St.Gallen-News: Im einen Wagen sassen Bauarbeiter

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

Nach dem schweren Unfall im Stephanshorntunnel zeigt sich: Die beiden Männer im korrekt fahrenden Auto hatten zuvor in der anderen Tunnelröhre Unterhaltsarbeiten getätigt. Einer von ihnen konnte das Spital bereits wieder verlassen.

ST.GALLEN. “Es ist speziell, dass zwei Strassenarbeiter von diesem Unfall betroffen sind. Fakt ist aber: Das ist Zufall – es hätte auch jeden anderen Verkehrsteilnehmer treffen können”, sagt Peter Saxer. Er ist Leiter Betriebs- und Sicherheitsausrüstung beim Nationalstrassengebiet VI, das zuständig ist für Unterhaltsarbeiten auf der St.Galler Stadtautobahn. Solche gab es auch in der Nacht auf Dienstag. In deren Rahmen ereignete sich kurz vor 1 Uhr ein schwerer Unfall im Stephanshorntunnel. Die Röhre in Fahrtrichtung St.Gallen – Meggenhus war zu jenem Zeitpunkt gesperrt. Der Verkehr wurde deshalb in die andere Röhre geleitet, in der demzufolge Gegenverkehr herrschte.

Eine Frau, die von Meggenhus her kam, übersah die entsprechende Signalisation, überholte – und knallte frontal in einen korrekt entgegenkommenden Wagen. Die Unfalllenkerin wurde schwer verletzt. Ebenfalls ins Spital gebracht wurden die beiden Männer im korrekt fahrenden Auto – bei ihnen handelt es sich um Arbeiter, die zuvor in der gesperrten Stephanshorn-Tunnelröhre gearbeitet hatten.
Trotzdem im Tunnel überholt
Auf der Fahrt der Unfalllenkerin von Meggenhus in Richtung St.Gallen war laut Peter Saxer signalisiert, dass die Verkehrsteilnehmer zunächst auf 100 und dann 80 km/h abbremsen mussten. “In der Folge gab es mehrfache elektronische Anzeigen, die auf eine Baustelle und Gegenverkehr hinwiesen”, sagt Saxer. Auch von Hand gesetzte Tafeln hätten auf die Baustelle hingewiesen, und vor dem Stephanshorntunnel hätten von Hand gesetzte Elemente die beiden Fahrbahnen getrennt. Im Stephanshorntunnel selbst setzte die 30-jährige Frau dann trotzdem zum Überholen an – und prallte in den Unterhaltswagen der beiden Strassenarbeiter. Diese hatten ihre Arbeit in der anderen Röhre zuvor beendet. Sie waren in ihren Wagen gestiegen, der im gesperrten Stadtautobahn-Bereich abgestellt gewesen war. Dann fuhren sie in der einspurig geführten Stephanshorn-Röhre korrekt auf der rechten Spur in Richtung Meggenhus, als der Unfall passierte.

Keine Trennelemente im Tunnel
“Jeder Unfall ist einer zuviel und wird analysiert”, sagt Peter Saxer zur Frage, ob sich nach den Vorkommnissen der Nacht auf Dienstag nun Verbesserungen aufdrängten. Zur Frage, ob die beiden Fahrbahnen bei einspurig geführtem Regime nicht auch im Tunnel durch Elemente abgetrennt werden müssten, winkt Saxer allerdings ab. Zwei Gründe sprechen für ihn dagegen: “Zum einen können solche Trennelemente angefahren werden und bleiben dann auf der Fahrbahn liegen. Ein nachfolgender Autofahrer hat nur noch die Möglichkeit, sein Fahrzeug entweder in die Tunnelwand oder auf die Gegenfahrbahn zu lenken, um einem am Boden liegenden Element auszuweichen”, sagt Saxer. Zudem wäre das Aufstellen dieser Elemente für die Arbeiter unter laufendem Verkehr viel zu gefährlich, wie Saxer weiter festhält.

Im Bereich der Füsse eingeklemmt
Glück im Unglück war, dass beim Frontalunfall im Stephanshorn keine Todesopfer zu beklagen waren. Die Berufsfeuerwehr der Stadt St.Gallen musste die Unfallverursacherin aus ihrem Fahrzeug schneiden – “sie war insbesondere im Bereich der Füsse im Wagen eingeklemmt”, sagt Kommandant Walter Bruderer. Während die Frau schwer verletzt ins Spital gebracht wurde, trugen die beiden Unterhalts-Arbeiter etwas weniger schwere Blessuren davon. “Der Mitfahrer des Unterhaltswagens konnte bereits wieder aus dem Spital entlassen weden”, informiert Peter Saxer. Der 34-jährige Mann am Steuer wurde mittelschwer verletzt – er befand sich am Dienstagmittag noch in Spitalpflege.


Klick HIER: zum Originaltext Im einen Wagen sassen Bauarbeiter

http://www.tagblatt.ch/4680551Im einen Wagen sassen Bauarbeiter

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema St.Gallen voll und ganz gerecht zu werden.

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