Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Rassistisches Mail aus Fitnessstudio

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für St.Gallen interessieren.

Ein St.Galler Fitnessstudio hat sich in einem E-Mail geweigert, eine Kundin aufzunehmen. Als Grund wurden die Terrorakte in Paris und Brüssel angeben. Die Geschäftsleiterin von Kleverfit sieht sich als Opfer eines Hackerangriffs.

ST.GALLEN. Der Bruder von C.B.* wollte seine Mutter für einen Pilateskurs im Fitnessstudio Kleverfit in St.Gallen anmelden. “Ich habe auf Ihrer Website gesehen, dass man bei Ihnen Pilates machen kann”, schrieb er dem Fitnessstudio in einem Mail. Er erkundigte sich weiter über die Preise und wann die Kurse genau angeboten werden.

“Nur Schweizer” erwünscht
Kurz darauf erhielt er eine Absage. Als Grund wurde seine Nationalität angeführt: “Nach Paris im November 2015 und nach Brüssel, erst vorgestern, müssen wir leider mitteilen, dass wir nur Schweizer oder wenigstens angrenzende Deutsche, Österreicher, Italiener oder Franzosen aufnehmen können.” Unterzeichnet ist das Mail mit: “Mit freundlichen Grüssen ihr Klever fit Team.”

Familie überlegt sich Anzeige
C.B zeigt sich schockiert über die Antwort. “Dass so etwas in St.Gallen vorkommt, hätten wir nie gedacht.” Er gehe von einer rassistisch motivierten Absage aus, da sein Name ausländisch klinge – die Familie von C.B. ist kurdischer Herkunft. “Wir sind nicht einmal Muslime. Aber selbst wenn – so etwas darf nicht passieren”, sagt er. Die Familie von C.B. überlegt sich nun, ob sie eine Strafanzeige einreichen soll.

Fitnessstudio spricht von Hacker-Angriff
Tatsächlich trägt das Mail, das unserer Redaktion vorliegt, den Original-Absender des Fitnessstudios. Das Studio wehrt sich allerdings vehement gegen die Rassismus-Vorwürfe. “Ich kann mir nur vorstellen, dass wir gehackt wurden”, sagt Monika Caliano von Kleverfit. “Eine solche Mail würden wir niemals verfassen. Menschen jeglicher Nationalitäten und Glaubensrichtungen sind bei uns willkommen.” Caliano bestätigt, dass intern Abklärungen laufen, wie es zum besagten Mail kommen konnte. Sie könne sich das Mail wirklich nicht erklären. “Wir werden das Gespräch mit dem betroffen Kunden suchen und uns nochmals klar davon distanzieren.”


Click: zum ausserordentlich tollen Eheringe-Artikel Rassistisches Mail aus Fitnessstudio

http://www.tagblatt.ch/4578355Rassistisches Mail aus Fitnessstudio

Dem Verfasser des Berichtes ist es gelungen dem Thema St.Gallen voll und ganz gerecht zu werden.

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