Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Cannabis-Händler verlangen mildere Strafen

Topaktueller Text zu einer St.Gallener Frage der heutigen Zeit.

Illegale Geschäfte mit Hanfshops haben zwei Männern einen Millionenumsatz beschert. 2015 verurteilte sie das Kreisgericht St.Gallen zu langjährigen Freiheitsstrafen und hohen Ersatzforderungen. Am Dienstag beantragten sie vor Kantonsgericht mildere Strafen.

ST.GALLEN. Den beiden Männern − einem Schweizer und einem seit langen in der Schweiz lebenden Kroaten − wird vorgeworfen, 2003, als knapp 20-Jährige mit dem Cannabis-Handel begonnen zu haben. Laut Anklage führten sie in der Stadt St.Gallen ein Unternehmen mit verschiedenen Hanfshops und beschäftigten mehrere Verkäufer.

Innerhalb von fünf Jahren sollen sie rund 250 Kilo Cannabis mit einem Gesamterlös von über zwei Millionen Franken umgesetzt haben.

Geld für Entführungsopfer
Neben dem Cannabis-Handel wurden den beiden Angeklagten auch Freiheitsberaubung, Hehlerei, falsche Anschuldigung und versuchte Nötigung vorgeworfen.

Der Kroate soll am Rande an der Entführung eines Mannes beteiligt gewesen sein, der ein Luxusauto veruntreut hatte. Kollegen hörten vom Betrug, vermuteten beim Opfer viel Geld und erpressten es. Der Schweizer soll Mitangeklagte zu falschen Aussagen genötigt und Mitarbeiter bedroht haben.

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte die heute 33 und 34 Jahre alten Männer Mitte Mai 2015 zu hohen Haftstrafen. Der eine Beschuldigte wurde zu vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Er befand sich von Ende 2012 bis November 2015 im vorzeitigen Strafvollzug. Sein Kollege erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Das Gericht ging davon aus, dass die Männer mit dem florierenden Cannabis-Handel grosse Gewinne gemacht hatten. Es verpflichtete die beiden deshalb, dem Staat Ersatzforderungen von 240’000 und 270’000 Franken zu zahlen. Falls sie den Betrag nicht aufbringen könnten, sollten Liegenschaften in Bosnien verwertet werden, in die sie investiert hatten.

Urteil weitergezogen
Beide Männer akzeptierten das erstinstanzliche Urteil nicht und zogen es ans Kantonsgericht weiter. Der Schweizer, der inzwischen vier Kinder hat, verlangte am Dienstag in der Berufungsverhandlung Freisprüche von den Anklagen der mehrfachen versuchten Nötigung und der falschen Anschuldigung sowie eine mildere Strafe. Konkret forderte sein Verteidiger eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten bedingt und eine Ersatzforderung von noch 20’000 Franken.

Auch der Kroate beantragte eine weit mildere Strafe. Beide betonten, sie bereuten ihre Straftaten. Sie hätten damals in jugendlichem Leichtsinn gehandelt.

Die Verteidiger führten ebenfalls das noch junge Alter der Beschuldigten ins Feld. Zu Beginn der Tatzeit seien sie erst 20 Jahre alt gewesen. Zudem hätten sie Cannabis und nicht harte Drogen wie beispielsweise Heroin verkauft.

Der Staatsanwalt forderte im Gegenzug für den einen Beschuldigten eine Verschärfung der Strafe und für den anderen die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Der Entscheid des St. Galler Kantonsgerichts steht noch aus.


Hier: zur interessanten Quelle Cannabis-Händler verlangen mildere Strafen

http://www.tagblatt.ch/4777064Cannabis-Händler verlangen mildere Strafen

Dieser gelungene Bericht behandelt das Thema in unterhaltsamer und doch lehrreicher Art und Weise.

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