News aus St.Gallen: Private Sicherheitsdienste sollen Lage beruhigen

Fundierter Artikel, Lesen und Geniessen!

ST.GALLEN. Das Migrationsamt des Kantons St.Gallen schreibt den Auftrag für die Sicherheitsdienstleistungen in den kantonalen Asylunterkünften öffentlich aus. Mit dem Einsatz privater Sicherheitsdienste soll die Lage in den Zentren und in deren Umgebung massgeblich beruhigt werden.

Durch die veränderte Zusammensetzung der zugewiesenen Asylsuchenden bestehe ein höherer Bedarf an Sicherheit in den Zentren, heisst es in der Mitteilung der St.Galler Staatskanzlei vom Montag. Bereits seit rund zwei Jahren würden zur Verstärkung der Nachtwachen und für andere Sicherheitsdienstleistungen private Sicherheitsfirmen eingesetzt.

Bewilligungen nötig
Das Auftragsvolumen beträgt pro Jahr rund 1,2 Mio. Franken. Dienstleistungen ab 250’000 Franken verlangen gemäss dem kantonalen Beschaffungsrecht eine Ausschreibung im offenen Verfahren. In Frage kommen laut Communiqué nur Sicherheitsfirmen mit Bewilligungen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden.

«Landegg» sorgt für Schlagzeilen
Wegen Autoaufbrüchen, Diebstählen und Drogenhandel sorgte das Asylzentrum Landegg seit seiner Eröffnung im Frühling 2010 immer wieder für Schlagzeilen. Der Unmut in der Bevölkerung ist gross, und die Mitarbeitenden stossen an ihre Grenzen. Das Asylzentrum mit 106 Plätzen befindet sich auf der Grenze der Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Die Sicherheitskräfte sollen für einen geordneten und störungsfreien Betrieb in den kantonalen Asylzentren sorgen und darauf achten, dass die Nachbarn nicht belästigt werden. Bei Verstössen gegen Recht und Ordnung müsse die Polizei beigezogen werden, heisst es weiter. (sda)

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Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Dem Author ist es gelungen ein schwieriges St.Gallen-Thema ansprechend und interessant zu besprechen

St.Gallen-News: Eine «grüne Wiese» fürs Spital

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

MÖRSCHWIL/TÜBACH. Ein neues Zentrumsspital im Raum Mörschwil-Tübach bauen? Eine Idee, die durchaus vertieft diskutiert werden sollte, finden die Gemeindepräsidenten der beiden Dörfer. «Die grüne Wiese» jedenfalls hätten sie schon. Mit Seesicht.

Seit kurzem ist sie in aller Munde, «die grüne Wiese». Auf einer ebensolchen soll gemäss einer Studie der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell (IHK) ein neues Zentrumsspital gebaut werden. Wo genau, lässt die Studie offen. Die Chance, auf St. Galler Stadtboden ein entsprechendes Areal erschliessen zu können, erachten viele Politiker als gering (Tagblatt vom 22. August). Anders sieht es in Richtung See aus. Mörschwils Gemeindepräsident Paul Bühler wie auch sein Tübacher Amtskollege Michael Götte finden die Idee eines neuen Zentrumsspitals im Raum Mörschwil-Tübach, die seit Tagen öffentlich diskutiert wird, «durchaus überlegenswert».

Zonenplan und Zugshalt ändern

«Grundsätzlich wäre bei uns der Platz da», sagen Bühler und Götte. Wobei letzterer betont, die Idee mit dem Gebiet Mörschwil-Tübach stamme übrigens von ihm und nicht vom Rorschacher Stadtpräsidenten Thomas Müller. «Er war damit einfach schneller in den Medien», sagt Götte lachend und fügt an, besagte «grüne Wiese» stünde in Tübach zur Verfügung. Konkret denkt er an das Gebiet Meggenhus oberhalb des Waldeggkreisels. Zwischen St. Gallerstrasse und «Blumenhalde», gegenüber der Firma Zingg Industrieabfälle. Die Wiese sei zwar erst teilweise im Richtplan als Industriegebiet vorgesehen. «Aber wenn man ein Generationenprojekt plant, kann man durchaus noch Richt- und Zonenpläne anpassen», findet Götte.

