Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Ist das Klubhaus noch zu retten?

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

Ein Erhalt des Spanischen Klubhauses scheint angesichts der Sanierungskosten von fünf Millionen Franken unrealistisch. Der Verein Hogar Español würde sich beteiligen. Ein Immobilienexperte meint jedoch, es brauche einen Mäzen als Retter.

ST.GALLEN. Das Schicksal des Spanischen Klubhauses hängt an einem dünnen Faden. Seit die Stadt Ende März bekanntgegeben hat, dass eine langfristige Sanierung bis zu fünf Millionen Franken kosten würde, scheint ein Erhalt des über 120jährigen Gebäudes im Zuge der Weiterentwicklung des Areals Hauptbahnhof Nord kaum realistisch. Auch wenn die Stadt betont hat, dass die Zukunft des Klubhauses auch von anderen Faktoren abhänge. Doch selbst dann dürfte es aufgrund des höheren Mietzinses in seiner heutigen Form nicht mehr zu betreiben sein.

Betrieb nicht mehr rentabel

Dem Vorwurf von Fachleuten, für fünf Millionen könne man aus dem Klubhaus einen Palast machen, hat Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner widersprochen (Tagblatt vom 8. April). Die Genossenschaft Spanisches Klubhaus, der das Gebäude bis September 2013 gehörte, liess die Sanierungskosten vor dem Verkauf ebenfalls schätzen. «Wir kamen auf einen Betrag von etwa 2,5 Millionen Franken», sagt der ehemalige Genossenschaftspräsident Reto Antenen. Allerdings habe es sich dabei um eine grobe Schätzung für eine Renovation für die nächsten 15, 20 Jahre gehandelt – also analog zur Schätzung der Stadt.

Aber zum einen habe das Genossenschaftskapital für die Sanierung nicht ausgereicht, sagt Antenen. Zum anderen hätte auch bei dieser Kalkulation die Miete deutlich erhöht werden müssen. «Das Restaurant hätte etwa doppelt so viel abwerfen müssen. Mit dem heutigen Konzept ist das nicht möglich.»

Auch der St. Galler Immobilieneigentümer und -verwalter Fredi Brändle zeigte wenige Wochen vor dem Kauf des Klubhauses durch die Stadt im März 2015 Interesse am Gebäude. Nach einer Besichtigung schätzte auch er die Kosten für eine «gute» Sanierung – «und nicht für einen Luxustempel» – auf etwa 2,5 Millionen. Für eine Rettung des Klubhauses brauche es einen Investor, der es aus Überzeugung erhalten wolle und weder eine Rendite durch Mieteinnahmen noch eine Amortisation des Kaufpreises erwarte. Brändle selbst wäre an einer Übernahme des Gebäudes nach wie vor interessiert. «Die Stadt müsste auf mich zukommen.»

Dividende von 900 Franken

Vor rund einem Monat wurden die ehemaligen Genossenschafter informiert, dass sie nebst dem Wert des Anteilscheins von 500 Franken auch den Gewinn aus dem Verkauf als Dividende bekommen – rund 900 Franken pro Anteilschein. Sie können sich das Geld entweder auszahlen lassen, wie an der Generalversammlung Ende 2014 beschlossen, oder an die Caritas Española spenden.

SP-Stadtparlamentarier Gallus Hufenus, selbst ehemaliger Genossenschafter, nimmt den Verein Hogar Español, der 201 Anteilscheine hatte, in die Pflicht: «Die Verantwortlichen müssen sich dazu bekennen, das Geld für eine Sanierung oder einen Neubau zu spenden.» Hufenus kritisiert ausserdem, dass in den fünf Millionen für die Sanierung auch die ganze Infrastruktur wie eine neue Küche enthalten sei. Diese Investition übernehme normalerweise der Betreiber.

Gewinn für Erhalt spenden

Der Verein Hogar Español werde sich an den Kosten für eine allfällige Sanierung oder für einen Neubau beteiligen, versichert Präsident José Vila. An der Versammlung vom vergangenen Samstag sei beschlossen worden, ein Spendenkonto einzurichten, auf das die Mitglieder das Geld aus den Anteilscheinen einzahlen können. Bei 201 Anteilscheinen, die allein der Verein hatte, und den etwa 50 Mitgliedern, die auch Genossenschafter waren, kämen so bis zu 350 000 Franken zusammen. «Ich weiss auch, dass einige Genossenschafter, die nicht Mitglieder sind, uns den Gewinn spenden werden», sagt Vila. Und er hofft auf Spenden der Bevölkerung.


Click: ZUM SPANNENDEN EHERINGEBERICHT Ist das Klubhaus noch zu retten?

http://www.tagblatt.ch/4634707Ist das Klubhaus noch zu retten?

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s