St.Gallen-News: Gemeinsam gärtnern in der Stadt

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

In der Brache Lachen entsteht St. Gallens erstes gemeinschaftliches Urban-Gardening-Projekt. Verschiedene Vereine aus dem Quartier pflanzen, ernten und werkeln hier. Dabei geht es um mehr als nur um Gartenarbeit.

ST.GALLEN. Die Brache Lachen erinnert an die Fernsehserie «Löwenzahn» mit Peter Lustig. Im Garten mit dem blauen Bauwagen erklärte der jüngst verstorbene Moderator Kindern Natur und Technik. In der Brache Lachen an der Schönaustrasse 70 steht auch ein Bauwagen, er ist grün. Die ersten Kartoffeln in den Beeten sind gepflanzt. Und wie bei Peter Lustig sollen auch hier Kinder etwas über Natur und Verantwortung lernen. Denn wer ernten will, muss giessen. Seit kurzem und bis zum Herbst treffen sich jede Woche 14 Kinder mit Mitarbeitern von Gartenkind. Gartenkind ist ein Projekt des Bio- und Naturgarten-Vereins Bioterra – und nicht das einzige auf dem Gelände.

Insgesamt vier Organisationen haben die IG Brache Lachen gegründet. Die Gruppe «Neue Gärten Ostschweiz» gehört zum Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz. Sie gärtnert mit Migrantinnen und Migranten. Die Valida arbeitet mit Menschen mit Behinderung. Die vierte Gruppe ist das Kinderlokal Tirumpel aus der Lachen.

Beete statt Baracken

Vor rund einem Jahr nahm die Stadt Kontakt auf mit dem Verein. Sie sah auf dem Gelände einen geeigneten Ort für Urban Gardening, für einen Garten in der Stadt. Zuvor standen hier Baracken, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Notwohnungen errichtet worden waren. 2014 und 2015 brach die Stadt die Gebäude ab. «Wir halten Urban Gardening für eine sehr wichtige und sinnvolle Sache», sagt Christoph Bücheler, Leiter des städtischen Gartenbauamts. Es sei eine schöne Möglichkeit, sich im Quartier zu engagieren. «Wir alle konsumieren ständig. Beim Urban Gardening stellt man selber etwas her.»

Bei Tirumpel stiess Bücheler auf offene Ohren. «Wir hatten schon lange die Idee eines Robinsonspielplatzes im Quartier», sagt Kathrin Rieser. Sie leitet zusammen mit Peter Olibet das Kinderlokal. Was ihnen bisher fehlte, war der Platz. Den hat Tirumpel jetzt: die Brache Lachen umfasst 1000 Quadratmeter.

Das Liegenschaftenamt stellt die Fläche unentgeltlich zur Verfügung, das Gartenbauamt hat im vergangenen Jahr die Infrastruktur geschaffen, mit Wasseranschluss und Kiesbett. «Die Unterstützung der Stadt war toll», sagt Olibet. Den grünen Bauwagen hat ein Bauunternehmen gespendet. Jede der Gruppen ist nicht nur für die Angebote selbst verantwortlich, sondern auch für die Finanzierung.

Kinderbetreuung auf dem Areal

Diese Woche biete Tirumpel eine Ferienbetreuung auf dem Gelände an. Die Kinder bauen Hütten, pflanzen und werkeln. «Sie sollen sich ausleben und das Quartier neu entdecken können», sagt Kathrin Rieser. Nach den Ferien lädt Tirumpel jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr Kinder auf die Brache Lachen ein. Eine Anmeldung ist nicht nötig, das Angebot kostenlos. «Wir möchten das Ganze niederschwellig halten», sagt Rieser – also so offen wie möglich.

Dasselbe gelte für die Zusammenarbeit mit den anderen Gruppen. «Wir sind gespannt, was sich hier alles entwickelt», sagt Olibet. Pro Senectute habe kürzlich angefragt, ob sie die Brache Lachen auch nutzen dürften. Jede Beteiligung sei herzlich willkommen, sagen die Leiter von Tirumpel. Es sei wichtig, dass sich mehrere Gruppen um den Garten kümmerten.

«Das Projekt lebt ganz vom Engagement der Menschen im Quartier», sagt auch Christoph Bücheler. Das Gartenbauamt würde weitere Projekte dieser Art unterstützen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass sich eine grössere Gruppe um das Projekt kümmere, sagt Bücheler. «Denn Urban Gardening ist zeitintensiv.»

Gemeinschaft fördern

Ein gemeinschaftlicher Garten, Zusammenarbeit und Vernetzung im Quartier – genau das möchten Kathrin Rieser und Peter Olibet mit der Brache Lachen erreichen. «Es ist unsere Vision, dass verschiedene Gesellschaftsgruppen generationenübergreifend zusammenkommen und das Quartier dadurch bereichern», sagt Rieser. Sie könne sich vorstellen, im Sommer ein Grillfest fürs Quartier zu organisieren. Bestimmt gibt es bis dahin in der Brache Lachen Tomaten, Gurken und Salat.


Klick HIER: zum interessanten Eheringe-Artikel Gemeinsam gärtnern in der Stadt

http://www.tagblatt.ch/4587810Gemeinsam gärtnern in der Stadt

Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

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