Frisch aus St.Gallen – topaktuell: «Meinem Kleinen fehlt die Mutter»

Ein lesenswerter Bericht für alle St.Gallen-Interessierten.

Weil in der Neonatologie-Abteilung im St.Galler Kantonsspital alle Plätze belegt waren, musste eine 34-Jährige in der 27. Schwangerschaftswoche nach Chur geflogen werden. Die Umplazierung belastet ihre ganze Familie.

ST.GALLEN. 27. Schwangerschaftswoche: Alles läuft optimal bei einer 34-jährigen St.Gallerin. Am Samstag vor einer Woche bekommt sie jedoch undefinierte Blutungen und sucht die Notfallstation des St.Galler Kantonsspitals auf. Untersuchungen bringen schliesslich zu Tage, dass ein Hämatom das ungeborene Kind gefährden könnte. Ein Kaiserschnitt wird angeordnet.

Doch anstatt das Kind in St.Gallen auf die Welt zur bringen, wurde die 34-Jährige um 1 Uhr nachts mit der Rega nach Chur geflogen, wie sie gegenüber “FM1-Today” sagt. Grund der Umplatzierung war eine übervolle Frühgeburtenstation in St.Gallen. Die St.Gallerin ist nun seit eineinhalb Woche im Bündner Spital stationiert. Weil es in St.Gallen noch keinen freien Platz gibt, bleibt sie vorerst in Chur.

«Plötzlich war ich weg»
In St.Gallen wohnt die 34-Jährige nur gerade zehn Minuten vom Spital entfernt. Wer das Neugeborene und sie in Chur besuchen möchte, muss eine einstündige Autofahrt in Kauf nehmen. Die Situation belaste nicht nur ihren Mann, sondern vor allem ihrem 22 Monate alten Sohn. «Meinem Kleinen fehlt die Mutter», sagt sie zu FM1-Today. Das Ganze sei eine komische Situation für ihn. «Vom einen Tag auf den anderen war ich plötzlich weg. Der Kleine wird jetzt während 24 Stunden fremdbetreut. Glücklicherweise kann meine Schwiegermutter das Kind hüten», sagt sie FM1-Today.

Mit ihrem Problem ist die St.Gallerin jedoch nicht alleine. Ihre Zimmergenossin stammt aus Rheinfelden in der Nähe von Basel. Sie ist schon seit drei Wochen in Chur und muss noch einige Zeit bleiben.

Problem bekannt
Im St.Galler Kantonsspital ist der Engpass bekannt. Wie Mediensprecher Philipp Lutz auf Anfrage von FM1-Today sagt, ist die Auslastung sehr hoch: «Wir sind am oberen Limit angelangt.» Am Kantonsspital St.Gallen und am Ostschweizer Kinderspital seien momentan alle Plätze belegt. Dies könne dazu führen, dass Patientinnen und ihre Kinder in andere Spitäler verlegt werden müssen.

«Die grösseren Spitäler mit entsprechender Neonatologie-Zertifizierung arbeiten dabei zusammen», so Lutz. Je nach Situation schaue man dann, welches Krankenhaus Kapazitäten habe. «Chur und Zürich sind zwei Möglichkeiten.»

Mehr Platz dank Neubau
Derzeit gibt es am St.Galler Kantonsspital zehn Beatmungsplätze für Frühgeborene. Kinder, die etwas mehr Unterstützung benötigen werden auf die Intensivstation des Ostschweizer Kinderspitals verlegt. Dort hat es gemäss Lutz acht Beatumungsplätze. «Mit dem Spital-Neubau ist es gut möglich, dass die Engpässe in der Neonatologie behoben werden können. Wir erhoffen uns eine gewisse Erleichterung.» Aber auch dann werden die Bettchen begrenzt sein. Denn, es mache wenig Sinn, 30 oder 40 Plätze anzubieten.

Für Conrad Engler, Leiter des Betroffenennetzwerks Kinderwunsch, sind Engpässe in der Neonatologie nichts Neues. Derzeit helfe man einander gegenseitig aus, sagt er gegenüber FM1-Today. «Aber in Zukunft wird sich das Problem von alleine lösen.» Wie der Gesundheitsexperte weiss, werde man künftig mit den neuen Regelungen in der Fortpflanzungsmedizin, den Frauen nur noch einen Embryo einpflanzen. «Dadurch gibt es weniger Mehrlingsschwangerschaften.» Diese seien mit einem Haufen Komplikationen verbunden. Gemäss Engler erübrigen sich damit die Diskussionen über die Erweiterung von Kapazitäten in der Neonatologie. (red.)


Click: zum ORIGINALTEXT «Meinem Kleinen fehlt die Mutter»

http://www.tagblatt.ch/4794483«Meinem Kleinen fehlt die Mutter»

Der Verfasser des Artikels hat geschafft uns zum nachdenken anzuregen. Danke!

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