Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Ein LSD-Trip für Hollywood

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

Mit einem Ostschweizer Film Hollywood erobern: Diese Idee haben sich fünf Studenten in den Kopf gesetzt. Am Samstag drehten sie letzte Szenen von «Zoe» im Hallenbad Blumenwies.

Ungewohnte Szenen spielen sich in der Samstagnacht im Hallenbad Blumenwies ab: Das Bad ist hell erleuchtet. Vier Taucher treiben am Beckenboden, ein kleiner Junge steht am Rand. Dann erklingt eine Stimme: «Und Action.» Dann ein Sprung, ein Plantschen, Applaus.

Ein Film als Bachelorarbeit

Das Filmteam im «Blumenwies» gehört zu Sven Schnyder und Johannes Thüring. Die beiden Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) in Chur drehen die ganze Nacht Unterwasserszenen für ihr Filmprojekt «Zoe». Gemeinsam mit ihren drei Kommilitonen Sebastian Klinger, Roy Stahl und Philipp Becker erarbeiten sie den Spielfilm als Bachelorarbeit. Das Ziel der Studenten im Alter zwischen 22 und 30 Jahren ist es, mit einem sehr kleinen Budget etwas sehr Grosses zu erschaffen. Konkret planen die fünf, mit ihrer Schweizer Filmproduktion Hollywood zu erobern. Der Dreh im Hallenbad Blumenwies ist der letzte der Produktionscrew. Die Stimmung im Team ist gelöst, man kennt und mag sich. Gefilmt wird seit Oktober letzten Jahres. Vorwiegend in der Ostschweiz, wie Produzent und Drehbuchautor Sven Schnyder sagt. «Beinahe alle Drehorte befinden sich im Kanton St. Gallen und verteilen sich auf Rapperswil, St. Gallen und den Bodensee.» In der Stadt wurde in einer altherrschaftlichen Villa auf dem Rosenberg gefilmt. Im Hallenbad Blumenwies werden die Unterwasserszenen in den Kasten gebracht. «Im Film stirbt jemand, eigentlich ist das ein brutaler Dreh hier», sagt Schnyder.

In der Villa der Stiefgrossmutter

«Zoe» ist aber weder ein Horror- noch ein Splatter-Film. «Er ist eher tragisch als blutig und eher kopflastig als surreal.» Der Schweizerdeutsch gesprochene Thriller handelt von Ben, der nach mehreren Jahren Funkstille zufällig auf Zoe trifft. Diese nimmt ihn in die alte Villa ihrer Stiefgrossmutter mit, wo Zoe und ihre beste Freundin Isa das Wochenende feiern wollen. Als die drei ein altes Spiel mit einer Filmrolle finden, verändert ihre Entscheidung, diesen Film anzusehen, alles. Zusammen mit Bens Bruder Yann und Isas Freundin Noelle lassen sie Welten nach ihren innersten Wünschen entstehen. Ben fasst durch die Hilfe seines Bruders und die Erfahrungen in den Phantasien wieder Mut und will Zoe für sich gewinnen. Doch eine dunkle Macht scheint sich über den fünf Freunden und dem Haus auszubreiten.

Ein Kammerspiel auf Drogen

«Unser Film ist ein Kammerspiel, das extrem in die Tiefe geht», verspricht Schnyder. «Zoe» komme einem Drogentrip mit LSD gleich und will dennoch das breite Publikum ansprechen. Mit ihrem rund 91-minütigen Werk wollen die Studenten im Herbst die nationalen und internationalen Festivals erobern. «Das ist unser erster Film, mit dem wir in Erscheinung treten: Der soll gefälligst einen krassen Eindruck hinterlassen.» Denn langweilige Filme gäbe es in der Schweiz bereits genug.

Um einen Hollywoodstandard zu erreichen, drehten die Studenten mit einer speziellen Kamera an vorwiegend ausgefallenen Orten wie in der Masoala-Halle in Zürich, im Bergwerk Käpfnach oder einen Base Jump im Berner Oberland. «Letzterer war für das Team ein ziemliches Sicherheitsrisiko – wir hätten um ein Haar jemanden verloren.» Auch die Szenen im Hallenbad Blumenwies sind nicht ohne: Von den vier Tauchern hält lediglich einer eine Kamera in der Hand. Zwei von ihnen kümmern sich um die Sicherheit, einer sichert einen Anker, der einen Schauspieler in die Tiefe reisst.

Das Filmprojekt der Studenten lebt einerseits vom Sponsoring, andererseits von der Arbeit, die die jungen Männer ohne Verdienste in ihr Projekt stecken. Und das nebst ihrem Studium. «All unser Geld kommt den Schauspielern zu», sagt Regisseur Johannes Thüring. Begonnen haben die Studenten mit 18 000 Franken, mittlerweile haben sie ihr Budget auf 25 000 Franken raufgedrückt. Und es soll noch mehr Geld werden. «Die Schauspieler haben echt einen harten Job bei unserem Film.» Die fünf Hauptdarsteller sind keine Unbekannten, ihre Gesichter kennt man aus Tatort-Folgen und anderen Schweizer Filmen.

Dass der Drehtag im Hallenbad Blumenwies der letzte war, fühlt sich für Thüring «surreal» an. Am Sonntagmorgen um sechs Uhr konnte das Team den finalen Drehort verlassen. Nun wird der Film fertig geschnitten und im Herbst der breiten Schweizer und auch der internationalen Öffentlichkeit präsentiert.


Click: zum lesenswerten Eheringe-Tipp Ein LSD-Trip für Hollywood

http://www.tagblatt.ch/4564842Ein LSD-Trip für Hollywood

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

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