Nachricht aus St.Gallen: Er macht mit Lust ein Geschäft

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

Gino Iller betreibt an der Bahnhofstrasse den Laden «Erotic und Fashion». Zu seinen Kunden zählen St.Galler und Auswärtige, Junge und Alte, Männer und Frauen. Der 70-Jährige sagt, sein Beruf habe auch etwas Therapeutisches.

ST.GALLEN. Fast erinnert das Erdgeschoss von «Erotic und Fashion» an der Bahnhofstrasse an einen Tante-Emma-Laden. Der Raum und die Regale sind vollgestellt, die Artikel sind nach Grösse und Farbe sortiert, die Preise stehen auf kleinen Etiketten. Aber der Vergleich hinkt schnell. Hinter der Kasse verdeckt das Bild eines Schenkels das einer Brust. In den Regalen überlappen sich die Hüllen der Porno-DVDs, Vibratoren stehen dicht an dicht.

Und dazwischen Gino Iller. Er betreibt den Laden seit 21 Jahren. Vor ein paar Tagen ist er 70 geworden. Er sieht jünger aus, ist gebräunt und hager. Dass er sich fit halte, sei ihm sehr wichtig, sagt er. Iller spielt Tennis und macht Yoga. «Heute Mittag, als niemand im Laden war, habe ich in der Ecke da hinten einen Kopfstand gemacht.» Er zeigt auf die Wand mit den Dessous.

Kundschaft hat sich gewandelt

Ein Mann um die 60 betritt den Laden. Er tauscht eine DVD um. Wenig später kommt eine junge Frau herein, sie steht lange vor dem Regal mit den Vibratoren. Früher seien nur Männer in den Laden gekommen, sagt Iller. «Heute sind es ein bisschen mehr Männer, aber auch viele Frauen.»

Das Schutzalter liegt bei 16 Jahren. Bei jungen Menschen hätten die «Fifty Shades of Grey»-Bücher und -Filme völlig falsche Vorstellungen von Sexualität geweckt, sagt Iller. «16-Jährige sind zu mir gekommen, die glaubten, für ihre Entjungferung brauche es 50 Peitschenhiebe.»

Wird Sexspielzeug heute nicht im Internet gekauft? Ja, er spüre die Konkurrenz der Online-Händler, sagt Iller. Doch dem Laden gehe es gut. Iller betreibt eine Homepage, aber keinen Online-Handel. Das Risiko, benutzte Waren retour zu bekommen, sei zu hoch.

Die Beratung sei vielen wichtig

Für viele Kunden sei die Beratung wichtig. Sie kämen häufig mit speziellen Wünschen, die sie aus dem Internet kennen, möchten die Produkte vor dem Kauf aber anfassen. In den vergangenen Jahren seien diese technischer geworden, sagt Iller. «We Vibe» sei gerade sehr beliebt. Das kleine Gerät soll die Frau stimulieren, es kann über eine App gesteuert werden.

Immer wieder kämen Männer zu ihm, die darunter litten, dass sie zu früh ejakulierten. Er könne ihnen mit Tabletten zur Beruhigung der Nerven helfen, aber er sage ihnen auch: «Das ist auch eine Kopfsache. Daran kannst du arbeiten.» Seine Arbeit habe etwas Therapeutisches, sagt Iller.

Erst Bäcker, dann Buchhalter

Umwege haben ihn zu «Erotic und Fashion» geführt. Iller, in Teufen geboren und St.Gallen aufgewachsen, ist gelernter Bäcker und Konditor. «Ich arbeitete sechs Tage die Woche und verdiente nichts.» Also besuchte er die Abendschule und arbeitete erst als Verkäufer im Möbelhaus, später als Buchhalter.

