Frisch aus St.Gallen – Topnews: Herren über die Baugesuche

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

WITTENBACH. Nach rund 25 Jahren auf der Bauverwaltung Wittenbach gingen Walter Jordi und Hans Lichtensteiger am Freitag in Pension. An ihrem letzten Arbeitstag erzählen sie vom «Vorschriftendschungel», illegalen Baustellen und Zukunftsplänen.

Ein ganz normaler Spaziergang durch Wittenbach – ohne mit prüfendem Blick Grenzabstände oder Fassaden zu kontrollieren: Für Hans Lichtensteiger und Walter Jordi ist das heute kaum mehr möglich. «Nach so langer Zeit hat man schon ein gewisses Auge für bauliche Veränderungen», sagt Jordi. Seit 26 Jahren ist der 62-Jährige Leiter des Hochbauamtes Wittenbach. Hans Lichtensteiger leitet seit 24 Jahren das Bausekretariat. Die beiden kennen die Bauten der Gemeinde wie kaum ein anderer.

Unter Zeitdruck

Jordi zückt einen Notizzettel aus seiner Hosentasche. Zentrumsgestaltung, Überbauungen im Gebiet Obstgarten und Bettenwiese: Die Liste ist lang. «Es hat sich viel getan in Wittenbach», sagt Lichtensteiger. «Da waren wir sehr gefordert.» Jordi nickt: «Es gab schon Zeiten, in denen wir ziemlich am Anschlag waren.» Vor allem gegen Ende Jahr und Anfang der Sommerferien hätten sich die Baugesuche auf ihren Pulten gestapelt. «Mehr als zwei Wochen Ferien am Stück lagen da nicht drin», sagt Jordi. Denn die Zeiten hätten sich geändert. Entscheide sich heute jemand zu bauen, könne es ihm nicht schnell genug gehen. «Früher war das viel ausgeglichener», sagt Lichtensteiger.

Hinzu komme, dass es aufgrund des heutigen «Vorschriftendschungels» viel länger dauere, bis ein Baugesuch bewilligt werde. «Noch bevor es überhaupt eingereicht wird, sind viele Abklärungen nötig», sagt Jordi. Die beiden Fachleute hätten Architekten und Bauherren dabei immer gerne unterstützt. «Wir sehen uns als Bewilligungs- und nicht als Verhinderungsbehörde», sagt Lichtensteiger.

Samstags auf der Baustelle

Trotzdem: Immer wieder mussten die beiden Baugesuche ablehnen. «Keine schöne Aufgabe», sagt Jordi. «Aber es gehört eben dazu.» Genauso wie die Samstage oder Sonntage, an denen sein Handy geklingelt habe und er Beschwerden erhielt. «Es kam oft vor, dass ich auf der ein oder anderen illegalen Baustelle den Leuten die Maschinen abstellen musste.» Immerhin: Einen langen Weg hatte er nicht. Denn Jordi und auch Lichtensteiger wohnen beide in Wittenbach – das war für Gemeindeangestellte lange Pflicht. «Eigentlich fand ich diese Regel gar nicht so schlecht», sagt Jordi. «Man kennt sich und ist mit vielen Leuten per Du.» Lichtensteiger ist der gleichen Meinung: «Die Leute verlieren so die Distanz zur Verwaltung und sind nicht gehemmt, bei Fragen auf uns zuzukommen.» Befangen seien die beiden nie gewesen. «Im Gegenteil», sagt Lichtensteiger. «In einer Streitsache zeigten Bekannte oft viel mehr Verständnis für unsere Situation als Fremde.»

