News aus St.Gallen: Kehrtwende nach dem Postauto-Unfall

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

Als Anfang Juni in Rorschach ein Postauto verunfallte, hiess es, die vordere Türe habe sich während der Fahrt geöffnet. Nun verlautet aus Postauto-Kreisen: Das Problem lag woanders – und tritt angeblich immer wieder auf.

Anfang Juni sorgte der Unfall eines Postautos an der Hauptstrasse in Rorschach für Aufsehen. Das Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn, prallte in einen Personenwagen und schliesslich in eine Hausmauer. Insgesamt acht Personen wurden dabei leicht verletzt. Nach dem Unfall liess die St.Galler Kantonspolizei verlauten, die vordere Türe des Postautos habe sich geöffnet – beim Versuch, sie wieder zu schliessen, habe der 50-jährige Chauffeur die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren. Doch diese Schilderung entspricht in einem wichtigen Punkt nicht dem, was tatsächlich passierte.

“Ein Kommunikationsproblem”
Hanspeter Krüsi, Chef Kommunikation der St.Galler Kantonspolizei, bestätigt auf Anfrage von Tagblatt Online Informationen aus Postauto-Kreisen, wonach es nicht die vordere Türe war, die sich öffnete. Aufgegangen war jenes Türchen, welches die Kabine des Chauffeurs vom Eingangsbereich des Postautos abgrenzt – im Fachjargon Fahrertüre genannt. Krüsi nennt ein Kommunikationsproblem mit den Beamten vor Ort als Grund für den Fehler – und die Hektik, die gleich nach dem Unfall geherrscht habe. “Für uns war zunächst die optimale Versorgung der Verletzten prioritär”, sagt er.
Untersuchung läuft noch
Zu Informationen, der Fahrer habe das Türchen während der Fahrt zu schliessen versucht, sei dabei halbwegs von seinem Stuhl gerutscht und deshalb auf die Gegenfahrbahn geraten, äussert sich Hanspeter Krüsi nicht. “Das wird die Untersuchung zeigen, in deren Rahmen auch der Chauffeur und Passagiere befragt worden sind”, so Krüsi. Und was sagt er zu Aussagen aus Postauto-Kreisen, wonach sich die sogenannten Fahrertüren immer mal wieder öffnen – unter anderem auch wegen des Gewichts der Kassen, die darauf platziert sind? “Es ist denkbar, dass die Untersuchung zu einer solchen Aussage kommt, falls das tatsächlich ein Problem ist”, sagt Krüsi. Die Staatsanwaltschaft könne zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls eine Expertise zum Schliessmechanismus dieser Türchen anfordern.

Chauffeur wieder im Dienst
Nach dem Unfall hatte Postauto Schweiz AG verlauten lassen, die Reparatur des Fahrzeuges werde über 10‘000 Franken kosten. Wie stellt sich das Unternehmen zu Aussagen aus Fahrerkreisen, wonach sich die Fahrertüren immer mal wieder öffnen, zumal einige von ihnen nur über einen Schnappverschluss anstatt eines Riegels verfügen? Mediensprecher Urs Bloch: “So, wie es aussieht, handelt es sich beim Unfall um einen Einzelfall. Unseren Experten ist nicht bekannt, dass es systematische Probleme mit der Fahrertüre gibt.” Wenn auf der Fahrertüre eine Kasse montiert sei, habe sie ein gewisses Gewicht. Man müsse die Türe dann mit Schwung schliessen. Die meisten von ihnen lassen sich laut Bloch mit einer Art Türfalle wieder öffnen. Als Reaktion auf den Unfall von Rorschach will Postauto Schweiz AG den Hebel nun bei den Chauffeuren ansetzen: Sie sollen in den Kursen künftig darauf hingewiesen werden, dass sie vor der Abfahrt auf das richtige Schliessen der Fahrertüre achten müssen. Der Unfall-Chauffeur selbst setzte nach der Kollision in Rorschach ein paar Tage aus – inzwischen ist er laut Urs Bloch wieder im Dienst.


Click: Zur Ganzen Textquelle Kehrtwende nach dem Postauto-Unfall

http://www.tagblatt.ch/4668023Kehrtwende nach dem Postauto-Unfall

Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

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