«Mein Bruder hatte damals Probleme mit dem Gesetz und zwei Erotikläden in Zürich.» Iller übernahm sie, eröffnete weitere, 1979 einen im Linsebühl. «Das waren noch ganz andere Zeiten», sagt er. Iller musste die Ware schmuggeln. «Mir hat das Versteckspiel gefallen.» Heute dauert es einen Moment, bis Kunden ihn zwischen all der nackten Haut finden.


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http://www.tagblatt.ch/4703382Er macht mit Lust ein Geschäft

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!

Aus St.Gallen – topaktuelle News: Eine Rutschpartie, die Freude macht

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

Der Verkehr an der Teufener Strasse ist dieses Wochenende einer 200 Meter langen Wasserrutsche gewichen. Die Organisatoren von «Slide my City» sind mit den Besucherzahlen des ersten Tages mehr als zufrieden.

ST.GALLEN. Gestern mittag fällt der Startschuss zur St.Galler Ausgabe von «Slide my City». Auf einer aufblasbaren Rutschbahn stürzen sich die ersten jungen Waghalsigen von der Verzweigung Oberstrasse runter in Richtung Baracca Bar. Bis 15 Uhr gehört die Wasserrutsche nur den Familien, dann folgt ein Actionteil für Jugendliche und Erwachsene. Schon kurz nach dem offiziellen Start gleicht die Teufener Strasse einer Festmeile, bis in den Nachmittag hinein sind keine Tickets mehr übrig. Oben am Start und unten an der Kasse bilden sich lange Schlangen.

Actionferien in der Stadt

Die sommerlichen Temperaturen haben ihren Teil dazu beigetragen, dass der erste Tag der Rutschparty zu einem grossen Erfolg wurde. Zahlreiche Schaulustige versammeln sich hinter den Absperrgittern und filmen ihren die Strasse hinunterrutschenden Nachwuchs. Einige Eltern wagen sich sogar selbst auf die 200 Meter lange Rutschpartie. «Ich finde es toll, dass es so etwas in der Stadt gibt», sagt ein Familienvater aus Mörschwil. «So kann man den Kindern etwas bieten, ohne gleich verreisen zu müssen.»

Kein Alkohol am Fest

Der Projektverantwortliche Silvan Müller ist vom Standort an der Teufener Strasse, den er mit «Slide my City» zum erstenmal im Programm hat, sehr glücklich. «Es ist nicht zu steil, aber reicht trotzdem, um Tempo aufzubauen.» Mit zahlreichen Helfern ist er nach St.Gallen gekommen, das neben Zürich und Bern im diesjährigen Programm des Rutschbahn-Projekts ist.

«Wir verstehen uns als Volksfest, hören aber auf, wenn es am schönsten ist», sagt Müller und meint damit, dass die Veranstaltung bereits um 19.30 Uhr endet. Auf Alkoholausschank verzichten die Veranstalter bewusst. Sie betonen gerne, dass «Slide my City» ein Familienanlass sei. Dies sei auch der Grund gewesen, dass man für das ambitionierte Projekt von der Stadt eine Bewilligung erhalten habe.

«Es ist schliesslich nicht selbstverständlich, während eines ganzen Wochenendes einen Strassenabschnitt zu sperren.» Auch heute Sonntag wird an der Teufener Strasse wieder bis in die Abendstunden gerutscht. Die Organisatoren rechnen aber wetterbedingt mit weniger Andrang als noch am Samstag.


Hier: zur ganzen Quelle Eine Rutschpartie, die Freude macht

http://www.tagblatt.ch/4704200Eine Rutschpartie, die Freude macht

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

Aus St.Gallen – topaktuelle News: Fragen zum Thema “Integrationsverweigerer”

Ein aktueller Artikel zu diesem aktuellen Thema St.Gallens.

Mittels einer einfachen Anfrage möchte Kantonsrat Mike Egger (SVP, Berneck) erfahren, ob der Kanton St.Gallen bereit ist, die Niederlassungsbewilligung des “konsequenten Integrationsverweigerers” aus St.Margrethen zu widerrufen. Zudem fordert er Lösungsvorschläge, um solche Fälle künftig zu vermeiden.

