Betrifft St.Gallen: Unterrichten auf hohem Niveau

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Englisch und Mathematik lernen in drei Niveaus. Das können die Gaiserwalder und Wittenbacher Oberstufenschüler. Das System sei grundsätzlich gut. Trotzdem streicht Gaiserwald das mittlere Niveau.

Ein Sekschüler ist ein Sekschüler, ein Realschüler ein Realschüler. Das ist heute nicht mehr in jeder Oberstufe so. Seit vier Jahren erlaubt der Erziehungsrat des Kantons St. Gallen, Englisch und/oder Mathematik in Niveaugruppen zu unterrichten. Inzwischen nutzen knapp 40 Prozent der Oberstufen dieses Schulsystem. Dazu gehören auch das OZ Grünau in Wittenbach und das OZ Mühlizelg in Abtwil. Die Idee ist, dass beispielsweise ein Realschüler, der stark in Mathematik ist, diese Lektionen mit den Sekschülern seines Jahrgangs besuchen kann. Beim Kanton spricht man von einer «Erfolgsgeschichte», wie Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschule, sagt. Anfangs sei die Skepsis gross gewesen, aktuell bieten 25 der 65 Oberstufen im Kanton Niveauunterricht an. «Für eine Schulreform ist das eine schnelle Entwicklung», sagt Kummer.

Wittenbach gehörte zu den Vorreitern in der Region. Seit dem Schuljahr 2012/2013 wird sowohl Englisch als auch Mathematik in drei Niveaus unterrichtet. Im Niveau «g» für Schüler, die grundlegende Anforderungen erfüllen, im Niveau «m» für Schüler mit mittleren und im «e» mit erweiterten Anforderungen. Gaiserwald startete ein Jahr später. Vier beziehungsweise drei Jahre nach der Einführung zieht man beiderorts eine grundsätzlich positive Bilanz. Man sieht aber Verbesserungspotenzial.

Eltern und Schüler verteilen Spitzennoten

Gaiserwald hat kürzlich zusammen mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen PHSG eine breit angelegte Auswertung gemacht. Dazu wurden alle Lehrpersonen, Oberstufenschüler und Eltern schriftlich und teilweise auch mündlich befragt. Das Ergebnis: «Eltern und Schüler wollen den Niveauunterricht und sehen ihn als Chance», sagt Gaiserwalds Schulratspräsidentin Maya Gehring. Von Eltern und Schülern habe man Noten zwischen 5,5 und 6 erhalten für dieses System. Die Eltern hätten auch gern, dass Französisch in verschiedenen Niveaus unterrichtet würde. «Das würden wir auch gern», sagt Maya Gehring. «Aber der Kanton erlaubt nur Englisch und Mathematik.»

Nebst dem positiven Grundtenor kam aber auch heraus, dass das mittlere Niveau «m» intern eine Herausforderung ist. Einerseits sei dieses Niveau schwierig mit Inhalt zu füllen, auch von den Lehrmitteln her, sagt Maya Gehring. Andererseits verleite es einzelne Schüler dazu, sich nicht mehr richtig anzustrengen. «Es gibt Schüler, die denken: Easy, ich kann ja das Niveau <m> belegen und bin immer noch ein Sekschüler.» Zusammenfassend lasse sich sagen: «Das Niveau <m> hat Unsicherheiten erzeugt bezüglich Aufnahmeprüfungen an weiterführende Schulen.»

Ab Schuljahr 2017/2018 wird im OZ Mühlizelg deshalb das Niveau «m» abgeschafft und es wird nur noch in zwei Niveaus unterrichtet. «Die gewonnenen Ressourcen werden wir für die Differenzierung im Unterricht verwenden», sagt Maya Gehring. Man habe auch mit Degersheim Kontakt gehabt, das bereits mit zwei Niveaus unterrichte – «mit positiven Rückmeldungen».

Starre Strukturen wegen 8 von 320 Schülern

Über zusätzliche Differenzierung im Unterricht müsse man auch in Wittenbach reden, sagt Dominik Rechsteiner, seit Anfang Schuljahr Schulleiter im OZ Grünau. Eine offizielle Auswertung zum Niveauunterricht gibt es in Wittenbach bisher nicht. Grundsätzlich lässt sich laut Rechsteiner sagen: «Das System bringt viele Vorteile. Wir können aber nicht sagen, dass alles super ist.» In Englisch habe man gute Erfahrungen gemacht mit den drei Niveaus, was die Arbeit der Schüler betreffe. Der Haken sei das Organisatorische. Zum Teil sei es schwierig, so einzuteilen, dass die Gruppen nicht zu gross werden. Vor allem in der Mathematik setze man Fragezeichen, ob der grosse Aufwand gerechtfertigt sei, sagt Rechsteiner. Von den rund 320 Oberstufenschülern profitieren gerade einmal acht Schüler davon, dass sie Mathe in der anderen Stufe, sprich Real in Sek und umgekehrt, besuchen können. Die Folgen betreffen aber die ganze Schule: Dadurch müssen sämtliche Mathestunden in Sek und Real parallel stattfinden. Stundenplantechnisch gesehen ein enormer Aufwand, der die Lehrperson in der Flexibilität stark einschränkt.

Im nächsten Schuljahr will man im OZ Grünau das jetzige System sicher noch beibehalten. Danach müsse man genau hinschauen, ob es nicht auch eine Variante gebe, um einzelnen Schülern einen Wechsel zu ermöglichen, ohne vom Stundenplan her so eingeschränkt zu sein. Das mittlere Niveau abzuschaffen sei aber kein Thema. «Die Stufe vom einen ins andere Niveau wäre für mich zu gross», sagt Rechsteiner.


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Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

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