Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Neuer Wohnraum für Studenten

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

Gleich mehrere private Projekte zielen darauf ab, Wohnraum für Leute in Ausbildung anzubieten. Trotz gesundem Leerwohnungsbestand kommt das Angebot bei den Zielgruppen unterschiedlich an.

ST.GALLEN. Das konkreteste Projekt will das Wohnhaus am Mühlensteg 8 in eine grosse Studentenbude verwandeln. Das historische Gebäude wird derzeit umfassend renoviert. Ab Juni soll es Platz für 46 Personen bieten. Diese leben verteilt auf 32 Ein- und Zweizimmerwohnungen sowie drei Vierzimmerwohnungen. «Zudem gibt es Gemeinschaftsräume, eine Terrasse, einen Garten sowie einen Vorplatz, den alle Bewohner nutzen können», sagt Marc Bähler von der Bolli Treuhand AG aus Winterthur, die hinter dem ambitionierten Projekt steckt.

Eigene Nasszelle oder Monatsmiete im Hotel

Kosten soll ein Einzimmerappartement mit Küche und Nasszelle um die 850 Franken. «Wir haben uns am Marktpreis orientiert.» Die Nachfrage ist gemäss Bähler gross: «Wir haben bereits Anfragen, wünschen uns aber einen Ankermieter, der einen Grossteil der Wohnungen übernimmt.» Aus diesem Grund habe man mit der Universität, dem Bundesgericht und dem Kantonsspital Kontakt aufgenommen. «Die möblierten Zimmer zielen zwar in erster Linie auf Studierende, das Konzept ist aber flexibel, so dass auch Einzelpersonen und Firmen als Mieter in Frage kommen.» Da die Wohnungen ohne Morgensonne, Lift und Parkplätze auskommen, seien Studenten die sinnvollsten Mieter. «Ausserdem bieten wir Veloabstellplätze, Ausblick sowie Nähe zur Stadt und zur Uni.» Dass nebst Bolli Treuhand weitere Anbieter ähnliche Projekte planen, ist für Bähler kein Problem: «In der Grösse ist unser Projekt einzigartig, und etwas Konkurrenz schadet nicht.»

Diese kommt von Dirk Urban aus St.Margrethen und seiner Frau. Sie wollen ein Mehrfamilienhaus an der Linsebühlstrasse 92 zum Studentenwohnhaus für 18 Personen umbauen. Jeweils vier Studierende sollen auf einem Stockwerk in einer WG wohnen und im Dachgeschoss vier Studenten in zwei Wohnungen. «Mit eigenem Zimmer, Nasszelle und Teeküche hätte jeder genügend Privatsphäre.» Zudem soll die Garage des Gebäudes ein Laden werden. Baubeginn ist unklar: Gegen das Projekt gab es Einsprachen. «Wir haben das Gespräch gesucht und das Gesuch überarbeitet», sagt Urban, der so schnellstmöglich mit dem Umbau beginnen will und ab Januar Wohnungen anbieten möchte. «Von Konkurrenten habe ich bislang nichts gewusst», sagt Urban, der überzeugt ist, dass genügend Nachfrage besteht.

Ein weiteres Projekt sieht vor, die Zimmer des Hotels Jägerhof, welches Ende Monat schliesst, künftig als Monatszimmer für Leute in Ausbildung zu verwenden (Ausgabe vom 1.10.16). Gemäss Jörg Steiger vom städtischen Wohnungsamt befindet sich der Leerwohnungsbestand in gesundem Zustand. Die aktuellste Zahl besagt, dass 830 Wohnungen leer stehen. Steiger sieht durchaus Potenzial für Studentenwohnungen. «Es existiert in jeglichem Segment Platz für mehr Angebote.»

Eigene Angebote und Social-Media-Austausch

Das Kantonsspital St.Gallen, welches auch im Visier der neuen Wohnprojekte steht, hat nicht unbedingt auf die Angebote gewartet. «Aktuell können wir das Bedürfnis gut selber abdecken», sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Kantonsspitals. 220 Zimmer, Studios und Wohnungen in Spitalnähe habe man gemietet. «Wir rechnen in Zukunft nicht mit grossen Zunahmen. Allenfalls steigt das Bedürfnis nach Wohnungen, wenn der Medical Master in St.Gallen startet.» Lutz hält aber fest, dass ein attraktiver Wohnungsmarkt im Interesse des Kantonsspitals liege. «Aus unserer Sicht findet sich zumeist für alle Geschmäcker und Bedürfnisse eine gute Auswahl.»

Ähnlich sieht man das bei der Hauptadressatin der Studentenwohnungen, der Universität St.Gallen. «Wir begrüssen es grundsätzlich, wenn in St.Gallen neue Wohnungsangebote für Studierende geschaffen werden», sagt Marius Hasenböhler, Leiter der Kommunikation. Die Situation auf dem hiesigen Wohnungsmarkt scheine jedoch im Vergleich zu anderen Universitätsstädten – auch im Segment des günstigeren Wohnraums – bedeutend entspannter. «An der HSG unterstützt eine Stiftung Gaststudierende, und teilweise auch reguläre Studenten, bei der Suche nach einer passenden Unterkunft.» Zudem würden sich Studierende gegenseitig helfen – immer häufiger über die sozialen Netzwerke.

Dies bestätigt auch Eric Tarantini, Vizepräsident der HSG-Studentenschaft. «Wir empfinden den Wohnungsmarkt hier als entspannt und tauschen Wohnungen und Zimmer über Social Media aus.» Grundsätzlich sei aber jedes Angebot willkommen, welches St.Gallen als Studentenstadt profiliere. «Studierende sind ein wichtiges Zielpublikum dieser Stadt und werden durch die neuen Angebote vielleicht besser wahrgenommen.»


Click: ZUM SPANNENDEN ORIGINALTEXT Neuer Wohnraum für Studenten

http://www.tagblatt.ch/4777095Neuer Wohnraum für Studenten

Der Verfasser des Artikels hat geschafft uns zum nachdenken anzuregen. Danke!

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