ein Herzkatheter eingeführt worden. Gestern dann das zweite Gesundheitsbulletin aus der Pfalz: «Regierungsrat Damann ist wieder einsatzfähig. Er nimmt mit reduziertem Pensum die Arbeit wieder auf.» Wie glaubwürdig ist diese Nachricht, wenn der Volkswirtschaftschef bereits wieder ohne Mittagspause am Arbeiten ist? Und was bekäme ein Patient von Damann zu hören, der das von ihm verordnete Schonprogramm derart «grosszügig» auslegen würde? Damann gehört seit Frühsommer der St.Galler Regierung an; zuvor war der Gossauer CVP-Mann als selbständiger Arzt tätig gewesen.

Damann relativiert: Er habe am Vormittag an zwei Sitzungen teilgenommen. Um 13 Uhr sei Schluss. Er nehme «nur die allerwichtigsten Termine wahr – Grundsteinlegungen und Einweihungen gehören nicht dazu». So kam es dann, dass am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für die neue Landwirtschaftsschule in Salez Bauchef Marc Mächler, Bildungschef Stefan Kölliker und Damanns Stellvertreterin, Gesundheitschefin Heidi Hanselmann, zugegen waren.

Den Ärzten haftet der Ruf an, sie seien weit besser im Erteilen kluger Ratschläge für ihre Patienten, denn im Achten auf die eigene Gesundheit. Damann widerspricht: Er höre auf die Ratschläge seiner behandelnden Ärzte – das habe er auch seiner Familie versprochen. Und er gibt zu bedenken: Zu Hause sitzen und nachdenken müsse nicht per se gesünder sein; es könne auch krankmachen. Und: Als Sportler spüre er seinen Körper gut. «Ich weiss, wann eine Grenze erreicht ist.» Sport ist eine grosse Leidenschaft des 59-Jährigen – ob als Funktionär (bis zur Wahl in die Regierung war er Clubarzt des FC St.Gallen) oder als Aktiver. Er achte auch als Regierungsrat darauf, dass er nicht roste und dank regelmässigem Training – «auf Rollen im Keller» – fit bleibe. Aktuell merke er aber auch, dass er mehr Ruhe brauche. «Ich muss nicht auf Teufel komm raus den Starken spielen.» Nach einer Pause: Er sei alt genug, um zu wissen, was gut tue und was nicht mehr. «Man wird weiser.» Sässe er gegenüber, wäre vermutlich ein Schmunzeln zu sehen.

Weitere Untersuchungen geplant

Damann tönt munter. Wer sich mit ihm unterhält, ist versucht zu glauben, er habe seine gesundheitlichen Probleme überwunden. Dem ist nicht ganz so. Ende Monat müsse sich der Regierungsrat erneut ins Kantonsspital begeben, lässt die Staatskanzlei wissen. Damann werde während dreier Tage nochmals genaustens untersucht, dann würden auch allfällige weitere Massnahmen festgelegt; eine Operation am Herzen sei nicht ganz ausgeschlossen.

Dies weckt Bilder: Pulsierende Herzmuskeln, grün verpackte Chirurgen, die Bypässe einsetzen und Herzklappen ersetzen. Auf einen so drastischen Eingriff wird sich Damann kaum gefasst machen müssen. Höchstwahrscheinlich könnten seine gesundheitlichen Probleme mit Dilatieren (Aufweitung eines Gefässes) behoben werden, erklärt er. Und dann bricht der Arzt durch, Damann kommt ins Erzählen: Dass dies nicht bereits beim ersten Spitalaufenthalt veranlasst worden sei, sei nicht ungewöhnlich. Die Dilatation würde heute häufig nicht mehr im Akutstadium gemacht, sondern später als geplanter Eingriff vorgenommen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Damann ist Volkswirtschaftschef und bietet keine medizinischen Sprechstunden an.


Hier: ZUR GANZEN QUELLE DES TEXTES Halbtags regieren, halbtags ruhen

http://www.tagblatt.ch/4820604Halbtags regieren, halbtags ruhen

Hoffentlich kommmt bald wieder ein Bericht zu diesem Thema

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