Zudem wäre der Autobahnanschluss Meggenhus nur wenige Meter entfernt und was die Anbindung an den öffentlichen Verkehr betreffe: Der Bus fahre jetzt schon, «da müsste man einfach die Kadenz erhöhen». Und auch die Bahnlinie Rorschach-St. Gallen führe bereits durchs Gebiet. «Klar, heute hält der Zug nicht dort», räumt Götte ein. «Aber auch da liesse sich bestimmt etwas machen.» Schliesslich rede man bei diesem Grossprojekt von Investitionen in Milliardenhöhe. «Da mag es auch noch das eine oder andere leiden.»

«Ich bin ja auch kein Träumer»

Der SVP-Kantonsrat erwartet aber nicht, dass er nächstes Jahr ein Baugesuch fürs neue Spital auf dem Tisch liegen hat. «Ich bin ja auch kein Träumer», sagt er, der übrigens frühzeitig in die IHK-Studie involviert war. Aber er wehre sich einfach dagegen, wenn man kategorisch sage, ein Neubau sei unmöglich. «Ich will, dass die Idee für ein neues Zentrumsspital öffentlich diskutiert wird.»

Rückendeckung erhält er von bürgerlichen Stadtpolitikern, welche die IHK-Studie vergangene Woche im Tagblatt als «wichtigen und interessanten Denkanstoss» bezeichneten. «Das Anliegen, dass mit Neubauten Betriebskosten gesenkt werden sollen, muss man ernst nehmen», sagte etwa St. Gallens Stadtpräsident Thomas Scheitlin, um im gleichen Atemzug anzufügen, das Kantonsspital gehöre in die Hauptstadt.

Mörschwils Gemeindepräsident Paul Bühler hingegen findet es interessant, dass ausgerechnet das Gebiet Mörschwil-Tübach im Gespräch ist. «Ich fände es super, wenn Mörschwil ein eigenes Spital hätte», sagt er mit leicht ironischem Unterton, um dann ernsthaft anzufügen, dass er sich gut vorstellen könnte, «dass ein neues Spital Sinn macht, anstatt immer ums alte herumzubasteln». Bühler begrüsst es ebenfalls, wenn die Idee Neubau vertieft diskutiert wird. «Die Realisation auf <grüner Wiese> scheint mir aber sehr visionär.» Eher realistisch wäre für ihn das Areal beim Bahnhof St. Fiden in St. Gallen. Zumal für ein Zentrumsspital «mindestens 50 000 Quadratmeter Land» benötigt würden. Und dies in einer Zeit, wo um jeden Quadratmeter gestritten werde. «Zudem müsste man ja auch Wohnungen für die Spitalangestellten bauen.» Aktuell wohnen 2200 Angestellte in der Stadt St. Gallen, 90 Prozent von ihnen gehen zu Fuss zur Arbeit.

Raumplanerischer «Hosenlupf»

Auch für Götte ist klar, dass ein neues Kantonsspital «eine wahnsinnige Geschichte» wäre. Nichtsdestotrotz betont er nochmals, dass es im Raum Mörschwil-Tübach Platz gäbe, wenn man wollte. Besagte Wiese in Tübach reiche allein sicherlich nicht aus. «Aber auf Mörschwiler Boden hat es im Gebiet Meggenhus noch mehr geeignete Landstücke», sagt Götte. Bühler bestätigt dies. Eingezont seien sie allerdings nicht: «Aus raumplanerischer Sicht wäre dies ein rechter <Hosenlupf>.»

Link zur Quelle:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Hoffentlich kommmt bald wieder ein Bericht zu diesem Thema

Frische St.Gallener – Neuigkeit: Ein «Rebell» reiht sich ein

Sehr fundierter Artikel, die für das Lesen investierte Zeit lohnt sich für alle die sich für St.Gallen interessieren.

Der Swica-Neubau an der Teufener Strasse erregt in der Stadt die Gemüter. Kritiker bemängeln die Einbettung des weissen Hauses in die Reihe der historischen Häuser im Stickereiquartier. Der Architekt kontert, dass der Neubau sich gestalterisch bewusst nicht anzubiedern versuche.

Der Bruch ist nicht zu übersehen. Der Neubau der Gesundheitsorganisation Swica an der Teufener Strasse 5 steht zwar in Reih und Glied mit denkmalgeschützten Häusern aus der Zeit der St. Galler Stickereiblüte. Das strahlend weisse Haus ist für viele aber ein «Fremdkörper» im geschützten Ortsbild – und gibt damit zu reden in der Stadt.

