Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: Bei Rot nach rechts abbiegen

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

Pro Velo zieht eine gemischte Bilanz über die Veloförderung in der Stadt St. Gallen. Man spüre, dass der Wind bezüglich Langsamverkehr gekehrt habe, müsse aber immer noch um Verbesserungen kämpfen, hiess es an der Hauptversammlung.

Pro Velo versteht sich als Interessenvertretung der Velofahrerinnen und Velofahrer in der Region St. Gallen. Gegründet 2005 ist der Regionalverband immer noch jung. Die erste Aufbauphase wurde mit der Mitgliederversammlung vom vergangenen Dienstagabend abgeschlossen: Gründungspräsident Daniel De Stefani (Häggenschwil) trat nach acht Jahren im Amt zurück. Zum Nachfolger gewählt wurde Thomas Walter (Speicher). Neu im Vorstand Einsitz nimmt Stefan Tittmann (Teufen).

Verband ist «auf Kurs»

Daniel De Stefani zog eine positive Bilanz über die ersten acht Jahre Pro Velo Region St. Gallen: Der Verein sei gut aufgestellt, die Marschrichtung stimme und die Zahl der Mitglieder – derzeit sind es rund 280 – steige von Jahr zu Jahr weiter. Als Verkehrsmittel sei aber auch das Velo in Stadt und Region im Aufwind. Gerade die Verkehrsplaner der Stadt St. Gallen hätten gemerkt, «dass die Autostadt St. Gallen voll ist» und dass man Alternativen zur Bewältigung der immer noch zunehmenden Mobilität fördern müsse. Entsprechend habe der politische Stellenwert von öffentlichem und Langsamverkehr in den letzten Jahren zugenommen, zog De Stefani Bilanz.

Weiterhin Druck nötig

Wie sich im Verlauf der Mitgliederversammlung mehrfach zeigte, ist Pro Velo damit allerdings nicht wunschlos glücklich. Im Gegenteil. Auch wenn die Akzeptanz des Velos als Verkehrsmittel zugenommen habe, brauche es immer noch politischen Druck für Verbesserungen. Da sei aber nicht nur der Verband gefordert, hiess es in der Diskussion. Alle Mitglieder von Pro Velo könnten und müssten sich für ihre Anliegen aktiv einsetzen. Etwa mit Mails an Stadtrat und Verwaltung oder auch mit Leserbriefen. Der Vorstand, so forderte ein Mitglied unter dem Traktandum «Verschiedenes/Umfrage», müsse die Basis entsprechend sensibilisieren und aktivieren. Der Vorstand sicherte zu, sich des Themas anzunehmen und zu prüfen, ob man dafür eine Strategie entwickeln und umsetzen könne.

Nur 20 Franken im Jahr fürs Velo

Wo Pro Velo der Schuh drückt, welche konkreten Anliegen der Verband hat, erläuterte Daniel De Stefani in seinem letzten Jahresbericht. Bei Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur werde das Velo immer noch stiefmütterlich behandelt. In der Schweiz würden jährlich 500 Franken pro Einwohnerin und Einwohner in den motorisierten Verkehr investiert, fürs Velo seien es gerade 20 Franken. Von den jährlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur entfielen in der Schweiz erst drei Prozent auf den Langsamverkehr, auf Fussgänger und Velos.

Als grösstes Manko für die Stadt St. Gallen machte der scheidende Gründungspräsident von Pro Velo am Dienstag die immer noch fehlende, durchgehende Ost-West-Veloroute aus. Ansätze dafür gebe es zwar und auch sei die Beschilderung auf diesen Frühling hin verbessert worden. Dank Lücken im Wegnetz, Autoparkplätzen und für Velos nicht benutzbare Busspuren sei die Ost-West-Route immer noch ein unübersichtliches Flickwerk.

Ein Anliegen von Pro Velo heisst gut neudeutsch «Turn right on red». Gemeint ist, dass Velofahrern erlaubt sein sollte, bei auf Rot stehenden Lichtsignalen nach rechts abzubiegen. Dass das, sofern man vorsichtig sei, funktioniere, zeigten Beispiele aus europäischen Ländern und den USA. St. Gallen sei da sehr zurückhaltend und wolle Abklärungen aus Bern abwarten. Was für Pro Velo unnötig ist: «Mit etwas Mut könnte man ein Pilotprojekt starten.»

