Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Die älteste Pfadi fusioniert

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Der Pfadfinderbund Pro Patria St. Gallen und die Pfadi St. Otmar stehen vor der Auflösung. Morgen Samstag wollen sie zusammen eine neue Abteilung gründen. Über den Namen wird noch diskutiert.

«Der Grund für die Fusion ist schnell erklärt: Pro Patria hat zu wenig Leiter, St. Otmar zu wenig Kinder. Gemeinsam können wir die Zukunft besser meistern», erklärt Michael Breu, Präsident des Abteilungskomitees Pfadi Pro Patria. Mit dem Zusammenschluss sei gewährleistet, dass wieder für alle Abteilungen – Biber-, Wolf-, Pfadi- und Piostufe – regelmässig Übungen stattfinden könnten. Die neue Abteilung werde aus rund 100 Aktiven bestehen.

Mit 104 Jahren eine der ältesten Pfadis der Schweiz

Die Fusion von Pfadfinder-Abteilungen ist heute aufgrund des rückläufigen Mitgliederbestandes keine Seltenheit mehr. Der aktuell anstehende Zusammenschluss ist deswegen von Bedeutung, weil der Pfadfinderbund Pro Patria St. Gallen eine der ältesten Pfadis der Schweiz und die älteste in der Ostschweiz ist. 1912 gegründet, hat sie im Laufe ihres 104jährigen Bestehens immer wieder turbulente Zeiten erlebt.

Zuerst wird aber in der Vereinsgeschichte von einem «fulminanten Start» berichtet. 1917 habe die Gruppe an der Goldbrunnenstrasse in St. Gallen eine eigene «Pfaderbude» beziehen können. «Auch ein Elternrat wird (…) installiert; ein Gremium, das vor allem in den ersten Jahren entscheidend für die Entwicklung der St. Galler Pfadi ist. Straff geführt von Oberst Philipp Heitz werden Lager in der abgeschiedenen Natur absolviert, eine Wolfsstufe wird gegründet und Theaterstücke werden an öffentlich durchgeführten Veranstaltungen inszeniert.»

In den 1920er-Jahren ist die Pfadi so gross, dass das gemietete Pfaderheim aus allen Nähten platzt. Für eine Lösung bietet nach langen Verhandlungen der Bürgerrat der Stadt St. Gallen Hand: 1928 kann Pro Patria für insgesamt 11 574 Franken am Dreilindenhang Boden kaufen und dort ein Heim bauen.

Immer wieder brodelt es aber auch in der Abteilung. Als Folge gibt es Abspaltungen und Konkurrenz-Abteilungen. Die Jugendunruhen in den 1980er-Jahren bekommen auch die St. Galler Pfadi zu spüren. Bei Pro Patria bricht der Mitgliederbestand um ein Drittel ein; 1984 muss sogar das Sommerlager abgesagt und das zwei Jahre zuvor gegründete Mädchenfähnli wieder aufgelöst werden. Das 100-Jahr-Jubiläum feierte der Pfadfinderbund mit einem grossen Fest auf Drei Weieren.

Aus umstrittener Abspaltung entstanden

Auch die Pfadi St. Otmar blickt auf einige Jahrzehnte Pfadfinderleben zurück. Sie ging aus der 1927 gegründeten Pfadi Gallus hervor, welche als Einzugsgebiet die ganze Stadt St. Gallen umfasste und stetig mit grossem Erfolg wuchs. 1943 begann der Trupp St. Otmar sich selbständig zu machen. «Unter grossem Bedenken wird die Zustimmung dazu erteilt. Das ganze Jahr 1944 über arbeitet die Abteilung alleine und wird nach hitziger Debatte am 18. Februar 1945 in den Kantonalverband aufgenommen», heisst es dazu in den Annalen.

Zusammenarbeit seit zwei Jahren

Gründen die beiden Pfadi morgen Samstag eine neue Abteilung, wissen sie bereits, auf was sie sich einlassen. «Schon seit zwei Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen uns», erklärt Michael Breu. Abwechslungsweise habe man sich jeweils auf Drei Weieren und im Otmar-Quartier zu gemeinsamen Übungen getroffen.

