Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Milderes Urteil für ehemaligen Zahnarzt

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

Das St.Galler Kantonsgericht hat den Fall eines ehemaligen Zahnarztes beurteilt, der seit Jahren im Clinch mit Behörden und Gerichten liegt. Unter anderem wurden ihm versuchte Nötigung vorgeworfen. Im Vergleich zur Vorinstanz hat das Kantonsgericht das Strafmass reduziert.

ST.GALLEN. Es war anfangs Juli ein ungewöhnlicher Prozess gewesen: Der Angeklagte, ein ehemaliger Zahnarzt, hatte den vorsitzenden Kantonsrichter bereits nach wenigen Sätzen erstmals unterbrochen. Er anerkenne das Richtergremium nicht, erklärte er und wiederholte dies nach dem Prozess auch noch in einem Schreiben an verschiedene Medien.

Dem 67-jährigen Mann, der sich selber verteidigte, wurde unter anderem vorgeworfen, seine Zahnarztpraxis weiter betrieben zu haben, obwohl ihm dies das Gesundheitsdepartement in einer Verfügung untersagt hatte. Weiter soll er nicht seinen ganzen Besitz und alle Einkünfte dem Betreibungsamt angegeben haben.

Das Kreisgericht Rorschach hatte ihn deswegen zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 30 Franken sowie zu einer Busse von 2000 Franken verurteilt. Dagegen hatte der Mann Berufung eingelegt.

Strafanzeigen und Ausstandsbegehren
Die konkreten Vorwürfe waren vor Kantonsgericht allerdings nur am Rand ein Thema gewesen. Der Angeklagte fühlt sich von Behörden und Gerichten seit Jahren ungerecht behandelt und reagiert darauf mit Strafanzeigen und Ausstandsbegehren, unter anderem gegen Kreisrichter, Staatsanwälte, Bundesrichter oder Regierungsmitglieder.

Eigentlicher Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen ist ein Rechtsstreit mit dem Untermieter seiner Zahnarztpraxis. Als Folge davon kam es zu einer Kaskade von Anzeigen und Beschwerden. Der 67-Jährige hat auch den Kanton St.Gallen auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt und sieht viele der gegen ihn gefällten Entscheide als direkte Folge davon. «Die wollen mich einfach fertigmachen», sagte er.

Milderes Urteil
Nach der Verhandlung hatte das Kantonsgericht sein Urteil zuerst verschoben und mit einem Beweisergänzungsbeschluss überprüfen lassen, ob Empfangsnachweise für eine Verfügung des Gesundheitsdepartements sowie für diverse Pfändungsurkunden des Betreibungsamtes vorliegen.

Am Montag wurde das Urteil mit Freisprüchen in einigen Anklagepunkten, aber auch mit Schuldsprüchen veröffentlicht. Eines der Strafverfahren wegen mehrfachem Ungehorsam im Betreibungsverfahren wird eingestellt. Bei der Anklage wegen mehrfach versuchter Verfügung über amtlich gepfändete Vermögenswerte gab es einen Freispruch. Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte aber unter anderem der mehrfachen Widerhandlung gegen das kantonale Gesundheitsgesetz oder der mehrfach versuchten Nötigung.

Das Kantonsgericht reduzierte das Strafmass der Vorinstanz und verurteilte den ehemaligen Zahnarzt zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 10 Franken. Dazu kommt eine Busse von 1000 Franken. Der Angeklagte muss zudem drei Viertel der Untersuchungs− und Gerichtskosten tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)


Hier: ZUM GANZEN EHERINGETIP Milderes Urteil für ehemaligen Zahnarzt

http://www.tagblatt.ch/4742968Milderes Urteil für ehemaligen Zahnarzt

Dem Author ist es gelungen ein schwieriges St.Gallen-Thema ansprechend und interessant zu besprechen

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