Zurück zum Handwerk

Vor zwei Jahren haben sich die beiden für die Frühpension entschieden. Die Vorfreude darauf sieht man ihnen an. «Es fällt ein grosser Druck von einem weg und man sieht vieles gelassener», sagt Lichtensteiger. Wehmut verspüre er nicht – noch nicht. «Das wird sich zeigen.» Doch zuerst stehen Ferien an. Mindestens ein halbes Jahr wolle er keine Verpflichtungen haben. «Einfach mal machen, was man gerne tut», sagt der 62-Jährige und lächelt. Dazu gehören Keyboard spielen, Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen und Wandern. Auch Jordi wandert gerne – am liebsten im Alpstein oder im Tessin. «Meine freie Zeit will ich auf jeden Fall nutzen, um zu reisen.» Den Rest lasse er auf sich zukommen. Lichtensteiger hingegen hat schon genauere Vorstellungen, was er mit seiner neu gewonnenen Freizeit anfangen will. Seit kurzem ist er Präsident der CVP Wittenbach. Und er plant, eine Saison lang einem Bauern auf einer Alp auszuhelfen. «Falls mich überhaupt einer will», sagt Lichtensteiger und lacht. «Es reizt mich, wieder einmal etwas Handwerkliches zu machen», sagt er. «Weg vom Bürostress und zurück zur Einfachheit.»

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Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

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Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Winterragout statt Grillfleisch

Sehr fundierter Bericht, die Lesezeit ist gut investiert.

ST.GALLEN. Wenn es regnet, wird nicht grilliert. Diese Tatsache macht sich in den Kassen der St.Galler Metzgereien bemerkbar. Sie verzeichnen Umsatzeinbussen, die sie auch nicht mehr wettmachen können, sollte der Sommer doch noch kommen.

Eine derart schlechte Grillsaison hat Oscar Peter noch nie erlebt. «Es gab weder Frühling noch Frühsommer», stellt der Inhaber der Metzgerei Schmid ernüchtert fest. Vor allem der Frühsommer ist in seinen Augen wichtig fürs Geschäft mit dem Grillfleisch. «Wenn es das erstemal so richtig warm wird, wollen die Leute raus und grillieren.» Doch wegen des verregneten, kalten Wetters ist das diesjährige Geschäft mit Steaks und Würsten bislang ins Wasser gefallen.

«Der Umsatzverlust ist in Prozenten schwierig zu beziffern», sagt Peter. Was er aber mit Sicherheit weiss: «Den Verlust gleichen wir nicht mehr aus, auch wenn es noch zwei Monate Superwetter gibt.» Bald kämen die Sommerferien, in denen viele Leute weg seien. Und im August gebe es jedes Wochenende ein Fest, da werde auch nicht mehr so oft grilliert. «Aber was sollen wir machen? Erzwingen können wir nichts.»

Mehr Plätzli und Geschnetzeltes

Die Leute zum Grillieren zwingen, das kann auch Andreas Helfenberger, Leiter der Gemperli-Filiale an der Schmiedgasse, nicht. Nur auf Aktionen hinweisen auf dem Kundenstopper vor der Metzgerei. «Aber das bringt bei schlechtem Wetter auch wenig», sagt Helfenberger. Er bezeichnet das diesjährige «Sommerwetter» als «ganz extrem». «Wir spüren es natürlich bei den Wurstwaren und beim marinierten Fleisch.» Wie stark sich Regen und Kälte in der Kasse bemerkbar machen, kann Helfenberger ebenfalls nicht sagen. «Einen Teil des Verlusts bei der Grillware fangen wir mit dem Verkauf von anderem Fleisch auf. Zum Beispiel mit Geschnetzeltem.»

Die gleiche Beobachtung macht Jörg Bechinger von der gleichnamigen Metzgerei in St. Georgen. Auch bei ihm wandern deutlich weniger Spiessli und anderes Grillfleisch über die Ladentheke. «Dafür verkaufen wir mehr Plätzli und Geschnetzeltes», sagt Bechinger. Fleisch werde auch bei schlechtem Wetter gegessen. Nur, den Verlust beim Grillfleisch, den bringe man nicht mehr weg. «Da hat man keine Chance mehr.»

Take-Away läuft gut

Doch nicht alle Metzger stimmen ins Klagelied ihrer Kollegen ein. «Wir sind zufrieden», sagt Christian Würgler, Leiter der Rietmann-Metzgerei in der Marktgasse. «Der Mai und der Juni waren gar besser als im Vorjahr.» Weshalb dies so sei, wisse er nicht genau. Vielleicht wegen des Take-Away, der bei Rietmann erstaunlicherweise sehr gut läuft. «Wenn es zu heiss ist, verkaufen wir beim Imbiss weniger.» Und auch Würgler verkauft mehr Braten, Ragouts und Fleisch im Teigmantel als sonst zu dieser Jahreszeit. «Eigentlich typische Wintersachen.»