Trotz wiederholten Gesetzesverstössen wie zum Beispiel die Weigerung, seine Kinder am Schwimmunterricht, an Schullagern und an Weihnachtsfeiern teilnehmen zu lassen, sei ein bosnischer Staatsbürger aus St.Margrethen lediglich zu einer milden Geldstrafe verurteilt worden. Zudem, so hält Kantonsrat Mike Egger in seiner Einfachen Anfrage fest, habe E.T. gemäss seinen eigenen Aussagen grössere Schulden aufgrund früherer, nicht bezahlter Bussen angehäuft, die er voraussichtlich nicht bezahlen wolle und könne, da er und seine Familie von der Sozialhilfe leben würden. “Er profitiert damit also von einer faktischen Straflosigkeit”, so Egger.

Konsequente Integrationsverweigerung
In seiner Einfachen Anfrage möchte der SVP-Kantonsrat aufgrund dieses Falles folgende Fragen klären:

1. “Ist das kantonale Amt für Migration bereit, aufgrund des extremen Gedankenguts von E.T., der keinerlei Zweifel daran lässt, dass er unser Gesellschaftssystem verachtet und damit in schwerwiegender Weise und wiederholt gegen unsere Grundwerte verstossen hat, seine Niederlassungsbewilligung zu widerrufen?”
2. “Ist die Regierung nicht auch der Meinung, dass aufgrund der verschiedenen Vorkommnisse Dringlichkeit gegeben ist, um den seit längerem angekündigten Bericht über die Bedeutung der Grundrechte unverzüglich dem Kantonsrat zu unterbreiten?”
3. “Wird der Bericht auch Lösungsvorschläge enthalten, um Situationen wie jene der konsequenten Integrationsverweigerung seitens E.T. zu vermeiden?”

Egger hält weiter fest, dass im Oktober 2015 dem kantonalen Sicherheits- und Justizdepartement eine von 3’200 Personen unterzeichnete Petition eingereicht worden sei, in welcher Massnahmen gegen renitente Integrationsverweigerer wie der oben erwähnte Bosnier gefordert worden seien. Die Regierung habe in ihrer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass Niederlassungsbewilligungen, die seit mehr als 15 Jahren gültig seien, nur bei schwerwiegenden Gründen widerrufen werden können.

Mehrere Vorstösse hängig
Wie es in der Einfachen Anfrage weiter heisst, seien seit 2013 mehrere parlamentarische Vorstösse hängig, die das Spannungsfeld betreffen würden, welches die zunehmende Zahl ausländischer Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen mit sich bringt. “Die Regierung hat wiederholt angekündigt, die Vorstösse im Rahmen eines Berichts über die Bedeutung der Grundrechte für das staatliche Handeln zu beantworten”, hält Egger fest. Der Fall von E.T. zeige aber einmal mehr, dass Handlungsbedarf in diesem Bereich bestehe, und es nicht nachvollziehbar sei, dass der Bericht der Regierung noch immer nicht vorliege. (red.)


Click: ZUR SPANNENDEN QUELLE Fragen zum Thema “Integrationsverweigerer”

http://www.tagblatt.ch/4703113Fragen zum Thema “Integrationsverweigerer”

Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: Schulbeginn nach Fahrplan

Der Text trifft den Nagel auf exakt auf den Kopf

Wann der Unterricht an den Kantonsschulen am Morgen beginnt, hängt vor allem von den Zug- und Busverbindungen ab. ÖV-Vertreter wünschen sich einen späteren Schulstart. Dieser würde helfen, die Verkehrsspitzen zu glätten.

