Frisch aus St.Gallen – Topnews: “Hände weg von Welpenkauf im Internet”

Topaktueller Text zu einer St.Gallener Frage der heutigen Zeit.

Ein Findlingshund musste vor Pfingsten wegen Verdacht auf Tollwut eingeschläfert werden. Wie der drei bis vier Monate alte, kranke Hund, der ursprünglich aus Tunesien stammte, in den Wald bei Algetshausen gelangte, ist für das St.Galler Veterinäramt ein Rätsel. Kantonstierarzt Albert Fritsche warnt generell: “Hände weg vom Welpenkauf im Internet.”

Tollwut ist in der Schweiz und den Nachbarländern seit den 90er-Jahren ausgerottet. Umso hellhöriger wurde das St.Galler Veterinäramt, als der kleine Mischlingshund vom Typ Yorskhire Terrier in schlechtem Zustand bei der Waldhütte Gartenmoos in der Gemeinde Uzwil aufgefunden wurde. Sein Chip verriet: Der Hund stammte ursprünglich aus Tunesien. Da ein Hund erst mit drei Monaten gegen Tollwut geimpft wird und die Impfung erst nach vier Monaten greift, darf kein Hund legal aus Tollwut-Risikoländern vor dem Alter von sieben Monaten importiert werden.

Welpe im Wäschekorb
“Die Anzeichen für eine Tollwuterkrankung sind zu Beginn sehr unspezifisch”, so der Kantonstierarzt Albert Fritsche. “Erst am Schluss der Viruserkankung wird ein Tier aggressiv und hat Schaum vor dem Mund.” Das für Mensch und Tier tödliche Virus werde aber vor Auftreten der typischen Symptome über den Speichel ausgeschieden. Über Biss- oder Kratzverletzungen können sich so Menschen und Tiere anstecken. Der kleine Hund aus Tunesien musste eingeschläfert werden, weil am lebenden Tier die Diagnose nicht gestellt werden kann.

Albert Fritsche ist als Kantonstierarzt immer wieder mit Tieren aus zweifelhafter Herkunft konfrontiert. “Etwa ein bis zweimal in der Woche erhalten wir eine Meldung vom Grenzwachtkorps, weil ein Tier beim Grenzübertritt nicht über korrekte Papiere verfügt, nicht gechipt, oder die Herkunft des Tieres unklar ist. Er erinnert sich an einen Fall, bei dem ein Welpe in einem Wäschekorb, versteckt im Gepäckabteil eines Busses, über die Grenze hätte gebracht werden sollen.

Für teures Geld verkauft
Manchmal ist es Unwissenheit, nicht selten würden Tiere aber auch bewusst illegal über die Grenze gebracht und in der Schweiz dann für teures Geld verkauft. “Für mich gilt: Hände weg vom Welpenkauf im Internet”, so der Kantonstierarzt. Sobald der Züchter nicht besucht werden könne oder eine Übergabe des bestellten Tieres an einer Autobahnraststätte oder dergleichen vereinbart werde, sei der Sache nicht zu trauen. “Ein lebendiges Tier ist kein Kleidungsstück oder ein Auto, das man einfach so kaufen und dann wieder weglegen kann.

Gerade ein Hund werde in den ersten Wochen seines Lebens entscheidend geprägt. Das Risiko sei gross, sich auf diesem dubiosen Weg ein Tier einzuhandeln, das sich nicht zu dem gefreuten Gefährten entwickle, den man gerne an seiner Seite hätte. Wenn man aus Mitleid ein Tier aus den Ferien mit nach Hause bringen möchte, solle man bedenken, dass es auch in der Schweiz genügend arme Tiere in Tierheimen gebe, denen man ein schönes Zuhause bieten könne. (chs)

Tollwutrisikoländer

Ein hohes Tollwutrisiko besteht in vielen Ländern, auch in beliebten Feriendestinationen wie der Türkei, Tunesien, Marokko, Ägypten, Südafrika, Brasilien, Dominikanische Republik, Indien und Thailand, aber auch Serbien, Kosovo und Mazedonien.

Der kantonale Veterinärdienst rät, von Findeltieren aus Tollwutrisikoländern unbedingt die Finger zu lassen. Auch bei scheinbar seriösen Internet-Angeboten ist höchste Vorsicht geboten, insbesondere wenn es sich um Junghunde und Welpen handelt. Für die legale Einreise von Hunden und Katzen gelten strenge Vorschriften, die von den Veterinärdiensten und Zollstellen konsequent durchgesetzt werden. Fragen vor einem Hundekauf beantworten gerne der kantonalen Veterinärdienst oder die Tierärzte. Links für Informationen zur Tollwut oder zum Kauf von Hunden: www.blv.admin.ch.


Click: ORIGINALARTIKEL “Hände weg von Welpenkauf im Internet”

http://www.tagblatt.ch/4628820″Hände weg von Welpenkauf im Internet”

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.

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