Es braucht einen heissen Juli

Das schlechte Wetter der letzten Wochen spüren nicht nur die Metzger beim Umsatz, sondern auch der hiesige Bierproduzent. «Es ist ganz einfach: Bei schönem Wetter wird mehr Bier getrunken», sagt Josef Zweifel von der Schützengarten AG. Anders als die Metzger könnte die Brauerei den Verlust noch auffangen. «Falls es im Juli, August und September heiss wird.» Schön wär’s. Nicht nur für Metzger und Bierbrauer.

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St.Gallen-News: Auf Umwegen zum Tierheim

Ein absolut lesenswerter Artikel zum Thema “St.Gallen”

ENGELBURG. Während der Sommerferien herrscht im «Sitterhöfli» Hochbetrieb. Doch die Zufahrt zum Engelburger Tierheim ist wegen eines Erdrutsches gesperrt. Nun soll der Hang verstärkt werden.

Das Tierheim Sitterhöfli in Engelburg steht kurz vor der Hochsaison: Viele Leute, die in den Sommerferien vereisen, bringen ihr Haustier in der Tierpension unter. Doch gerade jetzt hat das Tierheim mit einem Problem zu kämpfen: Seit über drei Wochen ist die Zufahrt von der Engelburger Seite gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Denn die starken Regenfälle Anfang Juni haben ihre Spuren hinterlassen. «Der Hätterenweg war verschüttet», sagt Tierpflegerin Lea Styger. Und das nicht zum erstenmal.

Absenkungen und Rutschungen

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Gesteinsabbrüchen und Hangrutschen an der Böschung beim Hätterenweg. Der Boden in diesem Gebiet sei «lebendig», sagt Thomas Meyer, Leiter des Tiefbauamts Gaiserwald. «Bei starken Regenfällen kommt es oft zu Gesteinsabbrüchen.» So auch am Flutwochenende vom 31. Mai bis zum 2. Juni. Gesteins- und Erdmassen verschütteten die Strasse. «Diese haben wir mittlerweile abgetragen», sagt Meyer. Starke Absenkungen und Rutschungen unterhalb der Strasse hätten die Arbeiten allerdings erschwert und würden eine Durchfahrt derzeit unmöglich machen. Damit sich das so schnell wie möglich ändert, will die Gemeinde Gaiserwald etwas unternehmen. Dazu habe der Gemeinderat «Sofortmassnahmen» veranlasst, sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky.

Sicherung durch Baumstämme

«Geplant ist, die Böschung beim Hätterenweg zu verstärken», sagt Thomas Meyer. Dies soll mit Hilfe von sogenannten «Holzkästen» möglich sein. «Bei dieser Bauvariante werden mehrere Baumstämme in einem Kreuz-System in den Hang eingebaut.» So soll ein erneuter Hangrutsch ausgebremst und die Strasse gesichert werden. Ob die «Holzkästen» diese Wirkung im Gebiet Hätteren erzielen könnten, müsse die Gemeinde allerdings zuerst prüfen. «Wenn die Wetterverhältnisse gut sind, werden wir die Bodenschichten in diesem Gebiet am kommenden Donnerstag mit einer Sondage untersuchen», sagt der Leiter des Tiefbauamts. Der Revierförster und ein Geologe werden die Bauarbeiten begleiten. «Wir müssen sicher gehen, dass alles richtig eingesetzt wird», sagt Meyer. Absolute Sicherheit könne man jedoch auch mit dem «Holzkasten»-System nicht gewährleisten.

Zufahrt nur über St. Gallen

Wann die Strasse wieder befahrbar sein wird, kann Meyer nicht sagen. Die Gemeinde könne die Strasse erst freigeben, wenn keine Gefahr mehr bestehe und die Absenkungen «aufgekiest» wurden. «Ziel ist, dass die Strasse bis Anfang der Sommerferien frei ist», sagt Meyer. Den Tierpflegern im «Sitterhöfli» bleibt bis dahin nichts anderes übrig, als abzuwarten. «Wir sagen unseren Kunden, dass sie uns mit dem Auto nur über St. Gallen erreichen», sagt Lea Styger. «Das ist mühsam. Aber die meisten zeigen Verständnis.»