Noch ist nicht mit Sicherheit klar, welchen Namen die neue Abteilung tragen wird. Der Vorschlag lautet «Zentrum St. Gallen». «Ich bin sehr gespannt, ob es dazu an der ausserordentlichen Hauptversammlung vom Samstag Diskussionen geben wird», betont der Präsident des Abteilungskomitees Pfadi Pro Patria.

pfadi-propatria.ch www.st-otmar.net


Click: zum Eheringe-Bericht Die älteste Pfadi fusioniert

http://www.tagblatt.ch/4834380Die älteste Pfadi fusioniert

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

Frische St.Gallener – Neuigkeit: Gegen das Tabu ankämpfen

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

Heute starten die «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». Die Aktionstage sollen vor allem sensibilisieren, denn häusliche Gewalt ist noch immer ein gesellschaftliches Problem – auch in der Stadt.

Der Advent steht vor der Tür und damit auch die vermeintlich harmonischste Zeit des Jahres. Dass die Tage vor Weihnachten aber nicht immer so besinnlich verlaufen, wissen vor allem Opferschutzorganisationen. Die «16 Tage gegen Gewalt» an Frauen starten heute Freitag und werden in der ganzen Schweiz mit verschiedenen Aktionen gewürdigt. Organisiert werden sie vom Christlichen Friedensdienst (CFD). Die Aktionstage finden zwischen dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (heute) und dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember statt. In der Stadt St. Gallen haben es sich die Opferhilfe, das Frauenhaus und die kantonale Koordinationsstelle häusliche Gewalt zur Aufgabe gemacht, verschiedene Anlässe durchzuführen (siehe Zweittext).

Jeden zweiten Tag ein Polizeieinsatz

«Unser Ziel ist es vor allem, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen», sagt Miriam Reber von der Koordinationsstelle häusliche Gewalt. Viele Opfer hätten immer noch Hemmungen, sich Hilfe zu holen – das Thema werde noch immer tabuisiert. Dort will man ansetzen und Möglichkeiten aufzeigen. Kampagnen wie die «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» seien hierfür ein nützliches Gefäss. Eine Informationskampagne alleine reiche aber nicht aus, um eine Veränderung zu bewirken. «Dafür sind weitere Massnahmen und ein breites Angebot an Anlaufstellen nötig», sagt Reber. St. Gallen sei hier im Vergleich mit anderen Kantonen gut aufgestellt, insbesondere was die Koordination der einzelnen Stellen betrifft.

Potenzial sieht Reber aber noch bei der Täterarbeit. «Leider haben wir es hier nicht geschafft, ein Lernprogramm für Männer anzubieten.» Ein solches könne zwar vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Weil es im Kanton aber kein Kursangebot gibt, müssen die Täter – überwiegend Männer – nach Zürich in den Kurs.

84 Frauen suchten letztes Jahr Zuflucht

Im laufenden Jahr musste die Stadtpolizei bis Ende September 134mal wegen Gewalt im häuslichen Bereich ausrücken – also jeden zweiten Tag. Zehnmal wurde im Rahmen solcher Einsätze eine Wegweisung ausgesprochen – immer bei Männern. Je viermal wurde eine Festnahme oder ein Gewahrsam von maximal 24 Stunden verfügt. Vergleicht man die Zahlen des laufenden Jahres mit den Vorjahren, ist festzustellen, dass insbesondere die Wegweisungen zunehmen: 2014 waren es neun über das ganze Jahr, 2015 elf. Die Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt insgesamt dürften 2016 aber weniger sein als noch im Vorjahr. Dass häusliche Gewalt auch heute noch ein gesellschaftliches Problem ist, wird bei einem Blick auf die Kriminalstatistik klar. Erfasst werden dort nur Polizeieinsätze, die Dunkelziffer ist in solchen Fällen aber hoch. «Die Zahlen sprechen für sich», sagt Silvia Vetsch, Geschäftsleiterin des Frauenhauses St. Gallen. Um der häuslichen Gewalt einen Riegel vorzuschieben, sei es deshalb nötig, auch die Kompetenzen der Polizei auszuweiten. Es fehle zum Beispiel ein Annäherungs- und Kontaktverbot für Trennungs-Stalker. «Der Wegweisungsartikel, der 2003 eingeführt wurde, geht in die richtige Richtung», sagt Vetsch.

2015 waren es 84 Frauen und 73 Kinder, die im Frauenhaus Zuflucht suchten. Die meisten blieben zwischen einer und vier Wochen, etwas weniger hielten sich einen Monat oder mehr dort auf. Die Anzahl Frauen und Kinder im Frauenhaus blieb in den letzten Jahren in etwa konstant.