ST. GALLEN. Den Schülerinnen und Schülern an der St.Galler Kantonsschule am Burggraben dürfte der Start nach den Sommerferien etwas leichter fallen: Ab dem neuen Schuljahr müssen sie nämlich frühestens um 7.55 Uhr statt wie bisher um 7.30 Uhr in der Schule sein (Ausgabe vom 12. Juli). Die Idee, den Schulbeginn um 25 Minuten nach hinten zu verschieben, stammt aus der Schülerschaft. Unterstützung bekamen die Schüler von Lehrern und vom Schularzt, da die Konzentration der Schüler morgens um halb acht Uhr oft nicht so hoch sei. Auch Schlafforscher empfehlen einen späteren Schulbeginn. Schon eine Verschiebung um 20 Minuten nach hinten würde bewirken, dass die Schüler wacher, besser gelaunt und leistungsfähiger seien, sagte Schlafforscher Christian Cajochen kürzlich in der Ostschweiz am Sonntag.

Teure «Pendlerspitzen»

Ein späterer Schulbeginn hat aber nicht nur einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Er kann auch dabei helfen, den öffentlichen Verkehr in den frühmorgendlichen Pendlerstunden zu entlasten. Experten sprechen von einem «Glätten der Verkehrsspitzen». Die SBB setzen sich seit Jahren für einen späteren Schulbeginn ein. «Wir transportieren rund 50 Prozent unserer Fahrgäste in etwa fünf Stunden eines Betriebstages», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi, «und in den langen restlichen 14 Stunden die weiteren 50 Prozent.» Diese «Pendlerspitzen» seien teuer, denn die Kapazität der Bahn sei auf diese Spitzenbelastungen ausgerichtet. Und trotzdem gebe es im Regionalverkehr immer wieder Stehplätze in diesen Hauptverkehrszeiten. «Über einen ganzen Betriebstag gesehen sind unsere Züge durchschnittlich nur zu gut 30 Prozent ausgelastet», sagt Pallecchi weiter. Ein späterer Schulbeginn oder ein flexibler Arbeitsbeginn würde demnach das Bahnsystem stark entlasten und dessen Kosten senken. Der Verband öffentlicher Verkehr unterstützt die Bemühungen der SBB, wie dessen Mediensprecher Roger Baumann auf Anfrage sagt. Den Unterricht am Morgen auf später anzusetzen, sei ein «taugliches Mittel, um die Verkehrsspitzen etwas abzubrechen».

Derselben Meinung ist man bei den Stadtsanktgaller Verkehrsbetrieben (VBSG). Auch sie kennen das Phänomen der überfüllten Busse am Morgen. Mit einem späteren Schulbeginn an den Kantonsschulen oder gestaffelten Vorlesungen an den Hochschulen könnte die Auslastung der Buskapazitäten besser verteilt werden, sagt VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann. Er selber habe vor Jahren bereits mit einzelnen Schulen darüber gesprochen. «Doch offenbar gab es Gründe, dass dies nicht möglich war.» Umso mehr freut ihn nun, dass Schüler der Kantonsschule am Burggraben mit ihrem Anliegen auf offene Ohren gestossen sind.

Andere werden kaum folgen

Nebst der Kanti am Burggraben wird auch jene am Brühl, wo einige Lehrer des Burggrabens ebenfalls arbeiten, nach den Sommerferien den späteren Schulbeginn einführen. Dass die anderen vier St. Galler Kantonsschulen (Heerbrugg, Sargans, Wattwil und Wil) nachziehen, ist wenig wahrscheinlich. In Wattwil beispielsweise sind die Schulzeiten bereits einmal überprüft worden. Man habe aber kaum Verbesserungsmöglichkeiten gesehen, sagte Rektor Martin Gauer gegenüber der «Zürichsee-Zeitung». Eine Verschiebung des Schulbeginns ist in Wattwil kein Thema. Da die Schüler häufig nicht am Standort der Schule wohnen, müsse der Unterrichtsbeginn in erster Linie auf die Fahrpläne von Zug und Bus abgestimmt werden, heisst es beim kantonalen Amt für Mittelschulen. Nach grösseren Fahrplanwechseln habe es auch schon Änderungen bei den Unterrichtszeiten gegeben.