Aus dem 21. Jahrhundert

Kritiker sprechen gar von einem «städtebaulichen Debakel». Der SP-Stadtparlamentarier Daniel Kehl etwa kritisierte in einer Einfachen Anfrage an den Stadtrat die architektonische Qualität des Neubaus und bemängelte, dass er nicht «in die wertvolle Bausubstanz» des Quartiers passe.

«Man darf und soll sehen, dass der Bau aus dem 21. Jahrhundert stammt», entgegnet Architekt Peter Trachsler des Zürcher Büros Spühler und Partner. Die Planer hätten sich bewusst für einen puristischen Bau entschieden, der sich gestalterisch nicht bei den Nachbarhäusern anbiedern wolle. «Einen historischen Baustil zu kopieren, wäre nicht ehrlich.»

Trachsler weist darauf hin, dass auch die ehemalige «Stadtgarage» an diesem Standort nicht ins Bild gepasst habe. Und dennoch hätten sich die Stadtbewohner an sie gewöhnt. «Wir erwarten nicht, dass das Haus von Anfang an allen gefällt», sagt der Architekt und vergleicht den Swica-Neubau mit einem guten Musikstück, das einem erst nach längerem und wiederholtem Hören im Ohr bleibe.

Drei Standorte zusammengelegt

Die rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Swica-Regionaldirektion St. Gallen haben ihren neuen Arbeitsplatz im «weissen Haus» vor etwa 100 Tagen bezogen. Sie arbeiteten zuvor an drei Standorten in der Stadt: am Oberen Graben, an der Wassergasse und an der Vadianstrasse.

Dass es in der Stadt kritische Stimmen zum neuen Geschäftshaus gibt, ist auch Swica-Generaldirektor Reto Dahinden nicht entgangen. «Wir selber finden den Neubau aber sehr gelungen», sagte er an der offiziellen Eröffnung gestern abend. Das Haus sei modern, aber trotzdem nicht unpersönlich. Andreas Raschle, Regionaldirektor St. Gallen, zeigte sich erfreut, dass nach knapp zwei Jahren Bauzeit alle Dienstleistungen in St. Gallen «unter einem Dach» angeboten werden können.

Im fünfstöckigen Minergie-Haus gibt es Raum für 140 bis 150 Arbeitsplätze. Im Erdgeschoss ist der Kundendienst untergebracht. Zum Gebäude gehören auch zwei Wohnungen im vierten und fünften Obergeschoss sowie eine Tiefgarage mit 55 Parkplätzen.

Hier der Link zum Original:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!

St.Gallen-News: Eindrücke aus Singapur – von Makler und Muezzins

Lesenswerter Text zu diesem spannendem Thema aus St.Gallen.

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Nach meiner letzten Prüfung hatte ich nicht viel Zeit mich für das Austauschsemester vorzubereiten. Die Wohnung musste abgegeben werden, Adresse geändert und am wichtigsten auch noch der Austausch geplant werden. Schliesslich ging es am 4. August los nach Singapur. Meinen Plan, im Nachtflug zu schlafen, um Jetlag zu vermeiden, mochten die zwei Kleinkinder in meiner Nähe nicht unterstützen und unterhielten mich über 12 Stunden mit ihrem Kreischkonzert. Angekommen um 6 Uhr früh im Sleepy Sam’s Backpackers Hostel, ging der Stress der ersten Woche schon los.

„5 Sterne Hostel“ – Sleepy Sam’s

Wir hatten eine Woche im Hostel gebucht, um während dieser Zeit eine Wohnung zu finden. Das Hostel hatten wir auf Empfehlung von Bekannten gebucht und auf der Webseite beschrieben sie sich als „5 Sterne Hostel“. Erwartet hat uns aber etwas ganz anderes – das Zimmer glich einer Abstellkammer, Sauberkeit war ein Fremdwort und die Dusche musste mit 50 weiteren Gästen geteilt werden. Die Lage war hingegen ziemlich zentral in der Arab Street – dem islamischen Teil von Singapur. In diesem Teil der Stadt fühlte man sich wie im Orient. Die Lokalitäten gingen von Shishabars über Halal Restaurants, bis hin zur Moschee direkt neben unserem Hostel. Der einzige Nachteil der Lage war, dass man jeden Morgen um 6 Uhr erzwungenermassen vom Muezzin geweckt wurde.