Klick HIER: zum lesenswerten Eheringe-Tipp Gegen das Tabu ankämpfen

http://www.tagblatt.ch/4834358Gegen das Tabu ankämpfen

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

Frisch aus St.Gallen – topaktuell: 30-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

Vor dem Kreisgericht St.Gallen hat am Donnerstag die Hauptverhandlung gegen einen 30-jährigen Mann begonnen, dem unter anderem mehrere brutale Raubüberfälle zur Last gelegt werden. Die meisten bestreitet er. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Das Gericht führt das Verfahren in zwei Teilen durch. Im ersten geht es um die Frage, ob der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Taten tatsächlich begangen hat. Steht fest, in welchen Fällen das Gericht zu Schuld− beziehungsweise Freisprüche kommt, geht es in einem zweiten Teil der Verhandlung um das Strafmass.

Mehrere ihm vorgeworfene Raubüberfälle streitet der Beschuldigte ab. Nichts zu tun haben will er etwa mit einem Überfall vom Juni 2013 auf ein Hotel in Uzwil. Zwei Männer passten nach Mitternacht einer Angestellten ab und zwangen sie, das Hotel wieder aufzuschliessen. Im August und November des gleichen Jahres erfolgten bewaffnete Raubüberfalle auf Tankstellenshops in Bronschhofen und Wil.

Ebenfalls im November traf es eine McDonalds-Filiale in Wil. Ein vermummter und bewaffneter Täter bedrohte die Angestellten. Den Schichtleiter zwang er unter Waffendrohung, den Tresor zu öffnen und schlug seinen Kopf gegen die Wand, als er der Aufforderung nicht sofort nachkam.

Einen Monat später suchte erneut ein schwarz gekleideter und vermummter Mann die McDonalds-Filiale in Abtwil heim. Ausgerechnet dort arbeitete mittlerweile der zuvor überfallene Schichtleiter von Wil. Der Täter schoss auf ihn und verletzte ihn am Unterarm.

Erotiksalon überfallen
Zugegeben hat der Beschuldigte einen Überfall auf einen Erotiksalon in Wil am 27. Dezember 2013. Mit einer Waffe bedrohte er die anwesenden Frauen. Eine von ihnen zog sich schwere Verletzungen zu, als sie sich mit einem Sprung aus dem ersten Stock retten wollte. Er habe seit längerem unter Depressionen gelitten und keinen Ausweg aus seiner Situation gesehen, begründete er den Überfall.

Im Jahr 2012 hatte der Beschuldigte als Sicherheitsmann gearbeitet. Zusammen mit zwei Kollegen sollte er einen problematischen Mieter aus dessen Wohnung weisen. Das Opfer wurde gefesselt, gewürgt und brutal geschlagen. Der 30-Jährige gab diesen Vorfall zu, will allerdings nicht selber zugeschlagen haben.

Keine Aussagen wollte er zu einer Straftat im Juli 2012 machen. Laut Anklageschrift bremste er mit seinem Wagen einen vor ihm fahrenden Lenker aus und ging mit einem Sturmgewehr auf ihn los. Der Bedrohte konnte fliehen.

Aus Haft geflohen
Zur Verhaftung kam es am 27. Dezember 2013. Der Polizei, die zu einem Raubüberfall in St.Gallen ausgerückt war, fiel ein Auto auf. Als sie den Fahrer kontrollieren wollten, raste dieser davon und fuhr dabei einem der Polizisten über den Fuss.

Ende August 2014 floh er aus dem Gefängnis, indem er sich aus dem Fenster abseilte. Einige Tage später wurde er erneut festgenommen. Später plante er einen weiteren Fluchtversuch. Mit Mitinsassen wollte er einen Gefangenenbetreuer als Geisel nehmen. (sda)


Hier: zur ausserordentlich tollen Bericht 30-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

http://www.tagblatt.ch/483422330-Jähriger wegen brutaler Überfälle vor Gericht

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

St.Gallen-News: St.Galler CVP fordert höhere Kinderzulagen

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

Die CVP will die Kinderzulagen im Kanton St.Gallen schrittweise von 200 auf 250 Franken erhöhen. Die Regierung plant hingegen, die Arbeitgeber mit tieferen Beiträgen zu entlasten. Entscheiden wird der Kantonsrat in der Novembersession.