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St.Gallen-News: Mörschwil bei Millionären top

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

In Gemeinden rund um St. Gallen wohnen überdurchschnittlich viele Vermögensmillionäre. Allein in Mörschwil sind es 233. Mit einem Anteil von knapp elf Prozent spielt der regionale Spitzenreiter schweizweit aber nicht in der Topliga.

Die kantonale SP will etwas gegen die finanzielle Schieflage des Kantons unternehmen und Reiche stärker zur Kasse bitten. Sie hat deshalb eine Initiative lanciert, um die Vermögenssteuer für Millionäre zu erhöhen. Eine solche Steuererhöhung für die 3,8 Prozent Reichsten könnte insbesondere in Mörschwil auf wenig Gegenliebe stossen. Denn in der Gemeinde leben gemäss Auskunft des kantonalen Steueramts insgesamt 233 Vermögensmillionäre. Gemessen am Anteil aller Steuerpflichtigen in der Gemeinde, sind das knapp elf Prozent – regional ein Spitzenwert.

Eldorado für Reiche

Die zweithöchste Millionärsdichte weist in der Region wenig überraschend Gaiserwald auf. Nach Mörschwil ist die Steuerbelastung dort am tiefsten, und die Gemeinde hat nebst der Stadtnähe Wohnlagen mit Aussicht auf das Alpsteinmassiv zu bieten. Der Anteil Vermögensmillionäre ist in Gaiserwald mit 5,7 Prozent allerdings bereits deutlich tiefer als jener in Mörschwil. Auch deshalb erscheint die Millionärsdichte in Mörschwil auf den ersten Blick als besonders hoch. Schaut man jedoch über die Kantonsgrenze hinaus, relativiert sich dieser Wert.

In der weiteren Region gilt gemeinhin die Gemeinde Teufen als Eldorado für Vermögende. So wohnen dort etwa die Banker Konrad Hummler oder Pierin Vincenz. In einem Artikel des «Anzeigers» vom April 2012 heisst es, dass in Teufen 370 Millionäre leben. Setzt man diese Zahl in ein Verhältnis mit der geschätzten Anzahl Steuerpflichtiger von 3525 (die genaue Zahl konnte das Ausserrhoder Steueramt gestern nicht bekanntgeben), ergibt das einen Wert von rund 10,5 Prozent, der damit in der Nähe von Mörschwil liegt.

Viele Millionäre in Zürich

In völlig anderen Sphären bewegen sich hingegen die Zürcher Goldküstengemeinden. So kann sich die Gemeinde Zumikon über eine Millionärsdichte von 27 Prozent freuen («Tages-Anzeiger» vom 8. Juni). Ebenfalls viele Vermögensmillionäre gibt es in Herrliberg (26,6%), Erlenbach (25,2%) oder Küsnacht (24,8%). In Wollerau im Kanton Schwyz liegt der Anteil bei 24,4 Prozent.

Laut Heinz Baumgartner vom kantonalen Steueramt St. Gallen lassen sich die Zahlen allerdings nicht exakt über die Kantonsgrenze hinaus vergleichen, da die Berechnungsgrundlagen für das steuerbare Vermögen nicht überall dieselben sind. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Sozialabzüge. Im Kanton St. Gallen beträgt der erlaubte Abzug für Alleinstehende 75 000 Franken, für Ehepartner 150 000 Franken, und für jedes minderjährige Kind kann man 20 000 Franken abziehen.

Für die Berechnung der Anzahl Vermögensmillionäre rund um St. Gallen wurde zudem Vermögen nicht berücksichtigt, das nicht versteuert werden muss – so etwa der Hausrat oder Säule 3a-Guthaben. Der Anteil von Einwohnern, die mehr Geld auf der Seite haben als eine Million Franken, ist also noch tendenziell höher als in der Grafik (links) abgebildet.

Nicht nur der Steuerfuss lockt

Im Vergleich mit den Zürcher Goldküstengemeinden mag die Millionärsdichte in den Gemeinden rund um St. Gallen bescheiden sein, nimmt man aber den Kanton St. Gallen zum Massstab, gibt es in der Region überdurchschnittlich viele Millionäre. Nur die Gemeinden Untereggen und Waldkirch liegen unter dem kantonalen Mittel von 3,8 Prozent.

