Nachricht aus St.Gallen: «Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

Fundierter Artikel, Lesen und Geniessen!

FDP-Kandidat Martin Stöckling ist neuer Stadtpräsident der «Rosenstadt». Wie bei seiner Wahl in den Stadtrat von Ende September erzielt er ein Glanzresultat. Das sieht er als Verpflichtung – und betont seine Unabhängigkeit.

Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses konnte man bei Ihnen leicht glasige Augen wahrnehmen. Wie emotional war dieser Moment für Sie?

Martin Stöckling: Sehr emotional. Es war ein intensiver Wahlkampf. Ich konnte angesichts des breiten Kandidatenfeldes nicht mit einem so guten Resultat rechnen, auch wenn ich immer daran glaubte, dass meine Wahlchancen intakt sind. Ich bin überwältigt und den Wählerinnen und Wählern dankbar für den Vorschuss an Vertrauen. Das gibt mir die Kraft, dieses Amt in Angriff zu nehmen.

Sie machten fast 5000 Stimmen und damit nur 700 Stimmen weniger als bei ihrer Wahl in den Stadtrat Ende September. Worauf führen Sie das gute Ergebnis zurück?

Ich denke, es ist der FDP gelungen, einen überzeugenden Wahlkampf zu führen und die Bevölkerung von meinen Qualitäten als Stadtpräsident zu überzeugen.

Stolz sind Sie aber schon auch?

Ich glaube, dass in der Bevölkerung ein starker Wunsch nach einem klaren Ergebnis vorhanden war. Ich denke, dass ich auch von Wählerinnen und Wählern die Stimme erhalten habe, die politisch nicht unbedingt auf meiner Linie liegen – weil sie einen klaren Entscheid wollten. Das ist die Situation, die ich mir persönlich erhofft hatte. Ein Zufallsmehr hätte nicht dabei geholfen, die Unruhe in der Stadt zu überwinden.

Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Sie nun erwartet. Wo wollen Sie ansetzen?

Die Beruhigung muss auf drei Seiten einkehren: im Stadthaus bei den Mitarbeitenden, bei denen Verunsicherung herrscht; bei der Bevölkerung, die wieder Vertrauen in die Exekutive und die Politik fassen muss; und im Stadtrat beziehungsweise zwischen den Parteien.

Wie wollen Sie das schaffen?

Ich war vier Jahre lang Parteipräsident der FDP Rapperswil-Jona und musste als solcher mit den anderen Ortsparteien zusammenarbeiten. Ich verfüge über die nötigen Kontakte zu den Parteien. Ich biete diesen nun bewusst Hand zum Gespräch, damit wir wieder zum Wohl der Stadt zusammenarbeiten und den personenbezogenen Wahlkampf hinter uns lassen können. Das wird sich automatisch ergeben, da mache ich mir keine grossen Sorgen.

Sie sind selbständiger Anwalt. Schaffen Sie es, bis zum Amtsantritt am 1. Januar ihre Arbeit zu beenden?

Ich werde sofort damit beginnen, meine Mandate abzuschliessen oder an Kollegen zu übergeben, damit ich ab Anfang Januar frei bin und mich aufs neue Amt konzentrieren kann. Ich will vermeiden, dass ich noch unerledigte Dossiers in die neue Amtszeit hineintragen muss. Da ich Partner in einer Kanzlei mit neun Anwälten bin, ist es realistisch, dass ich innerhalb der nächsten zwei Monate einen sauberen Übergang machen kann.

Welche Projekte wollen Sie zuerst anpacken?

Das Tunnelprojekt, das neue Alters- und Pflegezentrum Schachen sowie die Kommunikation zu den verschiedenen Grossprojekten in der Stadt, damit diese nicht permanent durch IGs blockiert werden.

Im Wahlkampf mussten Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie in Abhängigkeit von Verleger Bruno Hug stehen. Wie wollen Sie den Tatbeweis antreten, dass dem nicht so ist?

Der beste Tatbeweis ist es, unabhängig diese Stadt zu führen. Ich denke, die Bürger würden es merken, wenn es eine Abhängigkeit tatsächlich gäbe. Die Stimmbürger lassen sich nicht hinters Licht führen. Sie haben im ersten und nun auch im zweiten Wahlgang gezeigt, dass sie eigenständig entscheiden.

Der Wahlzirkus in Rapperswil-Jona hat zuletzt ein schweizweites Medieninteresse auf sich gezogen.

Der mediale Wirbel hat aber auch nochmals sehr viele Wähler mobilisiert. Die hohe Wahlbeteiligung ist positiv. Ich machte mir Sorgen, dass das Wahlspektakel der Parteien dazu führen könnte, dass die Wähler nicht mehr an die Urne gehen. Das Gegenteil ist passiert. Die Beteiligung ist noch höher als im ersten Wahlgang. Und die Ergebnisse sind sowohl beim Präsidium wie beim Stadtrat klar ausgefallen. Ich bin überzeugt, dass diese Eindeutigkeit dem Stadtrat helfen wird, wieder Ruhe einkehren zu lassen. Denn es gibt nichts zu hinterfragen und man muss nicht mehr diskutieren.

Sie selbst werden nun von zahlreichen Medienschaffenden belagert. Waren Sie darauf vorbereitet?

Ich habe mir einzelne Sätze überlegt für den Fall, dass ich gewählt werde und für den Fall, dass ich nicht gewählt werde. Diese sind aber Makulatur geworden. Ich habe mit einem wesentlich knapperen Ausgang gerechnet. Meine Antworten sind deshalb nun relativ spontan.


Hier: zur gut gelungenen Eheringe-News «Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

http://www.tagblatt.ch/4813776«Das hilft, Ruhe einkehren zu lassen»

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s