Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Esther Friedli landet Coup mit Wahlvideo

Dieser Bericht bringt es zielgenau auf den Punkt!

Mit ihrem Wahlvideo scheint SVP-Kandidatin Esther Friedli einen Volltreffer gelandet zu haben: Tausende wollen es sehen. Das Video des FDP-Kandidaten Marc Mächler sahen sich hingegen bisher nur wenige an. Ein Fachmann erklärt, warum dies so ist.

ST. GALLEN. Würde im Kanton St. Gallen am 24. April nicht über Kandidierende, sondern über deren Wahlvideos abgestimmt, wäre die Sache klar: «Gewählt ist Esther Friedli!» Das auf YouTube veröffentlichte Video der SVP-Kandidatin wies in 24 Stunden über 14 000 Klicks aus, jenes des Hauptkonkurrenten Marc Mächler (FDP) kommt auf total 605.

Die beiden Videos könnten unterschiedlicher nicht sein. Friedlis Spot hat nicht das Neo-SVP-Mitglied selber zum Thema, sondern ihren mit dem Hausmann-Dasein heillos überforderten Lebenspartner Toni Brunner. Brunners Pointe am Schluss des temporeich gemachten Kurzfilms: «Wenn ihr Esther in die Regierung wählt, dient sie der St. Galler Bevölkerung. Wenn nicht, dann hilft das mir.» Demgegenüber ist der deutlich längere Wahlspot Marc Mächlers eher herkömmlicher Art: Der Kandidat erzählt seinen Lebenslauf vor wechselnden Kulissen und mit Bildern aus dem Familienalbum – und fertig.

«Handwerklich gut»

Lässt man Fachleute wie etwa den Berner Politikberater und Wahlkampf-Experten Marc Balsiger die beiden Videos beurteilen, fällt ihm an Friedlis Spot zuerst einmal auf, dass er «handwerklich gut und mit brauchbarem Ton» gemacht sei – laut Balsiger «gerade bezüglich Ton nicht selbstverständlich in der schweizerischen Politwerbung». Ebenfalls positiv fällt bei Balsiger die Kürze des Spots ins Gewicht: «Die Leute haben nicht viel Zeit.» Gut kommt beim Berner Politikberater ferner die Selbstironie des Kurzvideos an: «Sie gefällt!» Für Balsiger besteht kein Zweifel: Das Kurzvideo sei von jemandem gemacht worden, der eine Ahnung habe von Public Relation und Werbung. Schon Aufbau und Dramaturgie deuteten darauf hin. Balsigers Zusammenfassung: «Das Video einer Kandidatin, die weiss, dass sie nichts zu verlieren hat.» Gespannt ist er, ob auf den ersten «Streich» noch ein zweiter folgt: «Nachdem man jetzt die öffentliche Aufmerksamkeit hat, wäre ein zweites Video denkbar, das die Kandidatin ebenso prägnant vorstellt.»

Auf Mächlers Video angesprochen, sagt Balsiger, es gebe «sicher etwas her». Klar sei, dass dieser Kandidat nicht einfach auf lustig machen könne, dafür sei er zu lange in der Politik.

Anstoss nimmt Balsiger aber an der Dramaturgie: «Die Ehefrau erscheint mir etwas spät.» Mehr noch stören ihn sprachliche Floskeln: Wenn einer Jahrgangsbester an der HSG gewesen sei, dürfe er dazu stehen – und müsse sich nicht hinter «…han dörfe mit de beschte Diplomarbet abschlüsse» verstecken.

«Überheblicher Schluss»

Genau andersherum Balsigers Kritik am Videoschluss: Er wolle den Kanton St. Gallen weiterbringen, sagt Mächler, «denn Mittelmass genügt mir nicht». Den Kanton weiterbringen wollten alle, so Balsiger. Was aber das Mittelmass angehe, sei dies überheblich gegenüber den andern Kandidierenden. Er jedenfalls hätte dies nicht sagen lassen.


Hier: zum Eheringe-Artikel Esther Friedli landet Coup mit Wahlvideo

http://www.tagblatt.ch/4575760Esther Friedli landet Coup mit Wahlvideo

Dem Autor ist die Kunst gelungen ein komplexes Thema interessant und lehrreich nahe zu bringen.

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