Aus St.Gallen – topaktuelle News: Wird geblitzt, gehen die Emotionen hoch

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

Ein SVP-Stadtparlamentarier hat dem Stadtrat kritische Fragen zu Tempokontrollen gestellt. Dessen Antworten werden jetzt im Internet kontrovers diskutiert. Dabei ist das Verständnis für die Stadtpolizei wie die Kritik an Schnellfahrern überraschend gross.

Tempokontrollen sind ein emotionales Thema. Wenn etwa die St. Galler Stadtpolizei vorübergehend ein Radargerät aufstellt, kommt es oft zu Reaktionen in den Social Media und in den Leserbriefspalten der Printmedien. Unter jenen, die durch einen neuen Blitzer überrascht wurden, gibt es fast immer jemanden, der seinem Ärger lautstark Luft macht. Kein Wunder, dass Antworten des Stadtrates auf eine Blitzer-Anfrage von SVP-Parlamentarier René Neuweiler derzeit im Internetauftritt dieser Zeitung (www.tagblatt.ch) für Furore sorgen.

Blitzen nur für die Sicherheit

In Zusammenhang mit Bussen wegen Tempoüberschreitungen wird nicht nur von Autofahrern, sondern auch von politischen Parteien oft über Abzocke geschimpft. Neuweiler wollte vom Stadtrat wissen, ob tatsächlich nur an gefährlichen Standorten auf dem Strassennetz geblitzt wird. Der Stadtrat versichert, Tempokontrollen seien wirklich nur zur Erhöhung der Verkehrssicherheit da, nicht zur Äufnung der Stadtkasse.

Das Tagblatt berichtete am Donnerstag darüber. Und dieser Artikel hat Reaktionen im Internet ausgelöst. Einerseits gibt’s dort Kritiker der Kontrolltätigkeit, anderseits Verständnis für die Kontrolltätigkeit. Die Polizei habe keinen Spielraum: Sie müsse geltende Gesetze vollziehen. Änderungen an Gesetzen seien Sache der Politik, heisst es etwa.

«Selber schuld!»

Kritik gibt’s im Internetauftritt des Tagblatts auch an den Kritikern: Wer zu schnell fahre, halte Vorschriften nicht ein und dürfe sich nicht wundern, wenn er gebüsst werde. Kontrollen, so ein anderer Kommentator, seien nur wegen «selbstherrlichen Büffeln» nötig, die nicht in der Lage seien, sich ans Tempolimit zu halten, wenn nicht kontrolliert werde. Das könne man an der Oberstrasse gut beobachten: Sobald dort ein Blitzer stehe, werde disziplinierter gefahren.

Toleranzwert wird abgezogen

In Zusammenhang mit der Beantwortung des SVP-Vorstosses gibt es im Internet auch Fragen und Anregungen. Ein Thema ist der Toleranzabzug bei den gemessenen Geschwindigkeiten. Die Stadtpolizei rechnet bei Tempolimits bis 100 Stundenkilometer mit einem Toleranzwert von drei Stundenkilometern. Das ist der Geräte- und Messunsicherheitsabzug. Weiter abgezogen wird ein kleiner Toleranzwert, der schon am Blitzer eingestellt ist, um zu knappe Resultate und damit Zweifels- und Streitfälle auszuschliessen.

811 Kontrollen an 85 Orten

Mühe macht im Internet der Begriff «Messung». Gemeint ist damit nicht eine Einzelmessung, sondern eine Kontrolle oder Kontrollperiode, bei der diverse Autos erfasst werden. Die Stadtpolizei misst mit drei Gerätetypen. Mit fest installierten, mit solchen, die vorübergehend irgendwo aufgestellt, und mit solchen, die von Polizeipatrouillen mobil eingesetzt werden. Insgesamt gab es 2015 811 länger und weniger lang dauernde stationäre, teilstationäre und mobile Kontrollen an 85 Standorten in der Stadt.

Der Grossteil der dabei erfassten Fahrzeuge hielt das Tempolimit ein. In der Antwort auf die Einfache Anfrage werden die Resultate von fünf Kontrollen von 2015 für jeden Gerätetyp aufgelistet. Dabei schwankt die Quote derer, die das Limit einhielten, von 85,4 bis 99,9 Prozent. 2015 hat die Stadtpolizei wegen Tempoüberschreitungen (und Überfahren von Rotlichtern) exakt 31 778 Ordnungsbussen verteilt und 972 Strafverfahren eröffnet. Daraus gab’s Einnahmen für die Stadt von 3,1 Millionen Franken.


Hier: ZUM GANZEN ORIGINALBERICHT Wird geblitzt, gehen die Emotionen hoch

http://www.tagblatt.ch/4716206Wird geblitzt, gehen die Emotionen hoch

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

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