Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Procap fordert Bauten ohne Hindernisse

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

Die Änderungsanträge der vorberatenden Kommission zum neuen St. Galler Baugesetz umfassen 30 Seiten. Die Kritik an ihren Vorschlägen wird von Tag zu Tag umfangreicher. Nun meldet sich der grösste Verband von Menschen mit Behinderung.

ST. GALLEN. Erst hagelte es Kritik von SP, Grünen, Grünliberalen und Umweltverbänden: Die vorberatende Kommission wolle den Gesetzesentwurf der Regierung verwässern (Ausgabe vom 17. Februar). Nun äussert Procap St. Gallen-Appenzell Unmut über die Änderungsanträge der Kommission.

Wohnbauten mit vier und mehr Wohnungen müssen «anpassbar gestaltet» werden, sprich hindernisfrei zugänglich sein. Diese Vorschrift soll künftig für Neubauten wie Umbauten gelten. So schlägt es die Regierung im neuen Baugesetz vor – zur Freude von Procap St. Gallen-Appenzell, dem grössten Verband von Menschen mit Behinderung.

Doch nun funkt die vorberatende Kommission dazwischen. Die heutige Auflage – sie gilt für Wohnbauten mit sechs und mehr Wohnungen – sei ausreichend, ist sie überzeugt, und will den Status quo auch im revidierten Gesetz festnageln.

Ältere Menschen profitieren

Das wiederum ruft Procap auf den Plan. Die Haltung der Kommission sei «stossend», hält Geschäftsleiter Roland Eberle fest. Es sei wichtig, dass künftig mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehe. Und, so Eberle weiter, von einer flexiblen und hindernisfreien Bauweise profitierten auch ältere Menschen; sie könnten länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

«Befürchtung unbegründet»

Die Kritiker der Bestimmung reden von «unnötigen Kosten und Auflagen». Die tiefere Schwelle von vier Wohnungen führe bei der Sanierung von Altbauten «aus Bauherrensicht zu unverhältnismässig hohen, zusätzlichen Aufwendungen», begründet die vorberatende Kommission ihre Haltung.

Eberle kennt diese Argumentation. Im Gesetz sei bei Umbauten explizit von «Verhältnismässigkeit» die Rede – «bloss traut dieser Formulierung längst nicht jeder». Rückendeckung erhält Eberle von der Regierung. Die Befürchtung der Kommission sei völlig «unbegründet», hält die Regierung fest. Die Baubehörde könne die Bauherrschaft ausdrücklich von der Pflicht befreien, Bauten und Anlagen behindertengerecht zu erneuern – dann nämlich, «wenn der zu erwartende Nutzen in einem Missverhältnis zum wirtschaftlichen Aufwand steht».

Procap St. Gallen-Appenzell hat die Mitglieder des Kantonsparlaments auf sein Anliegen aufmerksam gemacht. 26 Kantonsrätinnen und Kantonsräte von CVP, FDP, GLP, Grüne, SP und SVP unterstützen den Verband – mit ihrer Unterschrift unter ein Inserat. Eberle versteht den Schritt an die Öffentlichkeit auch als «Wahlempfehlung». Die Aktion wird von der Stiftung zur Förderung des behindertengerechten Bauens unterstützt.

Höhere Kosten?

In beiden Appenzell gelte die Regelung «ab vier Wohnungen» bereits seit über zehn Jahren – «ohne Probleme», sagt Eberle. Er verweist auf eine Nationalfondsstudie, wonach eine anpassbare Bauweise bei Neubauten keine Mehrkosten verursache. Deshalb will Procap bei Neubauten auf seiner Forderung beharren; bei Umbauten lasse man mit sich reden, so Eberle. Da sei der Verband kompromissbereit – und mit der heutigen Regelung zufrieden.

Das Kantonsparlament berät das neue Gesetz Anfang März.


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http://www.tagblatt.ch/4528301Procap fordert Bauten ohne Hindernisse

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

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