Betrifft St.Gallen: «Martin Klöti selber hat das Projekt versenkt»

Der Text trifft den Nagel auf exakt auf den Kopf

Die Toggenburger Künstler Peter Roth und Mädir Eugster sowie der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann, Rolf Züllig, sind «aufgewühlt und enttäuscht». Regierungsrat Martin Klöti hofft auf ein neues Klanghaus-Projekt. GLP-Kantonsrat Nils Rickert sieht Klöti als mitschuldig am Projektabsturz.

WILDHAUS. Peter Roth aus Unterwasser ist konsterniert über die Schlussabstimmung zum Klanghaus im St.Galler Kantonsparlament vom Dienstagabend. Der freischaffende Musiker, Komponist, Chor- und Kursleiter ist Mitinitiant von Klangwelt Toggenburg, wo er Kurse über Obertöne und Naturjodel gibt. Und er gilt als Vater des Klanghauses, das wegen fünf fehlender Stimmen am qualifizierten Mehr gescheitert ist. «Dieses Resultat ist nicht verhältnismässig», sagt er. «Das Engagement für das Klanghaus war riesig, die Entscheidung meiner Meinung nach eher zufällig.»

Wie es nun weitergeht, weiss er nicht. Zunächst müssten er und seine Mitstreiter die Enttäuschung verdauen. «Entweder ist dies das Ende unseres Vorhabens, oder es eröffnen sich neue Möglichkeiten», bilanziert Roth. Er bevorzugt die zweite Variante, die Klanghaus-Idee beurteilt er nach wie vor als «stark und mit grossem Potenzial». Das Toggenburg brauche dringend neue und spannende Angebote, welche das ganze Jahr hindurch weitere Leute ins Tal lockten. «Das Klanghaus wäre eine solche Chance.»

«Hätte weit gestrahlt»

Der Wattwiler Mädir Eugster vom «Rigolo Swiss Nouveau Cirque» findet es «sehr traurig», dass das Toggenburg nun kein Klanghaus bekommt. Der gesamte Tourismus dieser Region sei auf Klang ausgerichtet «und da hätte das Klanghaus sehr gut hinein gepasst», sagt Eugster. «Das Klanghaus wäre etwas Besonderes gewesen und hätte über die Ostschweiz hinaus gestrahlt.» Eugster hofft, dass die Abstimmung im Kantonsrat wiederholt werden kann.

Rolf Züllig, Präsident der Klanghaus-Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann, ist «sehr, sehr aufgewühlt und sehr, sehr ernüchtert». Er vermutet «eine sehr schädliche Retourkutsche» dafür, dass die Regierung die Kantonsschule Wattwil erneuern will und das Linthgebiet keine Kanti erhalten soll. Von 16 Kantonsräten aus dem Linthgebiet seien sieben abwesend gewesen, sechs hätten Nein gesagt «und nur drei Ja».

Als «bedenklich und tragisch» bezeichnet der Gemeindepräsident die Tatsache, dass zwölf Prozent der 120 Kantonsräte an der Schlussabstimmung «über diese für das Toggenburg so wichtige Vorlage» gefehlt hätten und sechs weitere durch Stimmenthaltung nicht Stellung genommen hätten.

Regierungsrat und Kulturminister Martin Klöti plädierte gestern dafür, die Kritik aus dem Parlament ernst zu nehmen. Hauptkritikpunkte seien die Höhe des kantonalen Investitionsbeitrags und dass mehr Geld aus der Region stammen soll. Diese sollen nun aufgenommen und berücksichtigt werden, lautet seine Devise. «Aufgeben kommt nicht in Frage. So viele Leute haben enorm viel Energie in dieses Projekt gesteckt.» Auch eine gewisse Redimensionierung sei zu diskutieren. Klöti verweist auf das kantonale Fischereizentrum in Steinach, bei dem das Kantonsparlament nach einem ersten Nein später grünes Licht für ein günstigeres Projekt gegeben hat.

«Schon immer umstritten»

GLP-Kantonsrat Nils Rickert aus Rapperswil-Jona geht mit Klöti hart ins Gericht, der das Verhalten des Kantonsrats vom Montagabend «nahe am Verstoss gegen Treu und Glauben» bezeichnet habe. Die auf Facebook gemachte Behauptung, der Rat habe zweimal klar für das Klanghaus gestimmt und das Projekt erst in letzter Minute versenkt, sei schlicht falsch. «Es war wegen der hohen Kosten schon immer umstritten.» Die GLP/BDP-Fraktion habe angekündigt, dass sie das Projekt nur unterstütze, wenn es mit einen Finanzierungsbeitrag aus der Region ergänzt werde. Auch aus anderen Kreisen seien Vorbehalte geäussert worden, der Rückweisungsantrag sei aber knapp gescheitert.

Klöti hätte «die Zeichen schon lange erkennen können». Er habe schon in der Kommission davor gewarnt, dass das Projekt so nicht mehrheitsfähig sei. Doch der Kulturminister habe das Klanghaus zur Chefsache gemacht. «Wer Warnsignale missachtet und in schwierigen finanziellen Zeiten eine Maximalvariante durchboxen will, der wird vom Förderer zum unfreiwilligen Totengräber des Projekts.» Wer kritisch hinschaue, der sehe, «dass es eigentlich Regierungsrat Klöti war, der das Projekt versenkt hat». (aru/lom/ts)


Klick HIER: ZUM GUT GELUNGENEN ORIGINALTEXT «Martin Klöti selber hat das Projekt versenkt»

http://www.tagblatt.ch/4543546«Martin Klöti selber hat das Projekt versenkt»

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s