Zweimal Ja zum Bahnhofplatz

Am Dienstagabend fasste Pro Velo auch eine Parole zur städtischen Abstimmungsvorlage für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes: Mit 12 zu 7 Stimmen wurde ein Ja zum Projekt und mit 13 zu 8 Stimmen auch ein Ja zur Verlängerung der Rathaus-Unterführung unter dem Bushof hindurch beschlossen. Dies bei jeweils sieben Enthaltungen.

Im weiteren liess sich Pro Velo am Dienstagabend über den seit acht Monaten laufenden Betrieb der Velostation unter der Fachhochschule informieren. Dabei wurde ein neues Transportvelo enthüllt. Dieses E-Bike mit «Ladebrücke» kann ab 1. Juni in der Velostation ausgeliehen werden.

Zum Original des Textes:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Der Verfasser des Artikels hat geschafft uns zum nachdenken anzuregen. Danke!

Advertisements

Nachricht aus St.Gallen: Kanton hat im Breitfeld wenig Einfluss

Ein sehr lesenswerter Text zu diesem topaktuellen und alle St.Gallener betreffenden Thema,

ST.GALLEN. Die geplante Erweiterung des Waffenplatzes Breitfeld ist wegen befürchteter zusätzlicher Lärmbelastung umstritten. Der Kanton kann gegen das Projekt nicht viel unternehmen, sieht die Lärmbelastung aber auch als wenig problematisch an.

Der Kanton sieht keinen Handlungsbedarf beim Schiesslärm auf dem Waffenplatz Breitfeld. Dies teilt er in der Antwort auf eine Einfache Anfrage von Anita Blöchliger Moritzi mit. Diese beschwerte sich im Vorstoss über den geplanten Ausbau der Anlage durchs Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), insbesondere über dessen Entscheid, alle Einsprachen dagegen abzuweisen (Tagblatt vom 25. März). In der Anfrage forderte sie die Regierung dazu auf, beim Bundesverwaltungsgericht zu intervenieren, um Lärmschutzmassnahmen durchzusetzen.

Kein Grund für Intervention

In ihrer Antwort verweist die Regierung darauf, dass für eine Intervention beim Bundesverwaltungsgericht kein Anlass bestanden habe. «Den Anträgen des kantonalen Baudepartements wurde genügend Nachachtung verschafft.»

Des weiteren weist der Kanton auf seinen «beschränkten Einfluss auf die Bauvorhaben des VBS» hin. Die Einflussnahme erfolge insbesondere im Rahmen regelmässig stattfindender Treffen zwischen dem VBS, dem Amt für Militär und Zivilschutz und den umliegenden Gemeinden.

Lärmproblem mit System lösen

Den geplanten Ausbau des Waffenplatzes, zu der die Erweiterung der Gefechtsausbildungsanlage «Infanterie 05» gehört, habe das VBS Anfang März genehmigt, heisst es in der Regierungsantwort. Die Genehmigung sei unter verschiedenen Auflagen und Bedingungen erfolgt, «unter anderem auch zur Verbesserung des Lärmschutzes». Dabei seien auch die vom Kanton gestellten Anforderungen genügend berücksichtigt worden, schreibt die Regierung auf Blöchliger Moritzis Frage, wie der Kanton den Anliegen der Bevölkerung bezüglich Lärmschutz Gehör verschaffen wolle.

So wurden im Genehmigungsverfahren laut Regierung vom Kanton Massnahmen zur Einhaltung der Immissionswerte gestellt. Das VBS habe verfügt, dass die Anlageinhaberin mögliche lärmsenkende Massnahmen zu prüfen und einen Bericht dazu bis 2015 einreichen müsse. Bis dahin seien auch Vorkehrungen zur Einhaltung diverser Lärmrichtlinien des Bundes umzusetzen. Im übrigen teilt die Regierung die Meinung des VBS, «dass die Lärmproblematik auf dem Waffenplatz Breitfeld losgelöst vom genannten Bauprojekt betrachtet werden muss». Eine Lärmsanierung müsse systematisch und umfassend erfolgen. Indessen sei die Planungssicherheit dafür noch nicht gegeben, dies wegen der noch nicht genehmigten Pläne zur Weiterentwicklung der Armee und dem Stationierungskonzept. «Die zeitlichen Vorgaben des VBS erscheinen daher als zweckmässig.»