Zahlenmässig am meisten Millionäre leben in der Stadt St. Gallen. Trotz eher hoher Steuerbelastung sind es 1932. Dass für Millionäre bei der Wahl ihres Wohnorts nicht nur der Steuerfuss ausschlaggebend ist, zeigt auch die Millionärsdichte in Gossau. Obwohl die Stadt mit 116 Prozent einen vergleichsweise tiefen Steuerfuss bietet, liegt der Anteil Millionäre mit «nur» 3,8 Prozent exakt im kantonalen Durchschnitt.

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Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!

Frisch aus St.Gallen – topaktuell: Kulturschaffende gegen Sparpaket

Fundierter Bericht, das Lesen lohnt sich.

ST. GALLEN. Es klingt wie ein verspäteter Weckruf: «Hopp Kultur!» steht in fetten Lettern über einem Beil, das ins Bündel des St. Galler Wappens geschlagen ist, und drunter: «Aktiv gegen Sparpaket 3». Mit diesem Plakat wollen Kulturschaffende kurz vor der Sparsession des Kantonsparlamentes doch noch «ein Zeichen des Widerstandes setzen», wie es auf einem gestern auf kulturellen Kanälen verbreiteten Aufruf heisst.

Nach der Visarte.ost, die sich in einem offenen Brief an die Kantonsräte namentlich gegen die Aufhebung der Atelier-Wohnung in Rom wehrt, gilt die neue Protestaktion den Budgetkürzungen bei der Kulturförderung und weiteren Abstrichen im Amt für Kultur (Ausgabe vom 17. Mai). «Wir akzeptieren den massiven Kulturabbau nicht», schreiben Iris Betschart, Peter Dew, Lika Nüssli, Marianne Rinderknecht und Andrea Vogel und rufen alle Kulturschaffenden zum Widerstand auf: «Es trifft uns alle, darum zählen wir auf Euer aktives Mitwirken!»

Das Protestblatt soll «kreuz und quer im Kanton» über Kulturplakate geklebt werden, «so dass Teile der Veranstaltungen unsichtbar werden und die drohende Kulturreduktion sichtbar wird». Die «Hopp Kultur»-Gruppe will morgen beim Vadian-Denkmal in St. Gallen (18.30 Uhr) mit Gleichgesinnten Präsenz markieren. (mel)

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Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Dem Autor ist die Kunst gelungen ein komplexes Thema interessant und lehrreich nahe zu bringen.

St.Gallen-News: Parkplatzfrage bald entschieden

Ein lesenswerter Bericht zu St.Gallen.

ST.GALLEN. Nach dem Bahnhofplatz soll auch der Marktplatz neu gestaltet werden. Bis Ende Jahr muss ein neues Projekt vorliegen. Bereits nächste Woche will der Stadtrat seinen Entscheid zur Parkgarage am Schibenertor bekanntgeben.

Im Zuge der Diskussionen um die Neugestaltung des Bahnhofplatzes ist die andere grosse «Baustelle» der Innenstadt in den vergangenen Monaten etwas in den Hintergrund gerückt: die Umgestaltung des Marktplatzes und die Aufhebung der Parkplätze in der nordwestlichen Altstadt. Bis im November muss der Stadtrat ein neues Projekt vorlegen.

Eckpunkte sind bekannt

Das Hochbauamt projektiere zurzeit mit dem Architekturbüro, das bereits die erste Marktplatzvorlage erarbeitet hatte, eine neue Lösung, sagt Stadträtin Patrizia Adam. Die Rahmenbedingungen seien jedenfalls mehr oder weniger klar vorgegeben. «Wir werden uns an den Eckpunkten, die nach der Vox-Analyse festgesetzt wurden, orientieren.» Konkret heisst das: Die Calatrava-Halle auf dem Bohl bleibt. Die Haltestelle Richtung Hauptbahnhof wird in westlicher Richtung verschoben, um einen Rückstau der Busse zu verhindern. Eine neue Markthalle wird es nicht geben, auch nicht in verkleinerter Form.

