Aus St.Gallen – topaktuelle News: 36 stille Örtchen putzen

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Weil der alte ausläuft, muss die Stadt den Vertrag für die Reinigung der öffentlichen WC-Anlagen neu vergeben. Manche werden einmal wöchentlich, andere dreimal täglich geputzt. Ist eine Toilette verstopft, muss es schnell gehen.

Wie sauber und intakt ein WC ist, hängt von zwei Seiten ab: von der Instandhaltung auf der einen und von den Nutzern auf der anderen. Die Stadt St. Gallen setzt deshalb auf regelmässiges Reinigen und auf die goldene Regel für WC-Besuche: «Am schönsten ist es, wenn der Nutzer oder die Nutzerin die Anlage so übergibt, wie er oder sie diese vorzufinden wünscht», sagt Andreas Schmutz vom Hochbauamt. Er ist für die öffentlichen WC-Anlagen in der Stadt zuständig und damit auch für ihre Reinigung und ihren Unterhalt.

Frequenz unterscheidet sich

Der Vertrag mit der aktuellen Reinigungsfirma läuft 2017 aus. Die Ausschreibung für den neuen Auftrag endete vor zwei Wochen. Er soll Mitte August vergeben werden (siehe Zweittext). Wie oft die öffentlichen WC-Anlagen in der Stadt geputzt werden, ist ganz unterschiedlich: «Wir lassen die Toiletten von einmal wöchentlich bis dreimal täglich reinigen», sagt Schmutz. Zu diesem Extremfall komme es derzeit beim Gaiserbahnhof, wo bedingt durch Bauarbeiten weniger WC-Anlagen in Betrieb seien.

Die Reinigungsfirma folgt bei ihrer Arbeit einem Tourenplan. Das Hochbauamt macht sporadisch Kontrollgänge. «Wir sind mit den Reinigungsarbeiten zufrieden», sagt Schmutz. Auch baulich seien die meisten Anlagen in einem guten Zustand.

Pissoir aus dem Jahr 1918

Insgesamt gibt es 36 öffentliche WC-Anlagen auf dem Stadtgebiet. Das älteste Pissoir ist fast hundert Jahre alt. Es ist aus dem Jahr 1918 und steht an der Teufener Strasse, Ecke Tschudistrasse. Die neueste Anlage wird derzeit auf dem Bahnhofplatz erstellt.

Beim Bau neuer WC-Anlagen achte das Hochbauamt besonders darauf, dass sie vandalensicher, unterhaltsarm, reinigungsfreundlich und für den Nutzer hygienisch und möglichst kontaktlos zu bedienen seien, sagt Schmutz. St. Gallen setze wie viele andere Schweizer Städte wenn möglich Chromstahlmodule als Unisex-Anlagen ein. «Sie können diesen Ansprüchen gerecht werden», sagt Schmutz. Momentan gebe es in St. Gallen 26 Unisex-Chromstahlmodule.

Touristen in der Innenstadt

Die WC-Anlagen in der Innenstadt sind nach Angaben des Hochbauamts sehr gut frequentiert, die in der Peripherie weniger. Das dürfte auch an den Touristen liegen, die sich vor allem in der Altstadt und dem Stiftsbezirk aufhalten. «Aus touristischer Sicht ist es wichtig, dass es öffentliche Toiletten in unmittelbarer Nähe der Sehenswürdigkeiten gibt», sagt Martina Kaiser, Leiterin Kommunikation von St. Gallen-Bodensee Tourismus. Und das sei der Fall.

Es gebe zwar immer wieder Touristen, die an der Tourist Information fragen, wo es in der Nähe ein WC gebe. «Das muss aber nicht unbedingt heissen, dass die Toiletten schlecht ausgeschildert sind», sagt Kaiser. Beschwerden betreffend der öffentlichen WC-Anlagen in der Stadt würde es von Touristen keine geben. Bei St. Gallen-Bodensee Tourismus sei man mit der Situation zufrieden.

Abfall und Verschmutzungen

Die Stadtverwaltung erhält auch Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern, die das anders sehen. «Zuweilen gibt es Anregungen und vereinzelt Reklamationen», sagt Andreas Schmutz. Als grösste Herausforderungen im Betrieb der öffentlichen WC-Anlagen nennt er: Zweckentfremdungen, sorglos liegengelassener Abfall, mutwillige Verschmutzung und Verstopfungen aufgrund von Gegenständen, die nicht in die Toilette gehören. Unter die goldene Regel für WC-Besuche dürfte dieses Verhalten für viele WC-Besucher nicht gerade fallen.


Click: zum vollständigen Originalbericht 36 stille Örtchen putzen

http://www.tagblatt.ch/469944336 stille Örtchen putzen

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

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