Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Mehr Natur dank Deponie

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

Mörschwil ist «überrascht» über die Zustimmung von WWF und Pro Natura zur Deponie Aachen. Einiges könnte dank des Projekts gar verbessert werden, glauben die Umweltverbände.

MÖRSCHWIL. Nein, nein und nochmals nein. Die Stellungnahme von WWF und Pro Natura St. Gallen-Appenzell spricht eine klare Sprache. Ausführlich legen die Umweltverbände dar, warum die Deponie Aachen in Mörschwil aus ihrer Sicht keine negativen Auswirkungen auf Landschaft und Ökologie hätte und daher geeignet sei. Mörschwils Gemeinderat hatte die Stellungnahme kürzlich eingefordert. Er sei «überrascht», dass sich WWF und Pro Natura in der Vernehmlassung zum kantonalen Richtplan zustimmend zur Deponie äusserten, teilte der Rat jüngst mit (Tagblatt vom 18. August).

Bäche freilegen

Weil von Kantonsseite unter anderem verschiedene Projekte diskutiert werden, «die der Natur einen unersetzbaren Schaden zufügen, wie beispielsweise eine Deponie im Steinachtobel», hätten sich WWF und Pro Natura aktiv mit dem Thema auseinandergesetzt und selber nach idealen Standorten gesucht, schreiben die Umweltverbände einleitend. «Wir sind daher mit den Schwierigkeiten der Standortsuche und den wichtigsten Evaluationskriterien vertraut.» Die Frage, ob sich die ökologische Bilanz des Gebiets Aachen mit der Deponie verschlechtere, könne klar mit Nein beantwortet werden. Auch wenn einige Hochstammbäume und Bachgehölz gerodet werden müssten, weise das Projekt «eine eindeutig positive Naturschutzbilanz» auf. Unter anderem müssten dank der Deponie mehrere hundert Meter eingedolter Bäche freigelegt, das Bachgehölz ersetzt und bis zu 15 Prozent ökologische Ausgleichsfläche geschaffen werden, schreiben WWF und Pro Natura. Auch die Frage, ob die Landschaft durch die Deponie in Mitleidenschaft gezogen werde, könne man «mit einem klaren Nein» beantworten. «Bei guter Planung und Ausführung wird nach der Begrünung höchstens noch eine Fachperson erkennen, dass hier aufgefüllt wurde.»

Sorgfältiges Planen ist ein Muss

Werden wertvolle landwirtschaftliche Böden zerstört? Auch dazu sagen die Umweltverbände klar Nein. Bei einer sorgfältigen Rekultivierung könne die heute teilweise mangelhafte Bodenqualität sogar eher verbessert werden. Am schwierigsten zu beantworten ist für WWF und Pro Natura, ob mit der Deponie die Ziele der national bedeutenden Schlosslandschaft Berg/Mörschwil beeinträchtigt werden. In der Nähe der Deponie sei nur der Gallusberg als Ortsbild von nationaler Bedeutung vermerkt. Der Weiler Aachen hingegen habe nur lokale Bedeutung, heisst es im Schreiben. WWF und Pro Natura betonen aber, dass ein landschaftsprägendes Projekt wie eine Deponie in einer solch schützenswerten Landschaft auf jeden Fall «äusserst sorgfältig geplant werden muss».

Eine übergeordnete Sicht

Wichtig sei daher, dass die optimale Landschaftsform das Volumen der Deponie bestimmen müsse und nicht umgekehrt. Es sei daher verfrüht, sich jetzt über die genaue Zahl von Kubikmetern – bisher war von zwei Millionen die Rede – zu streiten, finden WWF und Pro Natura. Auch bezüglich Mehrverkehr sehen sie kein Problem. Da sich Aachen in Autobahnnähe befinde und die Zufahrt nicht durch Siedlungsgebiet führe, entstünden kaum Konflikte.

Abschliessend betonen die Umweltverbände, ihre Beurteilung erfolge, anders als beim Gemeinderat Mörschwil, nicht aus Betroffenheit, «sondern aus einer übergeordneten, das heisst regionalen Sicht».


Hier: zur interessanten Quelle Mehr Natur dank Deponie

http://www.tagblatt.ch/4724042Mehr Natur dank Deponie

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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