Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Das Herrchen braucht die Hundeschule

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Zwei Hundetrainer aus der Region sind sich uneins über das Aus der obligatorischen Hundekurse. Der eine bedauert, die andere fand die Kurse nutzlos.

Hundetrainer Franz Schütte bedauert, dass Hundehalter künftig keinen Kurs mehr absolvieren müssen. Mangelndes Verständnis von Hunden zeige sich oft schon beim Kauf, sagt Schütte, der in Berg die «Hundeschule vom hohen Norden» betreibt. «Viele Leute wissen gar nicht, was sie da genau an der Leine haben.» Kurz darauf fühlten sie sich überfordert und möchten ihren neuen Hund wieder abgeben. Oder sie wüssten je länger je weniger mit dem Hund umzugehen.

Die obligatorischen Sachkundenachweise (SNK), bestehend aus je vier Lektionen Theorie und Praxis, wurden am Montag vom Nationalrat nach nur acht Jahren wieder aufgehoben (Tagblatt von gestern). Schütte will die Kurse auch ohne Obligatorium weiter anbieten. «Natürlich kann man den Leuten in so kurzer Zeit nur den richtigen Weg zeigen – aber genauso ist es doch letztlich auch in der Schule für Menschen.» Ein wichtiger Nebeneffekt der Kurse sei, dass die Hundehalter einen Ansprechpartner kennen, den sie auch bei kleinen Schwierigkeiten telefonisch oder für wenige Lektionen konsultieren können.

Zur Zeit der Einführung der obligatorischen SNK 2008 habe er das Gespräch mit drei Bundespolitikern gesucht. «Mich hat gestört, dass sie gar nicht richtig wussten, um was es eigentlich geht», sagt Schütte. Dies befürchte er auch jetzt. Im Nationalrat wurde unter anderem argumentiert, dass keine deutliche Abnahme von Vorfällen mit Hunden habe festgestellt werden können. Schütte vertritt aber die Ansicht, dass die Zahl der Beissunfälle abgenommen hat. «Auch kleine Fälle in der Familie, die gar nicht angezeigt werden.» Er stützt seine Annahme auf Erfahrungen aus seinem Umfeld. Wirtschaftlich treffe ihn als Hundetrainer die Aufhebung des Obligatoriums kaum. «Ich bin auch anderweitig berufstätig. Als Hundetrainer schaue ich einfach darauf, dass die Einnahmen meinen Aufwand an Zeit und für Kurse decken.»

Aufstocken oder gleich abschaffen

Eva Zwicker führt in Wittenbach die Hundeschule «Alltagshund». Sie hat die SNK-Kurse schon länger nicht mehr im Angebot, zumindest nicht mehr separat. «Die paar Lektionen Theorie und Praxis waren mir zu wenig. Ich habe den SNK in meinen Junghundekurs mit elf Lektionen integriert.» Dementsprechend findet sie es auch nicht schlimm, dass das Obligatorium aufgehoben wurde. «Jeder Hundehalter mit gesundem Menschenverstand geht mit einem jungen Hund ohnehin in die Schule.» Die sinnvollere Alternative wäre aus ihrer Sicht aber die Aufstockung der obligatorischen Lektionen gewesen. «Die vorgeschriebenen Lektionen reichten vielleicht bei zehn Prozent der Leute aus – und ich spreche absichtlich von den Haltern und nicht von den Hunden», sagt Zwicker. Zu diesen zehn Prozent würden vor allem Leute zählen, die bereits langjährige Erfahrung mit Hunden haben.

Einen grossen Vorteil hatte die Einführung der obligatorischen Sachkundenachweise laut Zwicker aber allemal: Auch die Hundetrainer selber mussten sich professionell ausbilden lassen.


Klick HIER: Report Das Herrchen braucht die Hundeschule

http://www.tagblatt.ch/4760352Das Herrchen braucht die Hundeschule

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

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