Nachricht aus St.Gallen: Zahnarzt droht Kreisgerichts-Mitglied mit Mord

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Ein 67-jähriger ehemalige Zahnarzt sitzt seit rund zwei Monaten in St.Gallen in Haft, weil er Morddrohungen ausgestossen hat. Der Mann beschäftigt Gerichte und Behörden seit Jahren. Drohungen würden in jedem Fall ernst genommen, erklärt dazu die Staatsanwaltschaft.

ST.GALLEN. Anfangs Juli hatte sich ein 67-jähriger ehemaliger Zahnarzt vor dem St.Galler Kantonsgericht gegen ein Urteil des Kreisgerichts Rorschach gewehrt. Es ging darin unter anderem um Widerhandlungen gegen das Gesundheitsgesetz, um Verstösse in einem Betreibungsverfahren, aber auch um Nötigung.

Als anfangs September das Urteil − eine Geldstrafe im Betrag von 800 Franken und eine Busse von 1000 Franken − bekanntgegeben wurde, sass der Mann in Untersuchungshaft. Der Grund: Morddrohungen gegen ein Mitglied eines Kreisgerichts.

“Opfer” eines Komplotts
Der 67-Jährige beschäftigt seit längerem Behörden und Gerichte. Auslöser der diversen rechtlichen Auseinandersetzungen ist ein Streit mit einem Untermieter seiner Zahnarztpraxis, dem er Betrug vorwarf. Er klagte, bekam nicht Recht und sieht sich seither als Opfer eines Komplotts. Darauf reagiert er mit unzähligen Eingaben, Beschwerden und Klagen. Sie landen bei der Rechtspflegekommission, der Anklagekammer, dem Bundesgericht − oder bei den Medien. Der ehemalige Zahnarzt stellte seinen Fall im Internet dar und kündigte auch schon an, darüber ein Buch schreiben zu wollen.

Für ihn ist klar, dass Staatsanwälte, Richter und Behörden unter einer Decke stecken und gegen ihn zusammenarbeiten. An der Verhandlung vor Kantonsgericht erklärte er schon kurz nach Beginn, dass er das Richter-Gremium ablehne, weil es voreingenommen sei.

Schliesslich kam es zu einem Urteil mit Freisprüchen in einigen Anklagepunkten. Der Spruch des Gerichts erreichte den ehemaligen Zahnarzt in Untersuchungshaft, die nun bereits seit anfangs August andauert.

Eingeschriebene Morddrohung
Ist der 67-Jährige eine konkrete Gefahr? Selber stellt er dies in Abrede. In einem Schreiben aus der Haft, das der Nachrichtenagentur sda vorliegt, bestätigt er zwar, die Morddrohung in einem Einschreiben formuliert zu haben.

Er sei aber “genauso nachweislich nicht in der Lage und fähig, jemandem einen Mord zuzufügen”, heisst es in der Kopie einer Eingabe an den Ersten Staatsanwalt des Kantons St.Gallen, Thomas Hansjakob. Im gleiche Schreiben erklärt der ehemalige Zahnarzt, er vertraue “zu Recht keiner einzigen behördlichen Instanz mehr im Kanton St.Gallen bis hin zum Bundesgericht” und verlangt, dass das Verfahren gegen ihn ausserkantonal durchgeführt wird. Thomas Hansjakob wirft er unter anderem vor, eine Beschwerde nicht an die Anklagekammer weitergeleitet zu haben.

Drohungen ernst nehmen
Details zum konkreten Fall gibt die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Ihr Sprecher Roman Dobler schildert aber, wie in solchen Fällen üblicherweise vorgegangen wird: “Grundsätzlich werden Drohungen ernst genommen, so wie sie ausgesprochen wurden”, erklärt er. Der Droher werde der Staatsanwaltschaft vorgeführt und befragt. Weitere Abklärungen werden getroffen. In der Regel findet auch eine Hausdurchsuchung statt. Diese soll zeigen, ob Waffen oder andere Mittel vorhanden sind, mit denen die Drohung wahr gemacht werden könnte.

Beim Zwangsmassnahmengericht kann die Staatsanwaltschaft danach Haft für vorerst bis zu drei Monaten beantragen. Bei Drohungen geht es vor allem um die Frage, ob eine Ausführungsgefahr angenommen wird.

Gericht entscheidet
Um die Gefährlichkeit eines Beschuldigten abzuklären, könne die Staatsanwaltschaft ein psychiatrisches Gutachten veranlassen, erklärt Dobler. Je nach Ergebnis werde die Person danach aus der Untersuchungshaft entlassen, die Staatsanwaltschaft klage sie an oder erlasse einen Strafbefehl. Falls der Gutachter zum Schluss komme, dass eine Massnahme angezeigt sei, komme es zur Anklage, da nur ein Gericht darüber befinden könne, ob die Voraussetzungen dafür erfüllt seien, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. (sda)


Klick HIER: zum Eheringe-Text Zahnarzt droht Kreisgerichts-Mitglied mit Mord

http://www.tagblatt.ch/4779313Zahnarzt droht Kreisgerichts-Mitglied mit Mord

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

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