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Wohnungssuche – Cash is King

Die Wohnungssuche in Singapur ist ein Ding für sich. Man sucht sich einen Makler, der einem die Wohnungen mit dem Makler des Eigentümers zusammen zeigt. Wenn man eine Wohnung will, füllt man das sogenannte bindende „Letter of intent“ aus und bezahlt direkt eine Monatsmiete Kaution. Wer zuerst oder mehr bezahlt, kriegt die Wohnung, darum sollte man die Kaution während der Besichtigung immer dabei haben, da sonst die Gefahr besteht, dass einem die Wohnung vor der Nase weggeschnappt wird (was uns tatsächlich auch passiert ist). Die Makler waren aber nur an der Agent’s Fee interessiert – dem Lohn den sie für den Abschluss eines Mietvertrags erhalten, der eine halbe Monatsmiete beträgt. Auch wurde uns ziemlich schnell klar das man sich nicht auf die Makler verlassen darf, da diese einen nur Abzocken wollen. Nach sechs Tagen, 25 Wohnungen und der wohl stressigsten Woche unseres Lebens hatten wir endlich eine wirklich gute Wohnung in einem neu erbautem „Condominum“ gefunden. Zur Ausstattung gehören unter anderem mehrere Pools, ein Fitness, Grillstellen, Whirpools, Saunas, Dampfbäder und eine wunderbare Aussicht auf die Marina Bay und das Meer.

Essen – Foodcourts

Singapurianer haben zwei Hobbies, Geld machen und Essen. Mit diesem Zitat eines Einheimischen lässt sich Singapur ziemlich gut beschreiben. Da wir nicht hier sind um Geld zu machen, können wir uns wenigstens am zweiten Hobby aktiv beteiligen. Das Essen ist gut, günstig und es ist die ganze kulinarische Küche Asiens vertreten, also es gibt für jeden etwas. Speziell sind die sogenannten Foodcourts zu erwähnen. Dabei handelt es sich um Bereiche, bei denen viele kleine Restaurants gemeinsam angesiedelt sind. Dadurch kriegt man ein gutes Mittagessen schon für umgerechnet nur 5 Franken im sonst so teuren Singapur.


Asia Term – Die HSG und ihre Gerüchteküche

Vom Asia Term hatten mir einige ältere Kommilitonen abgeraten, es sei die HSG in den Tropen, man kommt nicht in den Kontakt mit Einheimischen, der Arbeitsaufwand sei extrem und vieles mehr. Weil ich unbedingt nach Singapur wollte, habe ich mich trotzdem angemeldet. Die meisten Gerüchte haben sich schon vor dem Austausch als falsch erwiesen. Die Vorteile zeigten sich schon sehr schnell, wir durften zum Beispiel unsere Kurse vor allen anderen Studenten auswählen, ohne am lästigen  „first come, first served“-Biddingprozess teilnehmen zu müssen. Auch ergibt sich kaum Aufwand bei der Anrechnungsstelle, da einem von Anfang an alles durch die Betreuer des Asia Terms erklärt wird. Man merkt allgemein, dass das Programm der HSG wirklich viel bedeutet und ein enormer Aufwand dahinter steckt. Auf dieses Jahr wurde weiterhin einiges am Asia Term geändert, um es attraktiver zu gestalten, die Kurse wurden besser strukturiert, koordiniert und viel besser verteilt, damit man auch besser reisen kann und nicht der ganze Arbeitsaufwand im November zusammenkommt. Uns kommt das sehr entgegen. Den ersten Kurs, ein sehr interessantes dreitätiges Blockseminar über „Business Development“ in Asien, bei dem man Spannendes über die asiatische Geschäftswelt lernt, haben wir schon abgeschlossen und somit bereits einen guten ersten Überblick über Asien erhalten. Ob die Änderungen das gewünschte Ergebnis bringen werden, wird sich noch zeigen. Ich freue mich auf jeden Fall auf vier spannende Monate in Südostasien.