Die St.Galler Regierung hat dem Kantonsrat ein überarbeitetes Familienzulagen-Gesetz vorgelegt. Darin will sie auf eine Erhöhung der Kinderzulagen von heute 200 Franken verzichten. Die monatlichen Beiträge seien für Familien, die von Armut betroffen sind, «ohnehin nur ein Tropfen auf dem heissen Stein», heisst es in der Stellungnahme.

Spielraum wäre vorhanden: Bis 2040 würde aus den Arbeitgeberbeiträgen ein Überschuss von rund 94 Mio. Franken «erwirtschaftet». Die Regierung rechnet vor: Damit könnten entweder die monatlichen Zulagen um 70 Franken erhöht oder der Beitragssatz der Arbeitgeber von 1,6 auf 1,2 Prozent gesenkt werden. «Nicht zuletzt aus Gründen der Standortattraktivität» ziehe sie die Entlastung der Arbeitgeber vor, argumentierte die Regierung.
Damit ist die CVP nicht einverstanden. In einem Communiqué fordert sie eine schrittweise Erhöhung der Kinderzulagen auf 250 Franken. Die Regierung bringe «das allseits anerkannte und bewährte Instrument der Kinder− und Ausbildungszulagen in Misskredit», kritisierte die Partei.

Alternativen wie Ergänzungsleistungen und Betreuungsgutschriften müssten aus der Staatskasse berappt werden. Die Finanzierbarkeit sei aber wegen der sinkenden Unternehmenssteuern und der ohnehin angespannten Lage der Kantonsfinanzen mehr als fraglich. Mit höheren Kinderzulagen werde nicht nur eine Besserstellung der Familien mit Kindern erreicht, sondern auch der Standort St.Gallen nachhaltig gestärkt, ist die CVP überzeugt. (sda)


Link: zum Text St.Galler CVP fordert höhere Kinderzulagen

http://www.tagblatt.ch/4834167St.Galler CVP fordert höhere Kinderzulagen

Hoffentlich kommmt bald wieder ein Bericht zu diesem Thema

Frisch aus St.Gallen – Topnews: «Das wird den Markt verändern»

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Ab dem neuen Jahr unterrichten Ehrenamtliche in St. Galler Gemeinden Deutsch. Sprachschulen bangen um ihre Kursteilnehmer. Sie argumentieren mit Nachteilen für die Lernenden.

Die Sprachschulen im Kanton St. Gallen fühlen sich «völlig überrumpelt». Das schreiben sie in ihrer Mitteilung von Ende Oktober. An diesem Gefühl hat sich seitdem nichts geändert. Er sei enttäuscht, dass sie so kurzfristig vom Entscheid der Gemeinden erfahren haben, sagt Claudio Altwegg von der Sprachschule Wilingua. Sie hat Niederlassungen in Wil und Kreuzlingen und ist eine von 28 anerkannten Sprachschulen im Kanton St. Gallen.

Diese Schulen haben Ende September ohne Vorwarnung erfahren, dass die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) im kommenden Jahr keine professionellen Deutschkurse mehr unterstützt (siehe Ausgaben vom 30. September sowie Ausgabe vom 3. November). In diesem Jahr zahlen die Gemeinden den Schulen 1,8 Millionen Franken. Im kommenden möchten sie stattdessen Quartierschulen gründen. Mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen soll gemäss VSGP-Präsident Boris Tschirky ein Konzept erarbeitet werden. Pensionierte Lehrer und Freiwillige sollen in den Quartierschulen auf dem Land Deutsch unterrichten.

Preise der Sprachschulen werden steigen

«Ein kostenloses Angebot wird den Markt verändern», sagt Sprachlehrer Altwegg. «Die Preise der professionellen Sprachschulen werden steigen und für einige Kursteilnehmer zu teuer sein.» Davon geht auch Brigitte Eigenmann, Geschäftsleiterin der «Aida – Die Schule für fremdsprachige Frauen» in St. Gallen aus: «Ab Januar 2017 müssen Fremdsprachige im ganzen Kanton mit höheren Kurskosten für einen Deutschkurs rechnen.» Das sei ein grosses Problem, da viele Fremdsprachige über wenig Einkommen verfügten.