Vorgaben «strikt» einhalten

Bis zur Umsetzung anderer Massnahmen werde die Einhaltung der Schiesstage und -zeiten vom Waffenplatzkommando jedenfalls «strikt durchgesetzt». Darüber hinaus werde die bewilligte Zahl von 30 Nachtschiessübungen nicht gänzlich ausgeschöpft und die Übungen mit dem lauten 12,7-mm-Maschinengewehr würden nach Möglichkeit auf den Schiessplatz Anschwilen verlegt.

Zum Original des Berichtes:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Der Autor hat mit diesem St.Gallener-Artikel gute Arbeit geleistet!

Topaktuelle St.Gallen – Nachricht: 50 Jahre und 4400 Kilometer wandern

Ein topaktuller Bericht zu diesem spannenden Topic!

«50 Jahre Wanderwege» feierte der Verein St. Galler Wanderwege am Samstag mit 400 Mitgliedern und Gästen auf dem Säntis. Als Festredner sprach Regierungsrat Willi Haag, als neues Ehrenmitglied wurde Otto Züger, Ebnat-Kappel, begrüsst.

Vor 50 Jahren, am 12. Oktober 1963 wurde in St.Gallen die Vereinigung kantonal St.Gallische Wanderwege formell gegründet. Markiert haben begeisterte Wanderwegler allerdings bereits seit den Dreissigerjahren: Aus alten Velonummern wurden die Kantonswappen ausgesägt und auf aus gelb gestrichenem Weissblech gefertigten Rhomben befestigt.

Die Länge des St.Galler Wanderwegnetzes beträgt heute 4401 Kilometer. Das sind 3576 km Wanderwege, 804 km Bergwanderwege und 21 km Alpinwanderwege. 3273 Wegweiser zeigen dem Wanderer den rechten Weg und unzählige Rhomben dienen ihm als Zwischenmarkierung. Im Auftrag des Kantons wird die gesamte Wanderwegmarkierung jährlich kontrolliert, gereinigt und wenn nötig ergänzt.

Bedeutender Langsamverkehr

Trotz dichtem Nebel und fehlender Aussicht herrschte am Samstag auf dem Säntis Feststimmung. Der Verein St.Galler Wanderwege feierte seinen Geburtstag und durfte dazu eine Reihe Gratulanten empfangen: Im Namen des Kantons hielt Regierungsrat Willi Haag eine mit viel Humor gewürzte Festansprache. Peter Jossen, Präsident Schweizer Wanderwege, überbrachte die Grüsse des Dachverbands. Im Namen der Nachbarsektionen redeten der Appenzeller Vertreter Bruno Diebold und Walter Breitenmoser von den Zürcher Wanderwegen. Die Grüsse der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St. Johann überbrachte Gemeindepräsident Hermann Alpiger.

Willi Haag unterstrich in seiner Festrede die grosse Bedeutung des Wanderwegnetzes für den Kanton und die gesamte Bevölkerung: «In den fünf St.Galler Agglomerationsprogrammen ist der Langsamverkehr als gleichwertiger Teil der Mobilität mit MIV und öV ein wichtiges Thema, gilt es doch die wachsenden Mobilitätsbedürfnisse breiter Bevölkerungsschichten abzudecken.»

Für die Akzeptanz des Langsamverkehrs als vollwertigen Verkehrsträger sei es «enorm wichtig», so Haag, «dass Sie als Verein St.Galler Wanderwege Ihre hervorragende Arbeit mit der Beschilderung und Markierung unseres Wanderwegnetzes weiterführen und Schwachstellen und Mängel regelmässig beheben». Ein zweiter wichtiger Pfeiler, damit die Wanderwege auch in Zukunft problemlos genutzt werden können, für Wanderer attraktiv sind und ans richtige Ziel führen, sei der Unterhalt der Wegstrecken.

Toggenburger Ehrenmitglied

Im Anschluss führte Präsident Reinhard Kobelt speditiv durch die Geschäfte der Generalversammlung – alle wurden sie diskussionslos und einstimmig gutgeheissen. Höhepunkt war die Ernennung von Otto Züger (Ebnat-Kappel) zum Ehrenmitglied: Der Verein dankte ihm damit für 17 Jahre Einsatzbereitschaft als Regionschef sowie seine erfolgreiche Tätigkeit in der Ausbildung der Technischen Mitarbeiter der Fachorganisation Wandern.

Ein weiterer Jubiläumsanlass findet am 14. Juli statt: Die Wanderwegfamilie trifft sich in einer Sternwanderung ab St. Peterzell, Krummenau, Hemberg zum Grillfest auf dem Salomonstempel.

zum Original-Artikel:
Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Dieser gelungene Bericht behandelt das Thema in unterhaltsamer und doch lehrreicher Art und Weise.

Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: Kinder früh integrieren

Lesenswerter Artikel über ein interessantes St.Gallener Topic.

GAISERWALD. Seit einem halben Jahr läuft das «Elki»-Projekt zur Frühförderung fremdsprachiger Kinder in Gaiserwald. Acht Kinder nehmen mit ihren Eltern daran teil. Anfängliche Zweifel sind verflogen.

Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund die hiesigen Sitten und Gepflogenheiten näher bringen- das ist das Ziel des Vorschulangebots Eltern und Kind (Elki). Seit vergangenem Herbst gibt es das Angebot in Gaiserwald. «Wir starteten mit einer Gruppe von acht Kindern mit je einem Elternteil», sagt Jolanda Welter, Gaiserwalder Schulrätin und Projektverantwortliche. Ihre Zwischenbilanz ist positiv. Vor allem, dass nicht nur Mütter, sondern auch Väter am Frühförderungsprogramm teilnehmen, freut sie. «Die Eltern sind mit grosser Begeisterung beim Projekt dabei.»

Vorbereitung für Kindergarten

Das sei jedoch nicht immer so gewesen. «Anfangs waren einzelne Teilnehmer etwas skeptisch», sagt Welter. Das habe jedoch vor allem an deren schlechten Deutschkenntnissen gelegen. Die Verständigung sei schwierig gewesen. «Wir versuchen deshalb immer, auch die Muttersprachen der Familien zu berücksichtigen.» Die Mütter und Väter dürften beispielsweise auch Geschichten aus ihrer Kultur erzählen. In erster Linie soll das Projekt Elki jedoch Kindern mit Migrationshintergrund den Eintritt in den Kindergarten erleichtern. «Zudem geben wir den ausländischen Eltern einen Überblick über unser Schulsystem», sagt die Projektverantwortliche.

Der wöchentliche Kurs dauert zwei Stunden. Die erste Stunde verbringen Eltern und Kinder gemeinsam, die zweite getrennt. Während die Kinder mit einer Spielgruppenleiterin spielen, werden ihren Eltern Besonderheiten der Schweizer Kultur erklärt. Dazu gehören beispielsweise auch Feste wie Weihnachten oder Ostern. «Zudem beraten wir die Eltern auch in Erziehungs- und Ernährungsfragen», sagt Welter.

Auf Hochdeutsch verständigen

Mittlerweile funktioniere die Verständigung im Elki-Kurs gut. Begrüsst werden die ausländischen Eltern und Kinder oft in ihrer Muttersprache. «Ansonsten sprechen wir ausschliesslich Hochdeutsch», sagt Welter. Bei Verständigungsproblemen helfen jene Mütter und Väter, welche die deutsche Sprache schon etwas besser verstehen. So habe man die anfänglichen Zweifel einzelner Teilnehmer aus dem Weg geräumt. «Einige Mütter und Väter machen bei Bekannten sogar Werbung für unser Frühförderungsprogramm», freut sich Welter.

Umzug ins Schulhaus

Zurzeit findet der Elki-Kurs einmal pro Woche, am Freitagnachmittag, im Kindergarten statt. «Die Platzverhältnisse sind dort jedoch nicht optimal», sagt die Schulrätin. Deshalb werde der Elki-Kurs im neuen Schuljahr ins Schulhaus zügeln. Ansonsten sei am Konzept des Frühförderungsprogramms bisher nichts geändert worden. Es soll jedoch während der dreijährigen Pilotphase überarbeitet werden, sagt Welter. «Wir werden dabei für das Schuljahr 2014/15 einen früheren Beginn, sprich bereits nach den Sommerferien statt im Herbst, prüfen.»

Link zum Text:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Dem Author ist es gelungen ein schwieriges St.Gallen-Thema ansprechend und interessant zu besprechen

Aus St.Gallen – aktuelle Neuigkeit: Zweite Chance fürs Fischereizentrum

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

ST. GALLEN. Nach dem Zufalls-Nein in der Schlussabstimmung legt die St. Galler Regierung dem Kantonsparlament eine überarbeitete Botschaft für ein Fischereizentrum vor. Und siehe da: Der Neubau in Steinach wird zwei Millionen Franken «günstiger».