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MEHR DAZU

  • Bist auch du im Austausch und möchtest darüber berichten? Schreib uns an online@prisma-hsg.ch!
  • Blog: Hawker Center – Ein kulinarisches Muss in Singapur
  • Blog: ¡Costumbres de Argentina!

Link zur Quelle des Textes:
Prisma Blog

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

Frisch aus St.Gallen – topaktuell: “Einem Hund kann man nichts vormachen”

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

Polizeihunde haben am Wochenende einen Vermissten aufgespürt und einen Verbrecher gestellt. Hinter diesen Erfolgen steckt jahrelange, intensive Arbeit mit den Tieren. Und auch manch ein Tiefschlag.

Der verwirrte Mann war schon fast verzweifelt – da fand ihn Personenspürhund Lupo. Wer sich darüber am Samstag am meisten freute – der Vermisste, der Hund oder sein Hundeführer – ist schwer zu sagen. “Für uns ist es wunderbar, wenn wir mit einem Hund einen Erfolg haben”, sagt Peter Rohner, Dienstchef Hundewesen der Kantonspolizei St.Gallen. “Es ist schliesslich unser Ziel, für das wir seit sie Welpen sind tagtäglich mit den Hunden trainieren.” Und allzu oft komme es auch vor, dass bei einer Suche keine Person gefunden werde, sich die Spur an einem Bahnhof oder am Seeufer verliere.

Feinste Teamarbeit
Am Samstag aber klappte alles bei der Suchaktion von Lupo, einem Drahthaar-Vizsla, und seinem Herrchen Peter Rohner. Eine Stunde lang folgte Lupo und das Polizeiteam der Fährte des dementen 81jährigen Mannes. Sie führte einem stark frequentierten Weg entlang vom Rorschacher Seerestaurant bis ins drei Kilometer entfernte Staad. Der Mann hatte das Restaurant und seine Begleiterin kurz verlassen, ging dann anscheinend in die falsche Richtung und konnte sich nicht mehr orientieren. Er sei in seiner Verzweiflung kreuz und quer gelaufen, sei auch mal gerannt und wieder umgekehrt. “Es war keine leichte Aufgabe für Lupo”, sagt Peter Rohner. Lupo musste unterscheiden zwischen frischer und älterer Spur des Vermissten, dort wo sich seine Wege kreuzten. “So eine Suchaktion ist die feinste Teamarbeit zwischen Hund und Mensch, die es gibt.” Hund wie Hundeführer nehmen dabei jede kleinste Regung ihres Partners wahr.

Fährten, die ein paar Tage alt sind
Lupo ist mit seinen sechseinhalb Jahren im besten Alter und “voll im Saft”, sagt Peter Rohner. “Je länger man mit einem Hund trainiert, desto grösser ist auch seine Freude bei einem Erfolg.” Es sei sowieso das A und O, dass ein Hund mit Freude bei seiner Arbeit sei. Dafür sorgen die Hundeführer des Polizeihundeführer-Vereins St.Gallen/Appenzell zu dem neben dem Kanton St.Gallen beide Appenzell, Glarus und das Fürstentum Liechtenstein gehören. Die Trainings werden abwechslungsreich gestaltet, finden in verschiedenen Regionen der Ostschweiz statt und die Hunde trainieren immer wieder aufs Neue das Fährtenlesen mit ihrem feinsten Organ, der Nase. Es werden dabei auch Fährten ein paar Tage vor dem Training gelegt – die verblassende Duftnote stellt für die Hunde eine noch grössere Herausforderung dar. Haben sie Erfolg, werden sie belohnt – mit einem Leckerbissen, aber auch mit der Freude von Herrchen. “Einem Hund kann man nichts vormachen. Wenn man sich freut, spürt er das genauso, wie wenn jemand traurig ist”, so Rohner.

Erster Einsatz mit Täterkontakt
Fast zur gleichen Zeit am vergangenen Samstag stellte Polizeihündin Yourie einen Einbrecher in Oberbüren. Die Malinois-Hündin habe den flüchtigen Mann aufgespürt, ihn dann angebellt und angeknurrt, so dass er sich nicht mehr zu bewegen getraute. “Für die fünfjährige Schutzhündin war es einer der ersten Einsätze mit Täterkontakt.” Der junge Ladendieb hatte sich im dichten Buschwerk zwischen Autobahn und Industriegebiet versteckt. Youries Spürnase stöberte den Flüchtigen auf und mit ihm auch Waren aus verschiedenen Ladendiebstählen.

