Frisch aus St.Gallen – Topnews: “Kampagne war zu erwarten”

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für St.Gallen interessieren.

Mitten im Wahlkampf um die freien Sitze in der St. Galler Regierung sieht sich SVP-Kandidat Herbert Huser mit Anschuldigungen zu seinem Geschäftsgebaren konfrontiert. Nun nimmt er ausführlich Stellung.

Herr Huser, man wirft Ihnen unter anderem Wort- und Vertragsbrüche, Konfliktunfähigkeit und grenzwertiges Geschäftsgebaren vor. Welcher Vorwurf hat Sie am meisten geärgert?

Herbert Huser: Die Vorwürfe ärgern mich, weil sie nicht der Wahrheit entsprechen und darum nicht gerechtfertigt sind. Hätte ich darauf abgezielt, es immer allen recht machen zu wollen, wäre ich als Unternehmer wohl gescheitert. Ich habe immer nach Treu und Glauben gehandelt. Wenn mir meine Durchsetzungsfähigkeit nun vorgeworfen wird, dann halte ich dem entgegen, dass es genau diese Durchsetzungsfähigkeit braucht, um ein kantonales Departement zu führen.

Und welche Anschuldigung können Sie – Hand aufs Herz – verstehen und akzeptieren?

Huser: Ich schliesse selbstverständlich nicht aus, in meinem Leben – wie jeder Mensch – Fehler gemacht zu haben. Ich bin es jedoch gewohnt und schätze es, wenn Konflikte persönlich ausgetragen werden – von Angesicht zu Angesicht. Einer derartigen Kampagne, die feige und hinterhältig während des Wahlkampfs über eine Zeitung ausgetragen wird, kann ich nichts Positives abgewinnen.

Was würden Sie heute anders machen, wo würden Sie sich anders verhalten?

Huser: Seit meiner Nomination zum SVP-Regierungskandidaten wurde mir in anonymen Schreiben und Mails mit einer Schmutzkampagne gedroht. Diese wurde nun von Leuten lanciert, die in meiner Wohngemeinde seit Jahren alles daransetzen, mir zu schaden, damit jedoch nie einen Erfolg erzielt haben. Ich habe darauf nicht reagiert, was rückwirkend betrachtet vermutlich ein Fehler war.

Ein vielfach gehörter Vorwurf betrifft Ihre Streitbarkeit, die öfters bis vor Gericht führe. Sind Sie derzeit in Verfahren involviert? Wie oft sind Sie schon vor Gericht gezogen?

Huser: Zu meinen Aufgaben als Architekt gehört es, die Interessen meiner Kunden gegenüber Dritten zu vertreten. Dies tue ich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Dennoch hatte ich in den 33 Jahren meiner selbständigen Tätigkeit mit Hunderten von Bauten keine fünf Fälle, in denen ein Gericht entscheiden musste. Aktuell ist ein Fall in der Stadt St. Gallen hängig.

Wundert es Sie tatsächlich, dass Ihnen von Kritikern ein luscher Umgang mit der Wahrheit vorgeworfen wird? Der Fall Axpo zeigte doch deutlich, dass Sie es mit der Wahrheit nicht so genau nahmen.

Huser: Jemand mit genügend Einfluss hat in den zwei Wochen vor der Spitaldebatte erreicht, dass die Axpo ihre Haltung um 180 Grad drehte. Dies habe ich damals gesagt und dies ist auch heute meine Überzeugung. Der Kreis derer, die daran ein Interesse hatten, ist überschaubar.

Sie scheuen sich nicht, mit deutlichen Worten Kritik zu üben. Sie sagen von sich selber, dass Sie sich nicht vor dem Mainstream verbiegen. Nun, im Wahlkampf, fällt Ihr moderates Auftreten auf. Ist das glaubwürdig?

Huser: Ich vertrete vor, während und nach den Wahlen exakt dieselben Positionen und persönlichen Überzeugungen. Dass dies nicht überall auf Gegenliebe stösst, kann ich verstehen und nachvollziehen. Es ändert jedoch nichts daran, dass ich für meine Überzeugungen einstehe.

Sie haben dem Kanton wiederholt vorgeworfen, er baue zu teuer. Das wäre alles weit günstiger zu bewerkstelligen – dank billiger Arbeitskräfte aus dem Ausland, wie man Ihnen nun vorgeworfen hat?

Huser: Kritisiert wurden von mir die teuren Baustandards und die immensen Planerkosten, die in der Privatwirtschaft wesentlich tiefer liegen.

Sie arbeiten mit dem österreichischen Fensterbauer Zech zusammen, der einen Ostschweizer Sitz in Tübach hat. Wie erklären Sie das einem arbeitslosen Ego-Kiefer-Fensterbauer?

Huser: Roman Zech ist ein langjähriger Geschäftspartner und Freund von mir. Es ist somit wohl verständlich, wenn neben anderen auch diese Tübacher Firma für mich tätig ist.

Sie bezeichnen Nachtragsgesuche bei bewilligten Bauprojekten als «ganz normalen und vollkommen üblichen Vorgang». Wir haben von Architekten und Baubehörden anderes gehört.

Huser: Wie gesagt, vertrete ich die Interessen unserer Bauherren – sie sind meine Auftraggeber. Bei grossen Bauvorhaben ist zu Planungsbeginn noch nicht alles bis ins letzte Detail bekannt. Darum sind solche Nachtragsgesuche durchaus üblich. Ein Kernziel des neuen Planungs- und Baugesetzes liegt deshalb auch in einfacheren Verfahren und der Steigerung der Eigenverantwortung des Bauherrn. Dafür setze ich mich ein. Denn dies wird den Bürgerinnen und Bürgern unseres Kantons ebenso dienen wie unserer Wirtschaft.

Was heisst es konkret, wenn Sie gemäss Ihrer Wahlwerbung für «verbesserte Rahmenbedingungen» für das Gewerbe und eine «liberale Gesetzgebung» antreten?

Huser: Der Staat hat nur dort regulatorisch einzugreifen, wo dies nötig ist. Alle reden immer von Deregulierung, und trotzdem wird munter weiterreglementiert. In der Schweiz kommen so wöchentlich 140 neue Seiten Gesetze und Verordnungen dazu. Da werde ich im Fall einer Wahl in die St. Galler Regierung dagegenhalten.

Werden Sie nach den Vorwürfen Ihre Wahlkampagne ändern?

Huser: Nein, dazu besteht kein Anlass.


Hier: ZUM UMFASSENDEN EHERINGEBERICHT “Kampagne war zu erwarten”

http://www.tagblatt.ch/4512245″Kampagne war zu erwarten”

Hoffentlich gibt es bald wieder einenweiteren Artikel zu diesem Topic.

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