Was mit den in die Jahre gekommenen Markthäuschen geschehen soll, ist hingegen unklar. «Wahrscheinlich wird es keine fixen Marktstände mehr geben», sagt Adam. So könne der Marktplatz zu einem grosszügigen, offenen Platz umgestaltet werden. Ausserdem sei ein Abbruch der Rondelle möglich. Sie sei «nicht sakrosankt» und könnte durch eine «Minihalle» mit wenigen Verkaufsständen ersetzt werden. Im Taubenloch soll zudem eine neue Mehrzweckhalle entstehen.

Schibenertor bald entschieden

Noch vor den Sommerferien wird jedoch ein weitaus brisanterer Punkt entschieden sein: Der Stadtrat will morgen in einer Woche den Entscheid fällen, ob er die Konzession für ein neues Parkhaus am Schibenertor erteilt oder nicht. «An der nächsten Sitzung werden wir nochmals alle Fakten zusammentragen und die Situation analysieren», sagt Patrizia Adam. Im Sinne einer «Gesamtsicht» soll die ganze Innenstadt nochmals unter die Lupe genommen werden.

Klar sei einzig, dass wie beim ersten Parkplatzkonsens, der mit dem Volksnein zur Umgestaltung des Marktplatzes hinfällig wurde, der Marktplatz von den Parkplätzen befreit werden soll (siehe Kasten). Dazu hat auch das Stadtparlament den Stadtrat verpflichtet, indem es im vergangenen Herbst eine entsprechende SP-Initiative angenommen hat.

Bezüglich der Parkplatzlösung gebe es verschiedene Möglichkeiten, sagt Patrizia Adam. Eine ersatzlose Aufhebung sei jedoch keine davon.

Lösungen voneinander trennen

Den Entscheid zur Parkgarage Schibenertor will der Stadtrat aber möglichst unabhängig von den Plänen zur Erweiterung des Parkhauses UG 24, die als Alternative ins Auge gefasst wurde, fällen. Da es sich beim Unteren Graben um eine Kantonsstrasse handelt, ist dort auch der Kanton involviert. «Wir wissen nicht, wie weit der Kanton mit seiner Beurteilung ist. Und wir wollen die beiden Varianten nicht koppeln, damit beide Seiten unabhängig voneinander handeln und entscheiden können», sagt Patrizia Adam.

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Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Dieser gelungene Bericht behandelt das Thema in unterhaltsamer und doch lehrreicher Art und Weise.

Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: «Abspaltungen wie bei der Bank Wegelin sind keine Lösung»

Ein lesenswerter Bericht für alle St.Gallen-Interessierten.

Wirtschaftsjurist Peter V. Kunz warnt Politiker vor falschen Hoffnungen: Im Falle eines Neins zum Banken-Deal mit den USA, liessen sich Klagen nicht mehr so leicht abwenden wie 2012 bei der Bank Wegelin.

Das Pokerspiel um die umstrittene «Lex USA» geht weiter: Vor der Abstimmung im Nationalrat vom kommenden Dienstag versuchen die Befürworter aus CVP und BDP derzeit, möglichst viele Mitglieder von SP und FDP doch noch zu einem Ja zu bewegen. Die Gegner gehen derzeit davon aus, dass der Bundesrat den Bankenstreit selbst lösen kann – indem er den betroffenen Banken je eine Ausnahmebewilligung für die Auslieferung von Bankdaten an den amerikanischen Fiskus gibt. Führt dieses Vorgehen nicht zum Erfolg und kommt es zu existenzbedrohenden Klagen gegen Banken, sollen sich diese aufspalten in eine «good bank» und eine «bad bank» – so wie es die St. Galler Privatbank Wegelin am 27. Januar 2012 getan hatte.

Kein Glaube an eine Wiederholung dieses Szenarios bei anderen Banken hat der Berner Rechtsprofessor und Bankenexperte Peter V. Kunz. Am späten Donnerstagabend warnte er die Mitglieder der Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) sogar eingehend davor, anstatt auf die «Lex USA» des Bundesrates auf eine Teilung der Banken zu setzen: «Mit einer Aufspaltung à la Wegelin ist sicherlich keine Branchenlösung möglich», sagte er in einem Referat, das der Ostschweiz am Sonntag vorliegt.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 16. Juni.

zum Original-Text:
Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Der Autor dieses Textes hat gute Arbeit geleistet: Kurzweilig und doch interessant!