45 Hunde im Einsatz
Jeder der 45 Hunde, die für die Ostschweizer Kantone St.Gallen, beide Appenzell, Glarus und das Fürstentum Liechtenstein im Einsatz sind, gehören privat einem Polizeihundeführer. Sie sind neben dieser Spezialaufgabe auch in einer anderen Abteilung bei der Polizei im Einsatz. Die Hunde werden je nach Eignung spezialisiert ausgebildet in den Bereichen Schutzhund, Drogenhund, Personenschutzhund oder Sprengstoffsuchhund. Mit ihren Tieren legen die Hundeführer die schweizerische Polizeihundeprüfung ab.

Der 54jährige Peter Rohner ist der einzige vollamtliche Polizeihundeführer in der Ostschweiz. Hunde gehören schon seit je her zu seinem Leben. Nach einer Ausbildung zum Bereiter wechselte er vor mehr als 25 Jahren zur Polizei und vertiefte seine Leidenschaft zu den Hunden auch beruflich. “Hundeführer ist definitiv mein Traumberuf”, sagt Rohner auch noch nach 30 Jahren als Hundeführer im Dienst der Polizei.

Hier der Link zum Ursprung des Artikels:
Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: Per Charterflug nach Valencia

Dieser Artikel bringt Licht ins St.Gallener Dunkel!

FC-St. Gallen-Fans können per Charterflug an das Europa-League-Gruppenspiel nach Valencia reisen – sofern beim Fan-Dachverband bis Sonntag ausreichend Anmeldungen dafür eingehen.

Nach seinem 4:2-Sieg im Rückspiel des Europa-League-Playoffs gegen Spartak Moskau steht der FC St. Gallen in der Gruppenphase der europäischen Liga. Als nächste Gegner warten der FC Valencia, Swansea City und der russische Verein Kuban Krasnodar. Anstrengend wird dies nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Fans – zumindest für diejenigen, die ihrem Team zu den Ausland-Spielen folgen wollen.

Vorbereitungen auf Hochtouren

Zurzeit plant der Fan-Dachverband 1879 (DV 1879) intensiv die An- und Rückreisen zu den nächsten Austragungsorten. Für die Spiele in Swansea und Valencia gibt es bereits Busangebote: Für maximal 250 Franken können Fans nach Wales beziehungsweise Spanien fahren, um dort die grün-weisse Fahne hochzuhalten. Die Anmeldefrist für Swansea läuft bis am 12. September, diejenige für das Spiel in Valencia bis am 17. September. Zudem wird gemäss einer Mitteilung abgeklärt, ob Flüge nach Swansea und Krasnodar organisiert werden können.

Valencia-Flug noch ungewiss

Seit Mittwochabend steht fest, dass diese Möglichkeit für das Spiel in Valencia grundsätzlich bereits besteht: Für 400 Franken pro Ticket können Fans per Charterflug nach Valencia reisen. Jedoch kann das Flugzeug laut Michael Blatter, Mediensprecher des DV 1879, nur gechartert werden, wenn ausreichend verbindliche Anmeldungen eingehen. Andernfalls sei das finanzielle Risiko für den Dachverband nicht tragbar.

Möglichst schnell anmelden

Anfang nächster Woche müsse der Entscheid fallen, ob der Flug gebucht werde oder nicht, erklärt Michael Blatter. «Daher wäre es gut, wenn sich die Fans möglichst schnell anmelden würden.» Die Anmeldefrist läuft noch bis am kommenden Sonntag, 8. September, 20 Uhr. Anmeldungen erfolgen via E-Mail an europa@dv1879.ch.

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Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Wir sind schon sehr auf die nächsten Artikel zu diesem interessanten Thema gespannt!

Frisch aus St.Gallen – Topnews: Melodien gegen Tränengas

Ein lesenswerter Bericht zu St.Gallen.

dpa

dpa

Das Chaos und die Unruhe gesellschaftlicher Umbrüche, wie sie Ägypten und die Türkei in den letzten Wochen erlebt haben, bringen immer wieder erstaunliche Persönlichkeiten hervor, die mit Mut und Engagement für ihre Anliegen eintreten, Selbstlosigkeit und Toleranz leben und damit der Hoffnung eine Stimme geben. Einer von ihnen ist Davide Martello, ein Konstanzer Strassenmusiker, der dem Erdogan-Regime in der Türkei die Stirn bot.

