St.Gallen-News: Der Töff ist als Erster dort

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

ST.GALLEN. Das Motorrad der städtischen Berufsfeuerwehr ist zwar weniger beeindruckend als ein Tanklöschfahrzeug. Das kleine, wendige Fahrzeug ist aber für gewisse Einsätze unentbehrlich.

Passiert auf der Stadtautobahn ein Unfall oder gerät im Rosenbergtunnel ein Fahrzeug in Brand, ist eine als erste vor Ort: die BMW G650 Xcountry. Sie wiegt 160 Kilo, hat 50 PS und schlängelt sich fast mühelos durch den Stau. Die Rede ist vom kleinsten Fahrzeug im Park der Berufsfeuerwehr St. Gallen, dem Töff.

Beurteilen und anweisen

Der Töff kann drei Koffer mit dem Nötigsten transportieren: Pulverlöscher, Erste-Hilfe-Box, aufklappbarer Töggel, Lampe, Faltsignal. Er verfügt über Blaulicht und Sirene sowie eine Leuchte am Heck, die stauende Fahrzeuge auffordert, eine Gasse zu bilden. Zur Not könnte mit dem Töff ein Ersteinsatz geleistet werden. «Bei uns erfüllt er aber einen anderen Zweck», sagt Adjutant Urs Keller. Die sechsjährige 650er ist für Vorsondierungen gedacht. Immer dann, wenn die Berufsfeuerwehr für eine Strassenrettung auf der A1 aufgeboten wird, fährt ein Feuerwehrmann auf dem Töff vor. Rund zehn Mann verfügen über den Töffausweis, zumeist haben sie Fahrtrainings in einer Kiesgrube absolviert.

Gleich auf den Töff folgt der Dienstzug – bei Strassenrettungen zehn Mann und vier Einsatzfahrzeuge. Unweit des Unfallortes wartet der Zug auf die Funkmeldung des Töfffahrers, der die Situation beurteilt und die Zufahrt für den Dienstzug festlegt. «In der Vergangenheit kam es häufig vor, dass bei Stau der direkte Weg für die grossen Fahrzeuge unpassierbar war», sagt Keller.

Schneller auf Waldwegen

Und aus der Vergangenheit hat man gelernt. Tatsächlich war die Sanierung der Stadtautobahn vor zehn Jahren Auslöser für die Beschaffung eines Motorrads. «Teils war die Strasse verengt, teils war ein Tunnel gesperrt», schildert Kommandant Walter Bruderer. Es musste ein «Vorausfahrzeug» her. Man fand es damals in einer BMW R60, Jahrgang 1981, die von der Kantonspolizei ausgemustert worden war.

Der in der Biker-Szene als «Gummikuh» bekannte Töff galt damals als Unikat im Schweizerischen Feuerwehrwesen. Nur war sie etwas schwer und die Bereifung für die Fahrt auf unwegsamen Gelände nicht geeignet, wie sich Andreas Loepfe erinnert. «Heute sind dafür die Materialkisten hinderlich, da der Töff damit breiter ist.»

Nicht nur bei Einsätzen auf der Stadtautobahn erweist das zweirädrige Fahrzeug einen grossen Dienst. Gerade auch bei Waldbränden wird es häufig genutzt. «Diese Brandmeldungen sind meist etwas ungenau. Mit dem Töff können wir den Brandherd suchen und dann den Dienstzug zur richtigen Stelle beordern», sagt Bruderer. Damit ist der Töff so wichtig wie der Rest der Flotte – vom Tanklöschfahrzeug über den Hubretter und die Drehleiter bis hin zum Ölwehr-Fahrzeug. Deshalb hat der Töff wie alle anderen ein eigenes, markiertes Parkfeld.

Hier der Link zum Ursprung des Artikels:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

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