Nachricht aus St.Gallen: Aufatmen im Gugelhuus

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Die nahe Zukunft des Gugelhuuses ist gesichert. Dank vieler Spenden bleibt der Treffpunkt für Eltern und Kinder noch mindestens zwei Jahre geöffnet. Der Vereinsvorstand denkt schon weiter.

ST.GALLEN. So eine erfreuliche Rechnung konnte Damian Conrad, Präsident des Vereins Gugelhuus, noch nie präsentieren. Der Jahresbericht 2015 des Eltern-Kind-Zentrums weist einen Gewinn von über 22 000 Franken aus. «Sonst war es immer ein Minus, oder die Rechnung war knapp ausgeglichen», sagt Conrad.

Grund für die Einnahmen sind die ausserordentlich vielen Spenden, die das Gugelhuus im vergangenen Jahr erhalten hat. Fast 26 000 Franken sind eingegangen, von Privatpersonen und Stiftungen. Unter anderem unterstützte das Migros Kulturprozent den Familientreff im Linsebühl mit 5000 Franken. «Unsere Mietkosten für die nächsten zwei Jahre sind damit gedeckt, und somit auch unser Fortbestehen», sagt Conrad. «Die Spenden geben uns den Schnauf, um uns auf die strategische Ausrichtung zu konzentrieren.»

Happiger Verlust im Jahr 2014

Für das Gugelhuus waren die Spenden gleichsam Rettung in letzter Sekunde. Erst vor einem Jahr war noch von einer baldigen Schliessung die Rede gewesen, weil die Stadt ihren Subventionsbeitrag an das Gugelhuus fast halbiert hatte: von 20 000 auf 11 000 Franken. Ein happiger Verlust für einen Verein mit Gesamteinnahmen von rund 40 000 Franken.

Der Vorstand startete daraufhin einen Spendenaufruf, und zudem gründeten externe Unterstützer eine Fördergruppe, die dem Gugelhuus strategisch unter die Arme greifen soll. «Die vielen Anstrengungen haben sich gelohnt», sagt Präsident Conrad heute. Insbesondere könne man nun auch das nächste Jubiläum begehen: Im Mai 2017 feiert das Gugelhuus sein 30jähriges Bestehen.

Von Oktober bis März beliebt

Die Probleme mit dem jetzigen Standort an der Linsebühlstrasse sind damit aber noch nicht gelöst. Die Räume seien aus mehreren Gründen nicht ideal, sagt Damian Conrad: Der Zugang erfolgt wenig einladend durch eine Parkgarage, zu wenig Tageslicht fällt in die Räume, sonntags darf der Treff nicht öffnen, und vor allem gibt es keinen Spielplatz im Freien, weshalb die Besucherzahlen im Sommer gegen null sinken und das Gugelhuus vor allem von Oktober bis März gut besucht ist.

Ein idealer Standort für das Gugelhuus sähe laut Conrad so aus: In einem separaten Raum könnten Elternkurse und Vorträge stattfinden, ohne dass spielende Kinder stören. Es gäbe einen Garten, einen Bastelraum, eine ruhige Stillecke, und der Wickeltisch stünde nicht mehr, so wie jetzt, im Spielzimmer. «Ideen sind viele vorhanden», sagt Conrad. Er kann sich auch vorstellen, Senioren ehrenamtlich einzubinden, abendliche Vätertreffs zu veranstalten oder am Sonntag einen Familienbrunch anzubieten.

Neues Betriebskonzept

Um solche Ideen umzusetzen und um konkret auf Raumsuche gehen zu können, arbeitet Damian Conrad mit seiner Frau Marlene an einem neuen Konzept. «Wir streben eine langfristige Finanzierung an.» Conrad spricht von einem Zeithorizont von drei Jahren, bis das neue Gugelhuus konkret wird. «Es braucht Zeit, das sauber aufzugleisen.» Als nächstes stehe ein Gespräch mit dem Kanton an.

Schon jetzt erhält das Gugelhuus vom kantonalen Amt für Soziales jährlich einen Beitrag von 5000 Franken, vor allem weil es nicht nur ein Indoor-Spielplatz, sondern auch ein niederschwelliger Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten ist. «Bei uns sind alle willkommen, egal welcher Herkunft», sagt Marlene Conrad. Es sind keine leeren Worte: In diesen Tagen schauen regelmässig syrische Frauen und Kinder aus dem nahen Flüchtlingszentrum der Jugendherberge vorbei.


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http://www.tagblatt.ch/4543681Aufatmen im Gugelhuus

Sehr gut und kompakt geschriebener Text. Ein spannendes Thema gebührend beschrieben.

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