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Seit 2011 reist der 31-jährige, gelernte Friseur um die Welt, fährt mit seinem VW Vento auf die grossen Plätze von ebendieser, setzt seinen Hut auf, kurbelt den selbst umgebauten Flügel an einer Seilwinde aus dem Anhänger und beginnt zu spielen. Noten braucht er keine. Einen Teil der Kunst – die seiner Tasten – bringt er mit, doch das, was Davide’s Spiel so einzigartig macht, wartet jeweils schon längstens auf ihn: Die Umgebung, die Atmosphäre eines Konzerts sei mindestens so wichtig wie die Musik selbst, betont er. An diesem lauen Sommerabend soll es München sein, vor der ehrfürchtigen Feldherrenhalle am Odeonsplatz, wo vor 90 Jahren Hitler’s erster Putschversuch ein abruptes und folgenreiches Ende fand. Ein schweres Erbe, das sich gänzlich in den ersten Akkordeon seiner Klavierkunst niederschlägt, sich dann aber schnell zur beflügelt leichten Melodie entwickelt, welche die Zuhörer scharenweise aus den Gassen lockt.

Nicht ganz so einfach muss dieses Unterfangen auf dem Taksim-Platz gewesen sein. Als Davide im Juni – gerade auf dem Weg von Sofia zurück nach Deutschland – von den Bürgerprotesten in Istanbul hörte, entschloss er sich kurzum, einen Umweg über die Türkei zu machen. Buchstäblich zwischen Steinewerfern und Polizisten mit Wasserwerfern und Tränengas habe er sein Piano auf dem mit Schutt bedeckten Platz aufgestellt. Innerhalb von Minuten versammelten sich Hunderte Menschen um den Konstanzer Pianisten, Polizisten lauschten seinem Spiel, wütende Demonstranten stimmten in „Let it be“ mit ein, tanzten, sodass er die ganze Nacht, ja mehrere Nächte, durchspielte. – Bis es den türkischen Beamten zu bunt wurde und sie Davide samt Auto und Instrument beschlagnahmten.

Auch wenn es zurück in Zentraleuropa ruhiger zugeht, die sonst so gestressten Zuhörerinnen und Zuhörer bleiben stehen, lauschen gespannt, wirken plötzlich ganz verträumt oder neu verliebt, klatschen verhalten freundlich – ganz zur Freude des jungen Musikers, der verlegen lächelt und sogleich mit dem nächsten, irgendwo auf der Welt komponierten Song fortfährt. „Ich spiele zwar hier, doch meine Gedanken sind in Ägypten“, gibt er vorher noch zu bedenken. Beim sanften Klang des Pianos vergisst man die Zeit auf dem immer kälter werdenden Kopfsteinpflaster. Es scheint mir, als wären alle 200 Menschen (um nicht zu sagen Wirtschaftssubjekte), die zusammen mit mir in den dunkel verhüllten Platz hineinlauschen, ebenso ergriffen vom Idealismus, der den meisten von uns irgendwie abhanden gekommen ist.

Inzwischen ist Davide Martello weitergezogen, unterwegs durch Europa, wo er die Menschen mit seiner Musik zu Demokratie und Dialog auffordern will. Der Dialog mit den Städten, ihrer Architektur und ihren Menschen gelingt ihm jedenfalls ausgezeichnet – jener mit der Polizei, die sein Konzert tags darauf in Tübingen wegen fehlender Bewilligung durch die Behörden unterbricht, hat noch Potenzial nach oben. Nichtsdestotrotz, ein Abstecher zu einem der „Klavierkunst“-Konzerte sei wärmstens empfohlen. Sie werden jeweils ein paar Stunden zuvor auf der Facebook-Seite  angekündigt.



MEHR DAZU

  • Blog: 1913 – Der Sommer vor hundert Jahren
  • Blog: Sommer-Kunst in St. Gallen
  • Blog: Wenn Erwachsenwerden Freiheit bedeutet

Zum Original des Textes:
Prisma Blog

Dieser kompakte Artikel beleuchtet dieses topaktuelle Thema aus einem interessanten Blickwinkel. Spannend!