Gespräche finden statt

Auch im Kanton Thurgau sind nicht zuletzt die Ankunftszeiten der wichtigsten Verkehrsmittel ausschlaggebend für den Unterrichtsbeginn an den Mittelschulen in Frauenfeld, Kreuzlingen und Romanshorn. «Deshalb finden immer wieder Gespräche mit Vertretern von SBB und Postauto statt – auch um die morgendlichen Verkehrsflüsse besser kanalisieren zu können», sagt Urs Schwager, Leiter Amt für Mittel- und Hochschulen. Ob Schüler einzelner Schulen inzwischen ebenfalls aktiv geworden sind, könne er nicht beurteilen.


Hier: zum ausserordentlich tollen Eheringe-Text Schulbeginn nach Fahrplan

http://www.tagblatt.ch/4703469Schulbeginn nach Fahrplan

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

Frische St.Gallener – Neuigkeit: 118 St.Galler Kirchenglocken im Gleichklang

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

Ein weltweit einmaliger Klang-Event wird am 21. August in St.Gallen zu hören sein. Alle 118 Kirchenglocken der Stadt läuten zu einem Konzert. Möglich machen dies zwei Musiker, 50 Freiwillige und ausgeklügelte Computertechnik.

ST.GALLEN. Am Sonntag, 21. August, zwischen 14.35 und 15.10 Uhr läuten alle 118 Glocken der 29 St.Galler Kirchtürme auf einmal. Zu hören sein wird jedoch nicht einfach flächendeckendes Glockengeläut, sondern ein richtiges Konzert. Das Projekt ist weltweit einzigartig: Noch nie wurden wurden in einer Stadt alle Kirchenglocken orchestriert zum Klingen gebracht.

Moderne Computertechnologie
«Zusammenklang» − so heisst der ungewöhnliche Event − ist auf die Initiative der Komponistin Natalija Marchenkova Frei und des Musikers Karl Schimke entstanden. Marchenkova stammt aus Russland, Schimke aus den USA. Beide leben seit einigen Jahren in St.Gallen und hatten unabhängig voneinander die Idee, die vielen Kirchglocken der Stadt zusammen erklingen zu lassen. Ein gemeinsamer Bekannte brachte sie zusammen.

Die beiden Künstler planten den Event von langer Hand und suchten Freiwillige, die auf die Kirchtürme steigen und die Glocken am 21. August zum Klingen bringen. Dem Aufruf folgten 50 Helfer, die sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Möglich mache das 100’000 Franken teure Projekt jedoch erst die moderne Computertechnologie, sagte Schimke der Nachrichtenagentur sda.

«Unvergessliches Erlebnis»
Das eigentliche Konzert, das eine halbe Stunde dauern wird und aus verschiedenen Abschnitten besteht, sei nur an einem zentralen Hörort koordiniert zu hören. Dieser befindet sich auf einer Wiese unterhalb des Bades «Dreilinden». An jedem anderen Punkt der Stadt töne das Glockenkonzert anders. Das Erlebnis werde auf jeden Fall unvergesslich sein, verspricht Schimke.

Die Stadt St.Gallen erstreckt sich über 16 Kilometer und liegt zwischen zwei Hügeln. «Bis der Klang der Glocken den zentralen Hörort erreicht, können bis zu 20 Sekunden vergehen», erklärt Schimke. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Reaktionszeiten der freiwilligen Glockenspieler hätten ebenfalls Einfluss auf den Klang. Hier setze die Steuerungssoftware einer ortsansässigen Softwarefirma an, welche die Spezialisten kostenlos für das Projekt entwickelt haben.

Klangarchiv angelegt
Vor dem Konzert wurde ein Klangarchiv mit allen Glocken aufgenommen. Die Kirchenglocken der 29 Kirchen und Kapellen der Stadt bestehen insgesamt aus 150 Tonnen Bronze und unterscheiden sich in Grösse und Klang. Die kleinste Glocke wiegt 25, die grösste 7500 Kilogramm. Die Glocken erklingen vom tiefen E in der St.Galler Kathedrale bis zum hohen As in der Maria Einsiedeln Kapelle.

