News aus St.Gallen: Sinnliches Kanti-Spektakel

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Schüler der Kanti am Burggraben arbeiten während einer Sonderwoche auf ein spektakuläres Frühlingsfest hin. Der Inhalt ist teils geheim. Das Ganze läuft unter dem Motto «von Sinnen». Zum Auftakt las gestern Pedro Lenz in der Aula.

Haben Kantilehrer tatsächlich Kontakt zu Ausserirdischen aufgenommen und diese zum Abschluss der Sonderwoche eingeladen? Werden die Prorektoren die Zuschauer aus einem Zeppelin heraus mit Konfettikanonen attackieren? Oder darf doch damit gerechnet werden, dass sich Prominente wie Justin Bieber, Donald Trump, Wladimir Putin und Angela Merkel die Ehre geben, zu den Hits von DJ Bobo tanzen und sich sogar ihre Liebe gestehen?

Die Spekulationen, wie sie in der aktuellen Ausgabe des Schülermagazins der Kantonsschule am Burggraben angestellt werden, gehen wohl etwas zu weit. Klar ist aber, dass die Sonderwoche, die gestern unter dem Motto «von Sinnen» gestartet ist und an der rund 1300 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Lehrpersonen beteiligt sind, mit einem ausgiebigen und eindrücklichen Fest am Freitag abgeschlossen wird, welches teilweise auch für die Öffentlichkeit gedacht ist.

Musikalisch und spektakulär

«Am Donnerstag findet ein öffentlicher, aber eher ruhiger Abend der multimedialen Verwöhnung im Bereich der Aula im Neubau statt», sagt Prorektor Andreas Wenk. Ab 18 Uhr wird dort Livemusik von Renaissance bis Moderne gespielt. Der Höhepunkt des Abends ist die Uraufführung des Trickfilms «Ein famoses Kronoptikum», dessen Filmmusik live von einem Kammerensemble gespielt wird.

Am Freitag, ab 17 Uhr, präsentieren dann alle Schüler ihre im Rahmen der Sonderwoche erarbeiteten Projekte der Öffentlichkeit. Ab 20.15 Uhr geht das sagenumwobene und geheime Finale des Frühlingsfestes über die Bühne. «Ausser den involvierten Schülern weiss niemand, was gezeigt wird», sagt Wenk. Er verrät aber, dass das Innenhof-Spektakel Elemente wie das Abseilen vom Kantigebäude, ein Feuerwerk und einen vom Physiklehrer präparierten «Döschwo» involviere. «Halt ganz nach unserem Motto wollen wir alle Sinne ansprechen und auch Elemente zeigen, die effektiv etwas <von Sinnen> sind.» Ausserdem ist dem Prorektor wichtig, dass alle Schüler die Möglichkeit erhalten, während ihrer Kantizeit an etwas Grösserem mitzuwirken. «Das sind Erinnerungen, die einem ein Leben lang bleiben», sagt Wenk.

Experimentelle Radiokritik

Der Auftakt zur Sonderwoche fand gestern statt. Während ein Teil der Kanti einen von der Schülerorganisation durchgeführten, gemeinsamen Spaziergang durch St. Gallen unternahm, kam ein anderer Teil in den Genuss einer Lesung des Langenthaler Schriftstellers Pedro Lenz. Dieser begrüsste die Schüler mit einem neuen experimentellen Stück, welches sich den verblödeten Slang von Radiomoderatoren vorknöpfte.

Facettenreiches Verlieren

Danach las Lenz aus «Der Goalie bin ig», mit welchem sich die Schüler im Vorfeld befasst hatten und stellte sich den Fragen. Warum er sich für eine solch tragische Figur als Helden entschieden habe, wollte einer der Schüler wissen. «Weil es nichts Unerträglicheres gibt als Sieger», entgegnete Lenz. So verfüge der Sieger immer nur über eine einzige und immer die gleiche Pose, was Siegen total uninteressant mache. «Verlieren hingegen hat Tausende Facetten. Mich hat deshalb persönlich wie literarisch das Verlieren schon immer interessiert.» Lenz erzählte weiter, wie er 1981 – als er im Alter seiner Zuhörer war – anfing, erste Beizen zu besuchen und dabei auf Drögeler und andere Typen traf, die Dinge erlebt und Geschichten zu erzählen hatten. «Mich hat das einerseits fasziniert, andererseits hat es mir Angst gemacht», sagt Lenz. Aus drei oder vier solcher Bekanntschaften habe er sich den Goalie-Charakter zusammengeschustert. Nachdem er das Buch veröffentlicht hatte, habe ihn einer von ihnen – ein 50jähriger Heroinsüchtiger angerufen und gefragt, weshalb er nicht mit seinem Namen im Buch vorkomme. «Er war richtig enttäuscht.»

Die erwähnten Veranstaltungen sind zwar öffentlich, die Platzzahl ist aber beschränkt: www.ksbg.ch


Hier: zur vollständigen Quelle Sinnliches Kanti-Spektakel

http://www.tagblatt.ch/4640274Sinnliches Kanti-Spektakel

Der Verfasser hat das Topic kurz und doch umfassend beschrieben.

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