Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Zentrum für Minderjährige

Ein absolut lesenswerter Artikel zum Thema “St.Gallen”

Das ehemalige Internat Marienburg der Steyler Missionare in Thal soll während der nächsten fünf Jahre das Zuhause von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden werden.

THAL. «Wir haben hier mit der Marienburg eine äusserst ideale Anlage mit Wohnräumen, Schulzimmern und einer Sportanlage. Darum haben wir den Mietvertrag mit den Steyler Missionaren um fünf Jahre verlängert», sagte Roger Hochreutener, Geschäftsführer der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP), am Donnerstagabend im ehemaligen Internat in Thal. Während zweier Jahre waren dort Flüchtlingsfamilien untergebracht.

Perspektiven aufbauen

Da das Projekt mittlerweile abgeschlossen ist und die Familien in verschiedene Gemeinden gezogen sind, hatte die VSGP die Bevölkerung eingeladen, um sie über die weitere Nutzung der Marienburg zu informieren. Bereits im Oktober sollen dort nun unbegleitete minderjährige Asylsuchende einziehen. «Trotz der baulichen Mängel ist die Marienburg für ein solches Zentrum der am besten geeignete Ort im Kanton», sagte Hochreutener. 80 bis 100 Jugendliche werden in der Marienburg bei Vollbetrieb leben. Ein Team aus 38 Personen wird sich im neuen Zentrum um sie kümmern. Die Jugendlichen werden rund um die Uhr betreut, besuchen eine interne Schule und erhalten wenn nötig eine Traumatherapie. Bereits im Oktober werden «einige wenige» Kinder und Jugendliche einziehen. Diese Testphase läuft bis Ende Jahr unter der Zuständigkeit der VSGP. Ab Januar wird der Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen (Tisg) im Auftrag der 77 St. Galler Gemeinden das Mandat übernehmen. «Wir rechnen damit, dass dann jeden zweiten oder dritten Tag ein neues Kind oder Jugendlicher in der Marienburg ankommt», sagte Hochreutener. «Jedes Kind kann so lange hier im Zentrum bleiben, bis es für sich eine Perspektive aufgebaut hat.» Das bedeutet, dass ein Jugendlicher auch dann nicht aus der Marienburg ausziehen muss, wenn er während seines Aufenthaltes volljährig wird.

Komme beispielsweise ein 17-Jähriger im Zentrum an und müsse erst einen Schulabschluss nachholen, könne es durchaus sein, dass er erst mit 25 Jahren einen Lehrabschluss haben wird, sagte Hochreutener. «So lange darf er im Zentrum bleiben.» Eine andere Perspektive kann aber auch sein, dass für ein Kind eine Pflegefamilie gefunden wird. Oder dass ein Jugendlicher aufgrund eines guten Lehrlingslohns in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt auf seinem Weg in die Selbständigkeit unterstützt wird und in eine Wohnung ziehen kann.

160 Kinder und Jugendliche

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. 2013 stellten gemäss Staatssekretariat für Migration 346 unbegleitete Minderjährige in der Schweiz ein Asylgesuch. In diesem Jahr wird bis Ende Dezember mit rund 2500 Gesuchen von unbegleiteten Minderjährigen gerechnet. Für 160 Kinder und Jugendliche ist der Kanton St. Gallen zuständig. Die Marienburg sei auch daher der beste Ort für die Unterbringung und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen, weil man dort direkt an die Erfahrungen aus dem Syrienprojekt anknüpfen könne. «Die individuelle Beschulung etwa war sehr erfolgreich», sagte Hochreutener. «Es gab Jugendliche, die in nur drei Jahren die Matura nachgeholt haben.» Zudem habe es nie grössere Vorfälle gegeben und die Anwohner hätten kaum bemerkt, dass in der Marienburg syrische Familien lebten.

Zehn Franken pro Bürger

Hätte sich die Gemeinde Thal entschieden, dass Zentrum Marienburg nach dem Syrienprojekt zu schliessen, wären ihr im Oktober 43 neue Asylbewerber zugewiesen worden. «Für sie alle hätte hier in der Gemeinde Wohnraum gefunden werden müssen, und der ist knapp», sagte Hochreutener. So müsse man eben abwägen. Alles sei ein Geben und Nehmen.

Viele Fragen gab es seitens der rund 40 anwesenden Bürger nicht. Zwei Personen erkundigten sich nach den Kosten für die Gemeinde. «Während der ersten zwei Jahre kostet das Zentrum zehn Franken pro Einwohner und Jahr», sagte Hochreutener. «Allerdings nicht nur pro Einwohner aus Thal, sondern aus jeder der 77 St. Galler Gemeinden.»


Click: ZUM UMFASSENDEN BERICHT Zentrum für Minderjährige

http://www.tagblatt.ch/4748997Zentrum für Minderjährige

Der Verfasser des Artikels hat geschafft uns zum nachdenken anzuregen. Danke!

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