«Eine Quartierschule kann den Unterricht in einer professionellen Sprachschule nicht ersetzen, da sie keine unterschiedlichen Niveaugruppen anbieten kann», sagt Eigenmann. Fremdsprachige müssten auf ihrem jeweiligen Sprachniveau lernen, um ihr Deutsch zu verbessern und ein Zertifikat zu erlangen. Dieses brauchten sie, um ihre Arbeitssituation zu verbessern. Die Integrationsvereinbarungen des Kantons würden das Sprachniveau A2 verlangen, sagt Eigenmann. Die Nachfrage nach professionellen Deutschkursen sei aus diesen Gründen enorm hoch.

Im Gespräch mit Eigenmann und Altwegg wird deutlich: Die Sprachschulen sehen die Quartierschulen als Konkurrenz. Und sie gehen davon aus, dass die Quartierschulen nicht dieselbe Qualität bieten können. «Es ist zu einfach, die Diskussion auf ‹freiwillig› gegen ‹professionell› zu reduzieren», sagt Andreas Härter, Professor für Deutsche Sprache und Literatur und Verantwortlicher für Fremdsprachen an der Universität St. Gallen. Ob jemand nur im Kurs Deutsch höre und spreche oder auch im Alltag, sei entscheidend, ebenso die Motivation, eine Sprache zu lernen, sowie der Zugang zum Angebot. Dies gelte sowohl für die Sprach- als auch für die Quartierschulen. «Das Schlimmste beim Erlernen einer Sprache ist Frustration – auf Seiten der Lernenden wie der Unterrichtenden», sagt Härter. Er finde es deshalb wichtig, dass die Lehrpersonen an den Quartierschulen Schulung und Supervision erhalten. «Auch die Heterogenität der Lernenden könnte zu Problemen führen in den Quartierschulen.» Es sei herausfordernd, wenn Kursteilnehmer mit unterschiedlichen Sprachniveaus, Lernbiographien und kulturellen Voraussetzungen zusammen lernen.

Deutschkurs-Leiter als Beruf

Eine Einteilung in die richtige Gruppe erachten auch Raffaella Pepe und Kerstin Uetz Billberg vom Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache (Akdaf) für wichtig. Der Akdaf vernetzt schweizweit Personen, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten. «Ungeschultes Personal kann nicht dasselbe leisten wie professionelle Sprachschulen», sagen Pepe und Uetz Billberg. Deutschkurs-Leiter sei ein Beruf. Diesen gelte es – wie andere Berufe auch – zu erlernen. Ungeschultes Personal habe aber zweifelsohne Qualitäten, die ausserhalb des Sprachunterrichts hochwillkommen seien, sagen die beiden. Als Beispiele nennen sie die Einbindung ins Dorf, das Helfen beim Ausfüllen von Formularen oder Kinderbetreuung.


Hier: zum lesenswerten Eheringe-Artikel «Das wird den Markt verändern»

http://www.tagblatt.ch/4834035«Das wird den Markt verändern»

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

News aus St.Gallen: Syndicom ruft zu Widerstand auf

Ein lesenswerter Bericht für alle St.Gallen-Interessierten.

Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Post wegen der drohenden Schliessung von Postfilialen in Marbach und Rebstein. Angekündigte Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern würden so zur Farce.

Ende Oktober habe die Post bekannt gegeben, dass sie für die Zukunft des Poststellennetzes das Gespräch mit den Kantonen suchen wolle, heisst es in einer Medienmitteilung der Gewerkschaft Syndicom vom Mittwoch.

Die Post warte den gestarteten Prozess aber nicht ab, sondern treibe den Kahlschlag weiter voran: So sei am Dienstag bekannt geworden, dass im Kanton St.Gallen Poststellen in Marbach und Rebstein überprüft − das heisse geschlossen − werden sollen.

Der angekündigte Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern verkomme so zu einer Farce, kritisiert Syndicom. Gemeinden und Kantone, die sich auf den Prozess mit der Post einliessen und auf Widerstand verzichteten, stünden auf der Verliererseite. (sda)


Click: zur gut gelungenen Quelle des Textes Syndicom ruft zu Widerstand auf

http://www.tagblatt.ch/4833002Syndicom ruft zu Widerstand auf

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema St.Gallen voll und ganz gerecht zu werden.

Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

In der Novembersession des St.Galler Kantonsrats stehen das Budget für 2017 sowie die Revision der Sozialhilfe im Vordergrund. Bei den Personalausgaben gibt es Differenzen zwischen Regierung und rechtsbürgerlicher Mehrheit: 40 beantragte Stellen sollen abgelehnt werden.

Neben den grossen Themen Budget und Sozialhilfe wird es in der kommenden Session des St.Galler Kantonsrats am 28. und 29. November nochmals um die Verwaltungsjustiz gehen, nachdem der Rat der Vorlage im September bereits in erster Lesung zugestimmt hatte.

Die CVP-GLP-Fraktion sieht die Chance, den von ihr bekämpften Ausbau der Rekursinstanzen doch noch zu verhindern. Auch die Finanzkommission wolle die Kredite für die Verwaltungsrekurskommission streichen, heisst es in einer Mitteilung. Die Fraktion werde deshalb beantragen, «die Aufblähung des Staatsapparats zu stoppen». Kein Gehör dafür hat unter anderem die SVP-Fraktion: Sie werde der Gesetzesrevision zustimmen, teilte die Partei mit.

Budgetberatung im Zentrum
Im Zentrum der Session dürfte allerdings die Beratung des Budgets stehen. Die Regierung veranschlagt bei einem Aufwand von 4,91 Milliarden Franken einen Ertragsüberschuss von 284,7 Millionen Franken. Grund für das positive Ergebnis ist die Übertragung der Spitalimmobilien auf die Spitalverbünde in der Höhe von 305 Millionen Franken. Lässt man diesen einmaligen Effekt weg, dann entspricht der Voranschlag einem Minus von 38,1 Millionen Franken.

Bereits im Frühjahr hatte der Kantonsrat vorgegeben, der Personalaufwand für 2017 müsse auf 730 Millionen Franken plafoniert bleiben. Von dieser Vorgabe wich die Regierung in ihrem Budgetvorschlag ab und beantragte eine Erhöhung der Personalausgaben um 12,4 Millionen Franken.

Wie schon vor einem Jahr will die Finanzkommission die meisten der neuen Stellen nicht bewilligen − unabhängig davon, ob sie von Dritten wie beispielsweise dem Bund finanziert würden.

Vorauseilender Gehorsam
Dem Rotstift der Kommission fiel etwa ein zusätzlicher Arbeitsmarktinspektor zum Opfer. Er wäre für die Bekämpfung von Lohndumping und Schwarzarbeit vorgesehen. Sein Gehalt hätte zu 50 Prozent der Bund übernommen. Auch der Posten für einen zusätzlichen Waffenmechaniker, der vom Bund finanziert worden wäre oder die 80 Stellenprozente für die Tabakprävention mit Jugendlichen als Zielpublikum − bezahlt aus Interreg-Geldern − sollen nicht bewilligt werden.

Die Fraktionen von CVP-GLP, FDP und SVP mit ihrer klaren Mehrheit von rund drei Vierteln der Stimmen haben angekündigt, dass sie die Anträge der Finanzkommission durchwegs unterstützen werden. Die Regierung hat dazu nur einige wenige Gegenanträge gestellt.

Kritik gibt es dazu von der SP-Grünen-Fraktion. Die Regierung lasse «in vorauseilendem Gehorsam jeglichen Einsatz für das eigene Personal vermissen», heisst es in einer Mitteilung. Die Fraktion betont, dass für neue Aufgaben auch zusätzliche Stellen geschaffen werden müssten.

Mutterschaftsbeiträge bleiben
Diskussionen dürfte es weiter um die Revision der Sozialhilfe geben. Die SVP verlangt zusätzliche Verschärfungen. Die Regierung hat vorgeschlagen, dass bei unkooperativem Verhalten eine maximale Kürzung des Grundbeitrags um 30 Prozent möglich sein soll. Die SVP will bis zu 50 Prozent kürzen können.
Beigelegt sind wohl die Auseinandersetzungen um die Mutterschaftsbeiträge, die ersatzlos aufgehoben werden sollten. Nachdem die vorberatende Kommission sich einstimmig gegen die Streichung ausgesprochen hatte, machte die Regierung einen Rückzieher und will nun nicht mehr daran festhalten. (sda)


Klick HIER: zum gut gelungenen Originalbericht Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

http://www.tagblatt.ch/4831471Wenig Chancen für neue Staatsstellen im Kantonsrat

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!