St.Gallen-News: Ohne Strom kein Boom

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Wer elektrisch fährt, ist auf Stromtankstellen angewiesen. In der Stadt sind erst wenige Ladestationen öffentlich zugänglich. Damit künftig noch mehr Elektromobile unterwegs sind, soll das Tankstellennetz engmaschiger werden.

Elektroautos und Ladestationen verhalten sich zueinander ähnlich wie das Huhn und das Ei. Was zuerst da war – oder zuerst da sein muss – ist schwierig zu beantworten. «Es gibt zu wenige Ladestationen»: Mit diesem Argument entscheiden sich Private heute gegen den Kauf eines Elektroautos. «Es gibt zu wenige Elektroautos» wird hingegen dann kritisch angemerkt, wenn es um den Bau einer neuen Ladestation geht.

Die Stadt versucht mit verschiedenen Massnahmen, das Problem mit dem Huhn und dem Ei zu lösen. Einerseits erhalten Firmen und seit neustem auch Private einen finanziellen Zustupf, wenn sie sich für ein Elektroauto entscheiden (siehe Zweittext). Anderseits fördert sie auch den Bau neuer Ladestationen und stellt den Strom teilweise kostenlos zur Verfügung. All dies mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 rund 1000 Elektrofahrzeuge auf die Strasse zu bringen. Heute sind es erst 100.

Stadtwerke spendieren Strom

Die erste öffentlich zugängliche Ladestation für Elektroautos in der Stadt wurde im Herbst 2012 im Parkhaus Cityparking Bahnhof eröffnet. Die Betreiberin, die Cityparking St. Gallen AG, stellt mittlerweile sieben solche Stationen zur Verfügung: zwei am Bahnhof, drei in der Parkgarage Brühltor und zwei in der Parkgarage am Stadtpark. Die Stromtankstellen sind für die Nutzer gratis; die St. Galler Stadtwerke stellen den Strom der Parkhausbetreiberin kostenlos zur Verfügung. Für Matthias Leuzinger, Geschäftsführer der Cityparking St. Gallen AG, gehören solche Ladestationen zu einem modernen Parkhaus dazu. Er bezeichnet Elektroautos als «sinnvoll und zweckmässig für Kurzstrecken», und seine Firma hat auch selber ein Elektromobil im Einsatz.

Es gibt noch Potenzial

Wie viele Autos in seinen Parkhäusern Strom beziehen, kann Leuzinger nicht sagen, da sich die Nutzer nicht registrieren müssen. Aufgrund des Stromverbrauchs schätzt er aber, dass die Ladestationen in den Parkgaragen Brühltor und Stadtpark etwa zu 25 Prozent ausgelastet sind. Besser sei die Auslastung mit rund zwei Dritteln im Parkhaus am Bahnhof. «Bisher haben wir noch keine relevanten Beschwerden von Kunden erhalten, die Strom tanken wollten, aber nicht konnten», sagt Leuzinger. Mit anderen Worten: «Unser Angebot kann die Nachfrage derzeit decken.» Dennoch sei man vorbereitet, falls die Zahl der Elektromobile steige: «Wir haben zu den Ladestationen im Parkhaus Brühltor bewusst eine überdimensionierte Stromzuleitung verlegt.»

Zapfsäulen für die Kunden

Dass künftig mehr Elektroautos auf St. Galler Strassen fahren, dafür setzt sich Harry Künzle vom städtischen Amt für Umwelt und Energie ein. Derzeit seien mehrere neue Ladestationen geplant, damit das Stromtankstellen-Netz in der Region engmaschiger wird. «Wir leisten im Moment Vorinvestitionen», sagt Künzle. Unter anderem entstehen auch beim Hauptbahnhof neue Ladestationen. Weitere Standorte kann Künzle wegen laufender Verhandlungen nicht nennen, doch sei man mit mehreren ortsansässigen Firmen und Institutionen im Gespräch. Daneben gebe es auch private Unternehmen, die ohne Fördergelder eigene Ladestationen bauen. Sei es, um die Kunden oder die eigene Firmenflotte mit Strom zu versorgen.

Auch in Hotels und Autogaragen

Eine Übersicht über die Stromtankstellen in der Stadt ist schwierig zu erstellen. Anhaltspunkte liefert aber das Verzeichnis «LEMnet», das europaweit 20 000 Stromtankstellen auflistet. Demnach gibt es in St. Gallen zum Beispiel auch Ladestationen in den Hotels one66 und Radisson Blu sowie in mehreren Autogaragen wie Emil Frey AG und Christian Jakob AG.


Click: zur lesenswerten Quelle des Artikels Ohne Strom kein Boom

http://www.tagblatt.ch/4715240Ohne Strom kein Boom

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

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