Frische St.Gallener – Neuigkeit: Streit in der Genossenschaft

Dieser Bericht bringt es zielgenau auf den Punkt!

Eine abgesagte Generalversammlung, vier Sicherheitsleute, Polizeieinsatz und abgesägte Vorstandsmitglieder: In der Genossenschaft für schönes Wohnen weht derzeit ein rauher Wind.

ST.GALLEN. Das Leitmotiv einer Baugenossenschaft ist das gemeinnützige Miteinander. Dies gilt eigentlich auch in der Genossenschaft an der Zwyssigstrasse. Jetzt herrschen dort aber Unmut und Verdruss. Grund dafür ist die Genossenschaftspräsidentin, die gegen die Statuten handelt, lautet der Vorwurf verschiedener Genossenschafter. Dass die Präsidentin mit Unterstützung von vier Sicherheitsleuten etlichen Genossenschaftern den Zutritt zur Generalversammlung verwehrte, habe das Fass zum Überlaufen gebracht.

Im Alleingang gehandelt

Ihren Ursprung haben die Unruhen in der Wahl von Leonarda Wagner zur Präsidentin, sagt der vormalige Präsident Robert Geiger. Vor ihrer Wahl sei sie bereits zwei Jahre Vorstandsmitglied gewesen und als kompetente und teamfähige Kollegin wahrgenommen worden. Daher wurde sie 2013 als Geigers Nachfolgerin zur Präsidentin gewählt. Aber schon wenige Monate nach dem Amtsantritt habe sie sich Kompetenzen herausgenommen, die ihr nicht zugestanden hätten, sagt Geiger. Und so sei es in einem fort weitergegangen. «Sie wollte alles alleine machen.» In der Folge trat ein Vorstandsmitglied ums andere aus.

Vergangenen Dezember war der Vorstand auf gerade mal vier Mitglieder geschrumpft. Gemäss Statuten braucht es für einen beschlussfähigen Vorstand mindestens sieben Mitglieder. Daher startete ein Trio um Geiger eine Unterschriftensammlung, um noch vor der ordentlichen eine ausserordentliche Generalversammlung abzuhalten. Ziel der Versammlung: Neuwahlen des Vorstands. Es wurden weit mehr Unterschriften gesammelt als die nötigen zehn Prozent. Mittlerweile hatte ein weiteres Vorstandsmitglied den Rücktritt erklärt. Der Vorstand bestand damit noch aus drei Mitgliedern.

Versammlung an- und abgesagt

«Zuerst hat die Präsidentin einen Orientierungsabend angesetzt, zu dem aber nicht alle Genossenschafter eingeladen wurden, dafür aber ein Rechtsanwalt», sagt Geiger. Selbst der Anwalt musste einräumen, dass kein Weg an der verlangten ausserordentlichen Generalversammlung vorbeiführe. Also wurde eine solche auf den 29. April angesetzt. Eine Einladung sei jedoch keine versandt worden. Acht Tage vor dem Termin wurde die Versammlung abgesagt. Weshalb, dazu möchte sich Präsidentin Leonarda Wagner nicht äussern. «Geschäftsgeheimnis», sagt sie knapp.

Strafanzeige und Rausschmiss

Bis zur ordentlichen Generalversammlung am 25. Mai wurde keine Versammlung mehr einberufen. Und zur ordentlichen Versammlung wurden längst nicht alle Mitglieder eingeladen. «Man stelle sich das vor! Das geht rechtlich gar nicht», sagt Geiger. Er habe die nicht eingeladenen Genossenschafter aufgefordert, mit Ausweis und Genossenschaftsschein zu erscheinen. Damit kamen sie aber nur bis zu den Sicherheitsmännern vor der Tür des gemieteten Saals.

Dort erfuhren die Genossenschafter zudem, dass das drittletzte Vorstandsmitglied, Richard Thüler, am Tag zuvor vier eingeschriebene Briefe erhalten hatte, in denen er von all seinen Ämtern – Vorstandsmitglied, Genossenschafter, Protokollführer und Vorstand der Beschwerdekommission – enthoben wurde. Einer der Briefe enthielt sogar einen Strafantrag wegen «Aufsichtspflichtverletzung und anderer Delikte». Was das soll, ist Richard Thüler schleierhaft. Thüler: «Nur die Generalversammlung kann ein Vorstandsmitglied aus dem Amt wählen, nie der Präsident.»

Um einen drohenden Tumult zu vermeiden, liess Geiger die Polizei kommen. Die Polizisten überzeugten die Genossenschafter, abzuziehen. Weil sich die geladenen Genossenschafter solidarisch zeigten und ebenfalls gingen, konnte die Versammlung nicht durchgeführt werden. Wozu die Sicherheitskräfte nötig waren und weshalb Genossenschaftern der Zutritt verwehrt wurde, dazu äussert sich Leonarda Wagner ebenfalls nicht.

Präsidium ad interim

Wie es nun weitergeht? «Wir wollen so schnell wie möglich eine Generalversammlung abhalten und einen neuen Vorstand wählen», sagt Geiger. Wer für den neuen Vorstand vorgesehen ist, will er noch nicht verraten, «um die Leute zu schützen». Er selbst würde interimistisch für höchstens eine Legislatur noch einmal das Präsidium übernehmen, «um in Ruhe einen neuen Präsidenten zu suchen».


Click: zur interessanten TEXTQUELLE Streit in der Genossenschaft

http://www.tagblatt.ch/4643025Streit in der Genossenschaft

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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