News aus St.Gallen: Nervensystem für Ampeln

Ein absolut lesenswerter Artikel zum Thema “St.Gallen”

Die Stadt will Staus aus dem Siedlungsgebiet verbannen. Dafür braucht es Pförtneranlagen, welche die Autos am Stadtrand stauen. Das beinhaltet mehr als nur ein paar neue Lichtsignale.

ST.GALLEN. Die täglichen Staus auf den städtischen Hauptverkehrsachsen sollen in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören. Die Stadt will sie an den Siedlungsrand verschieben. Deshalb plant sie rund um die Stadt sogenannte Pförtneranlagen, die den Verkehr dosieren (Ausgabe vom 31. August).

Mehr Autos heisst mehr Rotlicht

Doch wie funktioniert eine Pförtneranlage? «Im Prinzip handelt es sich um eine Kette von intelligenten Lichtsignalanlagen, die den Verkehr abhängig von der Menge steuert», sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. Während einer Grünphase werden also nur so viele Autos durchgelassen, wie die Strasse davor «schlucken» mag. Ist sie voll, werden die Autos am Rotlicht so lange zurückgehalten, bis der Verkehr wieder fliessen kann. Damit die Lichtsignale wissen, wie viel Verkehr auf der Strasse fliesst, muss die Pförtneranlage mit den davor liegenden Lichtsignalen koordiniert sein. Ausserdem muss es vor und nach jedem Lichtsignal Zählstellen, also elektronische Schlaufen in den Fahrbahnen haben, die das Verkehrsaufkommen messen. Diese erfassen die Zahl der Autos und leiten die Informationen an die Steuerungszentrale im Brühltor weiter. Diese legt für die einzelnen Lichtsignale die optimalen Signalprogramme fest.

System erkennt Staus

Nur: Wenn es staut, passieren automatisch weniger Autos die Messschlaufen, da der Verkehr langsamer fliesst. Besteht nicht die Gefahr, dass deshalb ausgerechnet während eines Staus noch mehr Verkehr durchgeschleust wird? «Das System misst nicht nur die Zahl der Fahrzeuge, sondern erkennt auch, ob die Autos stehen oder ob sie fahren», sagt Hasler. Je höher also die Zahl der Schlaufen im betreffenden Strassenabschnitt ist, desto genauer lässt sich die Staulänge bestimmen. Wie viele solcher Schlaufen es beispielsweise von der Pförtneranlage in der Liebegg bis zur Verzweigung Teufener Strasse/Oberstrasse brauchen werde, sei Gegenstand der laufenden Planung.

Um die Autos an den Pförtneranlagen gezielt stauen zu können, braucht es nebst (neuen) Lichtsignalen und Messschlaufen weitere Anpassungen an der Strasseninfrastruktur. So müssen genügend grosse Stauräume vorhanden sein, damit die Autokolonnen nicht Kreuzungen verstopfen. Separate Busspuren verhindern, dass der öV ebenfalls ausgebremst wird.

Die erste Pförtneranlage ist im Zuge der Neugestaltung des Knotens Zürcher Strasse/Geissbergstrasse geplant. Von der Fürstenlandbrücke her soll künftig «künstlich» gestaut werden. Stadtauswärts und stadteinwärts wird die Busspur zwischen der Fürstenlandbrücke und der Haltestelle Russen verlängert.

Ruckhaldetunnel löst Probleme

Für die geplante Pförtneranlage in der Liebegg zahlt sich für das Tiefbauamt der Bau des Ruckhaldetunnels der Appenzeller Bahnen aus – und zwar im wörtlichen Sinn und in doppelter Hinsicht. Zum einen entfällt im Riethüsli nach der Eröffnung der Durchmesserlinie Ende 2018 der Bahnübergang über die Teufener Strasse. Dadurch ist dort die Steuerung des Lichtsignals nicht mehr vom Zugverkehr abhängig. Zum anderen ist dieser Knoten noch gar nicht mit der Steuerungszentrale im Brühltor verbunden. Dank des Ruckhaldetunnels muss das Tiefbauamt keine neuen Kabel in der Teufener Strasse verlegen, sondern kann sie direkt durch den Tunnel ins Riethüsli ziehen. Das spart Kosten.


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http://www.tagblatt.ch/4747387Nervensystem für Ampeln

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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