Nachricht aus St.Gallen: Für Fernwärme braucht es Abfall

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Die Stadt rezykliert mit jedem Jahr mehr Wertstoffe. Seit drei Jahren zieht sie auch Metall aus der Abfallschlacke. Das ist zwar gut für die Umwelt, aber je weniger Abfall es zu verbrennen gibt, desto weniger Fernwärme wird produziert.

ST.GALLEN. Glas, PET-Flaschen, Alubüchsen, Papier, Karton – ein grosser Teil des anfallenden Abfalls ist rezyklierbar. Fast selbstverständlich werden in den meisten St. Galler Haushalten die Abfälle getrennt. Aufgrund dieser Separierung vermeidet die Stadt jährlich 3000 Tonnen CO2-Ausstoss. Die selbe Menge an CO2-Ausstoss hat die Stadt mit der Reinigung der Abfallschlacke vermeiden können. Seit drei Jahren werden im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) Metalle aus der Schlacke gezogen. Mit zunehmendem Erfolg: Gemäss Geschäftsbericht von Entsorgung St. Gallen wurden aus der Schlacke im vergangenen Jahr 1,5 Tonnen Metalle zurückgewonnen. Diese werden der Stahlproduktion zurückgeführt.

Es braucht Abfall für Wärme

Im vergangenen Jahr sind dem KHK 72 207 Tonnen Kehricht angeliefert worden, rund die Hälfte davon aus den umliegenden Vertragsgemeinden. Fast alles davon, 71 636 Tonnen, wurde verbrannt. Das ist etwas mehr als 2014, als das KHK wegen Bauarbeiten zehn Tage nicht in Betrieb war. Im letzten Jahr gab es nur drei betriebsfreie Tage. In diesem Jahr sollte die Verbrennungsanlage wieder rund um die Uhr laufen.

Das Verbrennen des Abfalls ist aber nicht mehr die wichtigste Aufgabe von Kehrichtverbrennungsanlagen. Heute müssen diese vor allem Energie produzieren. Da der Abfall immer besser getrennt wird, fällt aber auch viel weniger Verbrennungsmaterial an. Paradoxerweise produzieren die Schweizer mittlerweile zu wenig verbrennbare Abfälle, als dass die KHK genügend Wärme erzeugen könnten. Daher wird gemäss Geschäftsbericht Entsorgung St. Gallen 2015 verstärkt Abfall aus dem Ausland beschafft. Auch für das KHK St. Gallen werde es immer schwieriger, die volle Auslastung zu garantieren. Aus diesem Grund werde weiterhin auf eine Sammlung von gemischten Kunststoffen verzichtet. Andere Regionen haben im vergangenen Jahr einen Gebührensack für das Recycling gemischter Kunststoffe eingeführt. Allerdings wird gemäss Geschäftsbericht von Entsorgung St. Gallen nur die Hälfte des gesammelten und aufwendig sortierten Materials wiederverwertet. Der Rest werde als Ersatzbrennstoff verwendet, etwa in der Zementindustrie.

Dieser Teil, der ohnehin verbrannt wird, würde dem KHK St. Gallen allerdings fehlen, würde er wegen der Kunststoffsammlung wegfallen. Um dennoch genügend Wärme zu produzieren, müsste Erdöl verbrannt werden. Diese entspreche aber nicht der Idee des Energiekonzepts 2050, welches die Stadt verfolgt.

Deponie füllt sich schneller

Die Deponie Tüfentobel füllt sich schneller als erwartet. Vor einem halben Jahr beantragte der Stadtrat einen Rahmenkredit über 1,01 Millionen Franken für den Betrieb der Deponie Unterbüel in Mörschwil, um damit die Deponie Tüfentobel zu entlasten. Um 39 Prozent hat die Anliefermenge im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.

716 975 Tonnen Material wurden dort deponiert. Eine markante Zunahme wurde bei den Reaktorabfällen verzeichnet: 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Geschuldet ist die Zunahme vor allem einer Grossbaustelle, bei welcher Bauabfälle von der Altdeponie Martinsbrugg auf die Deponie Tüfentobel gebracht wurden. Entsorgung St. Gallen schätzt, dass jener Teil der Deponie, der für sauberen Aushub reserviert ist, in vier bis sechs Jahren gefüllt sein wird.

Materialbahn reduziert Fahrten

Weil die Auffüllung so rasch voranschreitet, musste die Materialtransportbahn «RopeCon» verlängert werden. Die Materialtransportbahn bringt den Aushub direkt an die richtige Stelle.

Dadurch können emissionsreiche Lastwagenfahrten reduziert werden, was vor allem den Engelburgern zugute kommt. Gemäss Entsorgungsstatistik wurden 68 Prozent des angelieferten Materials mit der Bahn zum Einbauort gefördert. Dadurch konnten 51 800 Fahrkilometer vermieden werden, wie es heisst.


Klick HIER: zur interessanten Quelle des Artikels Für Fernwärme braucht es Abfall

http://www.tagblatt.ch/4693087Für Fernwärme braucht es Abfall

Dieser gelungene Bericht behandelt das Thema in unterhaltsamer und doch lehrreicher Art und Weise.

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