Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Vater missbraucht seine Tochter

Ein lesenswerter Bericht zu St.Gallen.

Ein Vater hat am Kreisgericht zugegeben, dass er seine Tochter während rund dreier Jahre sexuell missbraucht hat. Er ist zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

ST.GALLEN. Das Mädchen war zwischen fünf- und achteinhalb Jahre alt, als der in der Schweiz aufgewachsene Deutsche mindestens zwanzig Mal sexuelle Handlungen an ihm vornahm. Er könne nicht wirklich sagen, weshalb er dies gemacht habe, erklärte der Mann am Kreisgericht St.Gallen. Er habe auf eine falsche Art Zuneigung zu seiner Tochter gesucht. Einerseits habe er gewusst, dass er damit eine Straftat begehe, andererseits sei er überzeugt gewesen, er tue ihr damit «etwas Gutes». Heute sehe er ein, dass dies ein schwerer Fehler gewesen sei. Der Beschuldigte erzählte, dass er seine Kindheit im Heim verbrachte. Schläge seien an der Tagesordnung gewesen. Er habe jeweils alte Kleider von den grösseren Kindern austragen müssen und sei über Jahre im Heim sexuell missbraucht worden. Es sei eine furchtbare Zeit gewesen.

Gewissensbisse und Angst

Man könne schwer verstehen, dass er seiner Tochter genau dieses Leid zufüge, unter dem er selber in der Kindheit gelitten habe, hielt ihm das Gericht vor. Er habe das intime Zusammensein mit seiner Tochter als schön empfunden und deshalb verdrängt, was er damit dem Kind antue, antwortete er. Zwischendurch habe er Gewissensbisse gehabt und Angst, die Übergriffe könnten auffliegen. Deshalb habe er die Tochter – als sie etwa acht Jahre alt gewesen sei – inständig gebeten, dass dies ihr beider Geheimnis bleiben solle.

Selbstanzeige unter Druck

Der Missbrauch führte zu schweren Verhaltensauffälligkeiten. Einige Zeit nach den Übergriffen wurde die Schule des Kindes auf die Ursache aufmerksam und informierte die Mutter darüber. Nachdem die Familie den Beschuldigten mit den Vorwürfen konfrontierte, legte er sofort ein Geständnis ab und machte bei der Polizei eine Selbstanzeige. Diese Selbstanzeige sei nicht aufgrund von Reue entstanden, sondern unter dem Druck, dass der üble Missbrauch aufgeflogen sei, betonte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Er forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Der Verteidiger beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr. Beim Strafmass sei zu berücksichtigen, dass der Mann selber als Kind missbraucht worden sei und seiner Tochter nicht wirklich habe weh tun wollen. Sein Mandant sei heute ein gebrochener Mann, da er durch seine Straftaten seine Frau und seine Kinder verloren habe. Er zeige Einsicht und Reue.

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte den Beschuldigten wegen sexueller Handlungen mit einem Kind zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von drei Jahren.

Der Tochter muss er eine Genugtuungssumme bezahlen. Ausserdem gehen die Verfahrenskosten von rund 14 500 Franken zu seinen Lasten.

Vertrauen ausgenutzt

Sexuelle Handlungen an einem Kind seien verwerflich, erklärte der vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Als Vater habe er das Vertrauen der Tochter schamlos ausgenutzt. Weil sich das Kind so den Eltern gegenüber nicht mehr sicher fühle, wiege das Verschulden besonders schwer.


Hier: REPORT Vater missbraucht seine Tochter

http://www.tagblatt.ch/4533909Vater missbraucht seine Tochter

Ausgezeichnet verfasster Bericht, davon lesen wir gerne mehr!

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