Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: City-Kebab ohne alles

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Die Türen des City-Kebabs sind versiegelt. Gegen die Betreiberin, die Sisg GmbH, wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Die Gesellschaft hat Beschwerde eingereicht. Wie es mit dem Kebab-Laden weitergeht, ist ungewiss.

Bekannt ist der City-Kebab an der Marktgasse 22 im Herzen der Stadt vor allem Nachtschwärmern, die sich auf dem Heimweg noch den Magen vollschlagen: Pizza, Kebab und Getränke finden hier dankbare Abnehmer. Die Verkäufer hinter der Theke sind freundlich, die Stimmung ist friedlich. An warmen Sommertagen sitzen Gäste vor dem Lokal und beobachten das Geschehen rund um den Marktplatz. «Komm, wir gehen noch schnell in den City-Kebab»: Diesen Satz hört man in St.Gallen oft. Oder genauer gesagt: Man hörte ihn. Denn wer heute dort seinen Hunger stillen will, steht vor verschlossener Tür. Drinnen sieht noch alles gleich aus, als ob das Lokal Feierabend hätte: Saucen stehen auf den Tischen, Dekoration hängt an der Decke. Doch an der Eingangstür hängt ein Zettel: «Diese Räumlichkeiten sind versiegelt. Der Zutritt zu den Räumen ist für jedermann konkursamtlich verboten», steht auf dem Papier. Absender: das Konkursamt des Kantons St.Gallen. «Wer den Raum betritt, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft», steht weiter.

Unbekannter Gläubiger

Über die Umstände des Konkurses der Sisg GmbH und der damit verbundenen Schliessung des City-Kebabs gehen in der Stadt die wildesten Gerüchte um: Der Vermieter wolle einfach keinen Kebab-Laden mehr in seiner Liegenschaft und habe die Sisg GmbH deshalb vergrämt, wird kolportiert. Andere behaupten, der Inhaber habe dem Fleischlieferanten Geld geschuldet, dies habe er zurückzahlen wollen, doch er sei daran gehindert worden. Darüber, ob an diesen Gerüchten etwas Wahres dran ist, kann nur spekuliert werden. Doch ein Fakt besteht: Das St.Galler Kreisgericht hat den Konkurs über die Sisg GmbH eröffnet und das Konkursamt damit beauftragt, das Konkursverfahren durchzuführen. Am 14. Juni wurden die Türen deshalb versiegelt. Die Verantwortlichen der Sisg GmbH waren telefonisch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Doch der zuständige Konkursbeamte Stefan Rüthemann bringt etwas Licht ins Dunkle. Wer der Gläubiger der Sisg GmbH ist, sagt er jedoch nicht.

Bundesgericht entscheidet

«Wir haben den Auftrag des Kreisgerichtes St.Gallen erhalten und die notwendigen Massnahmen gemäss Gesetzgebung in die Wege geleitet», sagt Rüthemann. Über die genauen Umstände der Gerichtsverhandlung und darüber, wieso überhaupt ein Verfahren eröffnet wurde, könne er keine Auskunft geben. Doch er sagt, wie es mit dem Kebab-Laden weitergehen könnte: «Dem Gläubiger das Geld zu bezahlen und das Lokal wieder zu eröffnen, ist nicht mehr möglich.» Sei ein Konkursverfahren eröffnet, gebe es eine sogenannte Generalexekution. Das heisst: Es wird das Gesamtvermögen der konkursiten Gesellschaft zu- gunsten sämtlicher Gläubiger liquidiert. Allfällige Gläubiger sind beispielsweise der Vermieter, der Getränkelieferant, der Döner-Lieferant oder eine Versicherung. «Dem Schuldner bleibt der Weg, innert zehn Tagen seit Zustellung des Konkurseröffnungs-Entscheides Beschwerde beim Kantonsgericht einzureichen», sagt Rüthemann. Das habe die Sisg GmbH gemacht. Die Beschwerde wurde jedoch abgewiesen. Der Entscheid des Kantonsgerichts wurde an das Bundesgericht weitergezogen. Schützen die Richter in Lausanne die Beschwerde der Sisg GmbH, könnte der City-Kebab bald wieder öffnen. Wird die Beschwerde abgewiesen, bleibe die Räumlichkeiten vorerst geschlossen. Gibt das Bundesgericht dem Gläubiger recht, müsste der City-Kebab endgültig geschlossen werden. «Nach abgeschlossenem Konkursverfahren wird die Sisg GmbH aus dem Handelsregister gelöscht», sagt Rüthemann. Danach sei es Sache des Vermieters, was er mit dem Lokal machen wolle.

Wie lange es dauert, bis es Klarheit um den Kebab-Laden gibt, ist laut Rüthemann schwierig abzuschätzen. Es sei möglich, dass ein solches Verfahren bis zum Konkursschluss schnell ein halbes Jahr in Anspruch nehme.

Glacestand eingeschlossen

Leidtragende des Konkursverfahrens ist die Bongusto Gelateria aus Rorschach, die seit diesem Sommer einen Stand im Kebab-Laden betrieben hat. Ihr Inventar steht jetzt nutzlos an der Marktgasse 22. «Wir mussten die Waren einschliessen», sagt Rüthemann. «Für Dritteigentum, wie in diesem Fall von der Bongusto Gelateria, besteht jedoch die Möglichkeit, schriftlich einen Antrag zu stellen, um die Ware zu erhalten.»


Klick HIER: ZUM AUSSERORDENTLICH TOLLEN EHERINGEARTIKEL City-Kebab ohne alles

http://www.tagblatt.ch/4712736City-Kebab ohne alles

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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