Nachricht aus St.Gallen: «Brauchen keine dritte Deponie»

Ein absolut lesenswerter Artikel zum Thema “St.Gallen”

Der Kanton hat den Deponiestandort Aachen definitiv in den Richtplan aufgenommen. In Mörschwil ist man verärgert. Die Einwände aus dem Dorf seien nicht ernst genommen worden, heisst es. Zudem seien drei Deponien ganz klar zu viel.

MÖRSCHWIL. Bei vielen Mörschwilern ist der Unmut gross. «Was mich am meisten ärgert, ist, dass der Kanton überhaupt nicht eingegangen ist auf die Argumente des Gemeinderats und der Bevölkerung», sagt Barbara Müller. Sie ist eine von 127 Mörschwilerinnen und Mörschwilern, die im Frühling dieses Jahres unterschrieben haben gegen den Richtplan-Eintrag der geplanten Deponie im Weiler Aachen. Inzwischen hat die Regierung die Anpassung 15 des Richtplans erlassen. Wie der Kanton vergangenen Freitag mitteilte, ist der Deponiestandort Aachen definitiv aufgenommen – trotz mehrfacher Einwände des Gemeinderats und der Bürgerschaft (Tagblatt vom 23. Juli). Der Kanton habe Verständnis für Mörschwils Anliegen, dass auf Gemeindegebiet nicht gleichzeitig mehrere Deponien in Betrieb stehen sollen, schreibt der Kanton im Vernehmlassungsbericht. Der sich in der Abfallregion St. Gallen-Rorschach abzeichnende Deponienotstand für unverschmutzten Aushub und lnertstoffe erfordere allerdings «zwingend die Sicherung von geeigneten Deponiestandorten im Richtplan».

Seit Jahrzehnten Deponien

«Klar sehen wir auch ein, dass es Deponien braucht», sagt Barbara Müller. Aber Mörschwil sei die einzige Gemeinde im Kanton mit aktuell drei geplanten Deponien. «Wir brauchen nicht noch eine dritte Deponie. Und sicher nicht am Standort Aachen.»

Gleicher Meinung ist man bei der Gemeinde. «Für uns ist der Standort Aachen nicht ideal», sagt Vizegemeindepräsident Peter Zingg. Einerseits handle es sich um ein bedeutendes Naherholungsgebiet mit intakter Landschaft. Andererseits gebe es keine natürliche Senke, die man einfach füllen könnte. Durch die Ablagerung der vorgesehenen zwei Millionen Kubikmeter Aushub gäbe es einen Hügel und das Gelände würde unwiderruflich in seiner heutigen Form zerstört. Ausserdem ist Zingg der Meinung, die Gemeinde Mörschwil habe, was Deponien angehe, ihren Beitrag erfüllt. «Wir haben seit Jahrzehnten Deponien im Dorf.» Unter anderem betrieb die Stadt Rorschach bis 2007 während 25 Jahren eine Abfalldeponie im Gebiet Meggenmüli. Auch im Unterbüel, wo vor zwei Wochen Spatenstich war für eine Aushubdeponie, wurde früher Abfall deponiert. Eine weitere Deponie für Aushubmaterial ist im Weiler Riederen geplant. Der Standort ist im Richtplan ebenfalls bereits eingetragen.

Was den Eintrag des Standorts Aachen betreffe, könne man momentan nichts weiter dagegen tun, sagt Zingg. Aber bis die Deponie eines Tages ihren Betrieb aufnehmen könne, gebe es noch manche Hürde zu nehmen. «Und für uns gibt es noch manche Möglichkeit, uns zu wehren. Und das werden wir auch.» Mehr Freude über Aachens Eintrag im Richtplan hat Walter Schwarzkopf, Geschäftsführer der Resdag, Ressourcen und Deponien AG. Die Firma plant, die Deponie dereinst zu betreiben. Was Schwarzkopf besonders zuversichtlich stimmt: Der WWF und Pro Natura St. Gallen-Appenzell weisen im Vernehmlassungsbericht darauf hin, dass der Standort Aachen geeignet sei, beziehungsweise die vorhandenen Probleme lösbar seien.

Gemeinde ins Boot holen

Er verstehe, dass Mörschwil nicht drei Deponien gleichzeitig brauche, sagt Schwarzkopf. «Wir stehen zeitlich gerne hinten an.» Als erstes werde er nach den Sommerferien das Gespräch suchen mit Gemeindepräsident Paul Bühler. Schwarzkopf verspricht, man werde nichts machen ohne Absprache mit der Gemeinde. «Die Deponieumsetzung geht nur gemeinsam.»


Klick HIER: zur ausserordentlich tollen TEXTQUELLE «Brauchen keine dritte Deponie»

http://www.tagblatt.ch/4699252«Brauchen keine dritte Deponie»

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

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