Zwei Oktaven können vollständig mit den Glocken gespielt werden, darüber hinaus fehlen jedoch einige Töne. «Für die Komposition war dies eine Herausforderung», sagte Schimke. Seine Künstler-Kollegin und er hätten aber auf zahlreiche unterschiedliche Klangfarben der Glocken zurückgreifen können. Diese wechseln zwischen dumpf und wuchtig und metallen und klar.

Anweisung per Smartphone
In vier Kirchen werden die Glocken computergesteuert zum Klingen gebracht. Die Techniker bauen in diesen Fällen Minicomputer als Schnittstelle ein. Andere Glocken werden mit einem Fall-Schlag-Hammer manuell angeschlagen.

Die freiwilligen Mitwirkenden des Projekts erhalten auf ihrem Mobiltelefon einen Countdown und ein Signal zum Auslösen und Stoppen des Schlages. In vielen Kirchen werden die Klöppel mittels einer Konstruktion angebunden und dann wiederum mit Hilfe des Signals aus dem Smartphone manuell gelöst.

Bei allen manuellen Steuerungen werden die Reaktions− und Umsetzungszeiten gemessen, die von der Auslösung des Signals bis zum Klang der Glocke vergehen. Da diese bei jeder Glocke und jedem Mensch unterschiedlich seien, müsse diese Messung pro Spieler und Glocke durchgeführt werden und in die Steuerungssoftware eingegeben werden. In sieben Kirchen können die Glocken nur manuell geläutet werden. Das Signal dazu wird ebenfalls von einem Smartphone kommen. Die Proben sollen Anfang August beginnen. (sda)
http://www.zusammenklang.com


Klick HIER: zum lesenswerten Originalartikel 118 St.Galler Kirchenglocken im Gleichklang

http://www.tagblatt.ch/4703105118 St.Galler Kirchenglocken im Gleichklang

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: Der Politik trauert sie nicht nach

Kompetenter Text, auf den Punkt gebracht.

Zwölf Monate lagen zwischen ihrer Fast-Wahl zur Bundesrätin und ihrer Abwahl als St. Galler Regierungsrätin. Die Politik ist für Rita Roos in weite Ferne gerückt, die Pensionierung rückt näher.

Rita Roos steht vor einem Wechsel. Einem gewollten. Einem ruhigen. Einem, der sich seit längerem abzeichnet. Sie tritt Ende Jahr als Direktorin von Pro Infirmis Schweiz zurück – und in den Ruhestand. Seit elfeinhalb Jahren steht sie der grössten Behindertenorganisation der Schweiz vor. Rita Roos wirkt entspannt. Sie führt durch den Garten ihres Hauses in Lichtensteig, erzählt von ihrer Entlebucher Sennenhündin und parliert ungezwungen am Küchentisch über Vergangenes, Aktuelles und Künftiges. Dem war nicht immer so. Ihr Abgang aus der Politik war abrupt, bitter und schmerzvoll. Rita Roos zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. 16 Jahre sind seither ins Land gezogen.

Ein Wahlzettel gibt den Ausschlag

Auch wenn ihr Fall als Politikerin schier bodenlos scheint: Rita Roos schrieb St. Galler Politikgeschichte. Die Christlichsoziale wurde 1996 – zusammen mit der Sozialdemokratin Kathrin Hilber – als erste Frau in die St. Galler Regierung gewählt. Sie war auch die erste Frau Landammann des Kantons. Und es sah so aus, als ob ihre Karriere noch weiter nach oben führen würde: Rita Roos kandidierte für den Bundesrat, zog als Favoritin gegen Ruth Metzler ins Rennen – und musste sich geschlagen geben. Eine einzige Stimme fehlte ihr zur Wahl. Wegen der Schludrigkeit eines Parlamentariers; auf einem Wahlzettel stand der Name Roth und nicht Roos.

