News aus St.Gallen: Goldacher Kantonsratskandidat verhunzt SP-Wahlplakate

Lesenswerter Artikel über ein interessantes St.Gallener Topic.

REGION RORSCHACH. «Korrupt» steht seit Samstag auf SP-Wahlplakaten von Heidi Hanselmann und Fredy Fässler. Verursacher ist der Goldacher Kantonsratskandidat Marcel Eck. Die SP spricht von einem tiefen Niveau und verzichtet auf eine Anzeige. Dies wäre laut Staatsanwaltschaft aber Bedingung, damit diese überhaupt eingreifen kann.

Ein Schnurrbart wie Salvador Dali oder eine Brille wie Harry Potter; dass Gesichter auf Wahlplakaten gelegentlich von Nachtbuben mittels Filzschreiber «umgestaltet» werden, ist nicht aussergewöhnlich. Wundern tun sich Verkehrsteilnehmer und Fussgänger derzeit allerdings dann doch. Denn auf SP-Wahlplakaten, von denen Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Regierungsrat Fredy Fässler gemeinsam lächeln, prangt in grossen roten Lettern das Wort «Korrupt»; zusätzlich sind die Gesichter mit einem X versehen.

Eck fühlt sich schikaniert
Verursacher sind aber nicht etwa unbekannte Schmierfinken, sondern Kantonsratskandidat Marcel Eck; unschwer zu erkennen am weissen Aufkleber der Liste 8 des Wahlkreise Rorschach, «Bündnis gegen Korruption und Beamten-Willkür». Der Goldacher Zahnarzt macht auch kein Geheimnis daraus, Urheber der Verschandelung zu sein. «Ich habe die Plakate am Samstag am helllichten Tag übermalt und beklebt.» Eck, der seit dem Jahr 2011 Bezirksrichter, Regierungsräte und Behörden mit Strafanzeigen zudeckt, fühlt sich von sämtlichen Instanzen schikaniert und ungerecht behandelt. Er behauptet zudem, dass der Sicherheitsdienst sein Mail blockiere und er so in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt sei. «Die Aktion nun ist der einzige Weg, um mich bemerkbar zu machen», sagt Eck, der freimütig einräumt, mit einer Strafanzeige zu rechnen. «Ich will mehr Gerechtigkeit und erreichen, dass auch Strafanzeigen gegen Politiker und Behörden endlich ernsthaft behandelt werden», sagt der einsame Streiter von der Liste 8. Die Kandidatur für die Kantonsratswahlen vom 28. Februar diene denn in erster Linie auch seinem Anliegen, sich endlich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. «Seit ich kandidiere, werde ich wenigstens ernst genommen.» Und eines sei klar; falls die SP frische Plakate aufstelle, werde er auch diese sofort wieder übermalen.

SP sieht von Anzeige ab
Wenig erfreut ist man bei der SP des Kantons St.Gallen über die verhunzten Plakate. «Diese Schmierereien zeigen das tiefe Niveau der Auseinandersetzung, die die Person führt. Es braucht keine Aufwertung durch eine Strafanzeige», sagt Parteisekretär Guido Berlinger-Bolt. Die SP des Wahlkreises Rorschach werde neue Plakate stellen müssen und einen Zusatzeffort leisten. Laut Berlinger-Bolt ist das keine neue Erfahrung. «Die SP muss immer wieder Plakate neu aufhängen oder aufstellen, da sie aus der Verankerung gerissen oder beschädigt werden. Hier zeigt sich das tiefe Niveau der Personen, die zu solchen Mitteln greifen müssen. Und zudem ein komisches Verständnis von Demokratie und das Fehlen von sachlichen Argumenten in der Auseinandersetzung. Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Eigentlich müssten alle demokratischen Kräfte dagegen antreten.»

Staatsanwaltschaft sind Hände gebunden
Laut Roman Dobler, Medienbeauftragter der Staatsanwaltschaft St.Gallen, wäre eine Strafanzeige Bedingung, damit die Staatsanwaltschaft überhaupt aktiv werden kann. «Wir wurden aus der Bevölkerung auf die geschilderten Vorfälle aufmerksam gemacht. Es handelt sich um ein Antragsdelikt. Die mutmassliche Täterschaft kann in solchen Fällen mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden.» Grundsätzlich verurteile die Staatsanwaltschaft jede Beschädigung von fremdem Eigentum, so Roman Dobler.


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http://www.tagblatt.ch/4508979Goldacher Kantonsratskandidat verhunzt SP-Wahlplakate

Klar und deutlich. Guter Artikel welcher der anspruchsvollen Thematik absolut gerecht wird.

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