News aus St.Gallen: Gärtner müssen Wiese teilen

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

Die IG Familiengarten Wienerberg kämpft um ihren Platz auf dem Gelände der Universität. Sie hat sogar eine Studie in Auftrag gegeben, um die Situation auf dem Girtannersberg zu analysieren. Das Verdikt: Die Gärten müssen sich öffnen.

ST.GALLEN. Im April hat die Universität St. Gallen eine Mitteilung verschickt, in der sie die nächsten Schritte ihrer baulichen Erweiterung bekanntgibt. Die Erweiterung der Bibliothek auf dem Rosenberg wird prioritär vorangetrieben. Und die Bewirtschafter der Familiengärten müssen diese räumen, doch soll ihnen bei der Suche nach einer Alternative geholfen werden, heisst es.

Neue Ideen einbringen

Die IG Wienerberg, welche den Familiengarten auf dem HSG-Campus betreibt, ist nicht glücklich über dieses Vorgehen der Universität. Mit allen Mitteln setzt sich die IG für die Beibehaltung der Familiengärten auf dem Girtannersberg ein. Mit dem Erweiterungsbau der Bibliothek müssen die Gärten weichen. Der Universität schwebt an dieser Stelle ein Campus für die Studierenden vor.

Dass auch anderes auf der Wiese Platz haben könnte, davon geht die IG Wienerberg aus. Um Ideen zu entwickeln, hat die IG letztes Jahr eine Befragung und Inhaltsanalyse bei der Fachhochschule St. Gallen (FHS) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse hat die IG bereits der Bauherrschaft präsentiert. Mittlerweile sind die Ergebnisse öffentlich auf der Homepage «Familiengarten Wienerberg» einsehbar. «Wir wissen, dass wir nichts erzwingen können, aber wir würden gerne ein paar Gedanken anregen», sagt Mariann Baschnonga, Vizepräsidentin Familiengartenverein Wienerberg.

Öffentliche Nutzung erwünscht

Dass der Familiengarten, so wie er jetzt dasteht, nicht weiter- geführt werden kann, ist Baschnonga klar. Die Wiese, auf welcher der Erweiterungsbau zu stehen kommt, ist eine Baulandreserve der Universität. Von Beginn an wurde den Gärtnern klar kommuniziert, dass sie weichen müssen, sollte die Universität dereinst ausbauen wollen. Dennoch erhofft sich die IG Wienerberg, in irgendeiner Form auf der Wiese weiter gärtnern zu dürfen. Der Projektbericht der FHS hat einige unkonventionelle Vorschläge erarbeitet, aber macht auch deutlich: Nicht nur die Gärtner haben Anspruch auf die Wiese. Studierende und die Anwohner aus dem Quartier wollen eine öffentliche Nutzung. Sie fordern eine Öffnung der Gärten. Die FHS schlägt basierend auf der Umfrage vier Ideen vor. Alle haben gemeinsam: die Gärtner werden «ihren» Garten nicht mehr für sich alleine haben.

Vorschlag 1: Dachgärten

Zumindest auf dem Dach des Erweiterungsbaus könnte ein Dachgarten entstehen. Positiver Nebenaspekt: Dachgärten kühlen im Sommer das Gebäude.

Vorschlag 2: Selbstverwaltete öffentliche Garten

Als Beispiel zieht die FHS-Studie die Laskerwiese in Berlin heran. Ein Verein bewirtschaftet ein zuvor unbenutztes Areal. Es werden Nutzpflanzen und Gemüse gemeinschaftlich angebaut.

Vorschlag 3: Hochbeete

Als Vorlage dieser Idee dient «Frau Gerolds Garten» in Zürich. In einer urbanen Umgebung wird in Hochbeeten eine Vielzahl an Gemüsesorten, Kräutern und Früchten angebaut. Beim Anbau können alle mithelfen, die Freude an der Gartenarbeit haben. Denkbar wäre gemäss Studie auch eine Verpachtung der Hochbeete.

Vorschlage 4: Interkulturelle Gärten

Ein interkultureller Garten soll Migranten und die lokale Bevölkerung über die gemeinsame Gartenarbeit zusammenbringen. Das Augenmerk liegt dabei auf der Integration.

Gärtner müssen umdenken

Baschnongas Wunsch ist, dass die Ideen aus der Studie in den zu erwartenden Projektierungswettbewerb für die neue Bibliothek einfliessen werden. «Dann hätten wir einen konzeptionell durchdachten Vorschlag, den wir unseren Mitgliedern präsentieren und sie so überzeugen könnten.» Denn viele wollen die geliebten Familiengärten in bisheriger Form beibehalten. Aber, dessen ist sich Baschnonga bewusst, das wird kaum möglich sein.


Klick HIER: ZUR SPANNENDEN TEXTQUELLE Gärtner müssen Wiese teilen

http://www.tagblatt.ch/4625068Gärtner müssen Wiese teilen

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!

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