Ihre Nichtwahl in Bern mündet in eine Abwärtsspirale, aus der sich die Toggenburger Anwältin nicht befreien kann. Fast auf den Tag genau ein Jahr später landet die Volkswirtschaftsdirektorin in der Erneuerungswahl der St. Galler Regierung auf dem letzten Platz. Wenig später tritt eine gezeichnete Rita Roos vor die Medien und gibt ihren Verzicht auf den zweiten Wahlgang bekannt. Ein emotionaler Moment. Und das Ende ihrer politischen Karriere.

Eines, sagt Rita Roos, habe sie damals nicht verloren: Das Urvertrauen, dass sie ihren Weg wieder finden würde. Was half ihr dabei? «Ich bin nicht der Typ, der ins Kloster geht.» Rita Roos ging in die USA. Für einen Studienaufenthalt. Ein halbes Jahr hatte sie geplant, geblieben ist sie fast zwei Jahre. Die Juristin wollte mehr über das amerikanische Rechtssystem erfahren, schrieb sich in San Diego an einer Universität ein, machte einen Master of Law. «Mein Geschenk zu meinem 50. Geburtstag», sagt sie lachend.

Rita Roos mietete in den USA ein Zimmer bei einer älteren Holländerin, war umgeben von jungen Mitstudenten und auf sich zurückgeworfen. «Das war herausfordernd.» Rückblickend sagt sie: «Es war das Richtige. Ich lernte viel Neues und gewann Distanz zu den hiesigen Ereignissen.»

Vom Zweck überzeugt

Sie kehrt in die Schweiz zurück, landet «auf der grünen Wiese», überlegt sich ihre berufliche Zukunft – «strukturiert, aber ohne Druck». Sie steigt wieder als Anwältin ein. Bis die Anfrage von Pro Infirmis kommt. Erst für eine Mitarbeit im Vorstand, wenig später für das Direktorium. Rita Roos verlangt eine Bedenkzeit, dann sagt sie zu. «Der Zweck der Organisation hat mich überzeugt: Menschen mit einer Behinderung in einem selbständigen Leben zu unterstützen.» Er ist ihr nicht fremd. So wenig wie das Engagement für behinderte Menschen. Eine ihrer drei Schwestern ist auf den Rollstuhl angewiesen. Randsteine, Stufen, fehlende Griffe – Rita Roos’ Blick für derartige Hindernisse ist seit vielen Jahren geschärft. In jenen Tagen der Entscheidfindung treibt sie noch ein anderes Gefühl um: Die Anwaltstätigkeit – «immer dieses Strittige» – erfüllt sie nicht mehr so sehr wie in früheren Jahren. Das war 2005.

Elf Jahre später sagt sie: «Das Thema Behinderung wird heute offener diskutiert als damals. Das Bewusstsein für Menschen mit einer Beeinträchtigung ist geschärfter.» Sie würden vermehrt als Personen «wie du und ich» wahrgenommen. Und dennoch: Bis sich diese Haltung konsequent in allen gesellschaftlichen Belangen durchsetze, wie dies die UNO-Behindertenkonvention auch von der Schweiz verlange, sei es noch ein langer Weg – und seien manche Sparappelle der öffentlichen Hand auszuhalten. «Es finden sich immer wieder vor allem finanzielle Argumente gegen bauliche Massnahmen, die Gehbehinderten oder Rollstuhlfahrern das Leben erleichtern würden.» Ein spontaner Ausflug sei für eine Person im Rollstuhl hierzulande kaum möglich; er müsse detailliert geplant werden und häufig bestimmten die Zugänglichkeit von Gebäuden oder Restaurants mit einem Behinderten-WC die Route – «das ist übel».

