Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: St.Margrethen-Präsident findet Vorgehen unverhältnismässig

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Der Skandal um fünf illegal beim FC St.Margrethen beschäftigte Spieler bedroht den Verein auch sportlich. Präsident Natal Schnetzer sagt, nun werde es noch schwieriger, den Ligaerhalt zu schaffen.

ST.MARGRETHEN. Am vergangenen Mittwoch schlug die St.Galler Kantonspolizei zu: Die Polizisten verhafteten fünf Spieler des 2.-Liga-Interregio-Clubs St.Margrethen an ihrem Wohnort. Dies gab die Staatsanwaltschaft St.Gallen gestern in einer Medienmitteilung bekannt. Die fünf jungen Fussballer – zwei Brasilianer und drei Bosnier – wurden von der Staatsanwaltschaft umgehend wegen «rechtswidrigen Aufenthalts» und «Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung» zu bedingten Geldstrafen verurteilt.

Polizei ermittelt gegen Verantwortliche im Verein

Die Strafbefehle sind zwar noch nicht rechtskräftig, die Sportler mussten die Schweiz trotzdem bereits verlassen. Vier wurden ausgeschafft, einer der beiden Brasilianer verliess das Land selbständig. Alle fünf wurden mit einer dreijährigen Einreisesperre belegt. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz gegen die Verantwortlichen des FC St.Margrethen. Sollten die Verstösse vorsätzlich begangen worden sein, droht diesen eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Wie viele Funktionäre betroffen sind, ist noch unklar.

Roman Dobler, Mediensprecher der St.Galler Staatsanwaltschaft, bestätigte auf Anfrage, dass alle fünf Ausländer ohne Arbeitsbewilligung für den Rheintaler Verein gespielt haben und dafür Geld «und andere Gegenleistungen» erhalten haben. Konkret spricht Dobler von einem dreistelligen Geldbetrag pro Spieler und Monat. Worum es sich bei den weiteren Gegenleistungen gehandelt hat, verriet St.Margrethens Vereinspräsident Natal Schnetzer, der gestern bestätigte, dass der Verein eine Wohnung für alle fünf in St.Margrethen angemietet hat. Beim Lohn für die Erwerbstätigkeit – also das Fussballspielen – handle es sich um ein «Taschengeld» von rund 300 Franken pro Monat und Person. Schnetzer verneint nicht, damit gegen das Gesetz verstossen zu haben. «Ich bin mir aber aufgrund der geringen Summe, die wir bezahlt haben, nicht bewusst gewesen, dass die Spieler offiziell als Lohnarbeiter hätten angemeldet werden müssen», sagt der Verleger des Unternehmer-Magazins «Leader».

In die Schweiz gekommen sind die Männer mit einem Touristenvisum, mit dem sie sich drei Monate lang im Land bewegen können – das reicht bis auf zwei, drei Spiele aus, um eine Halbrunde im Regionalfussball bestreiten zu können. Gemäss Mediensprecher Dobler reicht bereits die Ausrichtung von Kost und Logis aus, um mit einem Touristenvisum als Lohnempfänger zu gelten – und damit gegen das Gesetz zu verstossen. Gemäss Schnetzer sind die Spieler nicht vom Verein angeworben worden: «Sie sind uns angeboten worden.»

Jetzt mit Spielern aus der fünften Liga

Schnetzer empfindet das Vorgehen der Staatsanwaltschaft als unverhältnismässig: «Bei Schwarzarbeit geht es darum, dass sich ein Unternehmer illegal finanzielle Vorteile verschafft, dass zum Beispiel ein Bauunternehmer zehn Gipser aus Bosnien zu einem geringen Lohn beschäftigt. Das war bei uns nicht der Fall.» Der FC St.Margrethen ist ambitioniert unterwegs, derzeit ist er der einzige Club aus dem Rheintal, der in einer überregionalen Liga spielt. Der Abgang der fünf Spieler und dessen juristisches Nachspiel bedrohe zwar nicht die Existenz des Vereins: «Aber es wird sicher noch schwieriger, den Ligaerhalt zu schaffen.» Bis zum Winter versuche der FC St.Margrethen, die Lücken auch mit Spielern aus der zweiten Mannschaft zu schliessen, die in der 5. Liga spielt.


Hier: ZUM GANZEN ORIGINALBERICHT St.Margrethen-Präsident findet Vorgehen unverhältnismässig

http://www.tagblatt.ch/4778514St.Margrethen-Präsident findet Vorgehen unverhältnismässig

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

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