Ein anderes, schwieriges Thema: die Integration von Menschen mit einer Behinderung oder IV-Bezügern in den Arbeitsmarkt. Auch wenn heute vermehrt Unternehmen ihren guten Willen bekundeten: Die Vorbehalte, Menschen mit einer Behinderung einzustellen, seien gross. Was könnte helfen, diese abzubauen? «Quoten», sagt Rita Roos, «für eine Übergangsphase, so dass alle Beteiligten die Erfahrung machen können, dass es funktioniert.» Was dabei wichtig sei: Arbeitgeber wie Arbeitsteam müssten unterstützt werden – «ohne geht es nicht». Denn: «Gerade bei Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung kann die Integration in den Arbeitsprozess lange dauern. Ihre Integrationsfähigkeit wird teilweise überschätzt.»

Schlummermutter besuchen

Der Politik trauert Rita Roos schon lange nicht mehr nach. Sie könne in ihrer heutigen Aufgabe «viel zielgerichteter an Themen vorwärts arbeiten». Was hat sie bei Pro Infirmis für sich persönlich gelernt? «Geduldiger zu sein, auch mal abzuwarten oder etwas auszusitzen.» Für den nächsten Lebensabschnitt hat sie sich vor allem eines vorgenommen: «Bewusster leben.» Mehr in der Natur und weniger termingebunden unterwegs sein. Ein «Termin» ist gesetzt: der Besuch ihrer ehemaligen Schlummermutter in den USA.


Hier: zur umfassenden Quelle Der Politik trauert sie nicht nach

http://www.tagblatt.ch/4702295Der Politik trauert sie nicht nach

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

Betrifft St.Gallen: Schwendi wieder von Unwetter heimgesucht

Ein lesenswerter Bericht für alle St.Gallen-Interessierten.

Wieder hat ein schweres Unwetter das Weisstannental heimgesucht: Unter anderem wurden die Forellenzucht und der Gnadenhof Luna von Wassermassen und Geröll überschwemmt. Beide wurden schon letztes Jahr nach einem Gewitter schwer beschädigt.

Am Mittwochnachmittag ging ein Gewitter über dem Weisstannental nieder. In der Folge trat der Mülibach über die Ufer und überschwemmte die dort ansässige Fischzucht, den Gnadenhof Luna, Wiesland und andere Gebäude. Wie der “Sarganserländer” berichtet, hat das Unwetter in Schwendi grosse Schäden angerichtet.

Alle Tiere wohlauf
Der Mülibach suchte sich nach dem Gewitter einen neuen Weg und führte Geröll und Schlamm quer durch Schwendi. Schwer betroffen wurde – wie schon letztes Jahr – die ansässige Fischzucht und der Gnadenhof Luna. Wie der Gnadenhof auf seiner Facebookseite berichtet, seien alle Tiere wohlauf.

https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FGnadenhofLunaSanctuaryLuna%2Fvideos%2F1251332161552293%2F&show_text=0&width=560
https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FGnadenhofLunaSanctuaryLuna%2Fvideos%2F1251369211548588%2F&show_text=0&width=560
“Nur noch raus hier!”
Das Gewitter habe um 15 Uhr eingesetzt und sei dann immer stärker geworden. Ebenfalls schwer betroffen ist das Restaurant der Fischzucht. Wie die Wirtin gegenüber dem “Sarganserländer” schildert, seien die Wassermassen genau Richtung Restauranteingang gelaufen. Zunächst habe man es noch wegschöpfen können, dann sei jedoch auch die Strasse und der untere Teil des Gebäudes überflutet worden und ein Helfer habe gerufen : “Nur noch raus hier!” – und dann sei die Türe eingedrückt und das Restaurant überschwemmt worden. (chs)


Klick HIER: ZUR UMFASSENDEN QUELLE DES TEXTES Schwendi wieder von Unwetter heimgesucht

http://www.tagblatt.ch/4702131Schwendi wieder von Unwetter heimgesucht

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!