Umstritten war es gewesen, das neue St. Galler Fischereizentrum in Steinach, namentlich wegen seines Standorts und der hohen Kosten, aber am Ende der ersten Lesung doch klar mehrheitsfähig, mit 69 Ja- gegenüber 42 Nein-Stimmen. Eigentlich genehmigt – doch dann gab es, in der Schlussabstimmung im Februar, eine selten böse Überraschung: Wegen diverser Abwesenheiten im Rat fehlte zum rechtsgültigen Mehrheitsbeschluss (61 Stimmen) eine einzige Stimme.

Die Irritation war gross, sogar bei den lautesten Gegnern in der SVP, und der Zorn besonders in Fischereikreisen noch grösser. Zumal die Bedeutung der Fischzuchteinrichtungen für die Berufs- und Hobbyfischerei und die einheimische Fisch- und Krebsfauna unangefochten ist. Und weil niemand einen «Plan B» zur Hand hatte, obwohl die Zeit drängt: Die veraltete Fischzuchtanlage in Rorschach ist nach dem bereits 2011 abgelaufenen Baurechtsvertrag nur «geduldet», weil an jenem Standort ein Hotelprojekt noch nicht fertig gereift ist.

Überarbeitete Fassung

Im Schockzustand nach dem parlamentarischen «Betriebsunfall» einigten sich die Vorsteher der beteiligten Departemente Volkswirtschaft und Bau mit dem Kantonsratspräsidium und den Fraktionschefs darauf, dass «die Vorlage so rasch als möglich in den wesentlichen Kritikpunkten überarbeitet» und dem Kantonsrat bereits für die Junisession nochmals unterbreitet werden soll. Dies lässt sich in der jetzt vorliegenden Botschaft der Regierung nachlesen, die auf 27 Seiten bemüht ist, die letzten Zweifel am Neubau des Fischereizentrums in Steinach auszuräumen. Noch einmal werden, wie erwünscht transparenter und umfassender, die Vorteile des Standorts und des angestrebten Betriebs im Vergleich zu anderen Optionen erklärt.

Kosten reduziert

Für das seenahe Grundstück in Steinach spricht vor allem, dass der Kanton es erwerben und die nötige Seewasserleitung mit Pumpwerk gemeinsam mit der Firma TE Connectivity Solutions (Tesog) betrieben werden kann. Das Unternehmen beteiligt sich mit einer Million Franken am Bau der Anlage und erspart dem Betrieb jährliche Kosten von 120 000 Franken. Eine zweite Ersparnis bringt das überprüfte Raumprogramm: Indem die Nutzfläche im Gebäude um 9 Prozent und bei Aussenanlagen (wie Teichen) um 7 Prozent reduziert wird, kann mit 400 000 Franken weniger Kosten gerechnet werden. Dass sich damit die Produktion von Besatzmaterial um bis zu 15 Prozent verringert, sei «aus Sicht der Fischerei noch vertretbar», heisst es. Schliesslich reduziert sich der Kreditbedarf durch den eingerechneten Liquidationsbeitrag der Fischzuchtgenossenschaft Rorschach um 450 000 Franken.

Statt wie ursprünglich mit 12,8 Millionen wird der Neubau nun mit 10,95 Millionen beliebt gemacht. Allein diese Kostensenkung von knapp zwei Millionen Franken dürfte einige bisherige Gegner umstimmen. Die Vorlage wird im Juni demnach eine deutlichere Mehrheit finden – so sie im Ratssaal wirklich anwesend ist.

Hier geht es zum Original:
Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Gut geschriebener Artikel! Wir wünschen uns mehr Artikel zu diesem Topic!

St.Gallen-News: EDU befürwortet Pensionskassen-Vorlage

Dieser Artikel bringt es genau auf den Punkt.

ST. GALLEN. Der Vorstand der EDU Kanton St. Gallen lehnt die Initiative «Volkswahl des Bundesrates» ab. Die Parteistärken würden kaum besser abgebildet und es könne zu einer «Amerikanisierung» der Bundesratswahlen kommen. Die EDU sagt Ja zur Änderung des Asylgesetzes. Die Schweiz sei noch das einzige Land, welches Asylanträge auch ohne «Gefährdung von Leib und Leben» auf Schweizer Botschaften akzeptierte. Das Gesetz über die St. Galler Pensionskassen, das am 9. Juni zur Abstimmung steht, befürwortet die EDU. (red.)

zur Quelle des Artikels:
Ostschweiz – St. Gallen – Kanton St.Gallen

Der Verfasser hat das Topic kurz und doch umfassend beschrieben.

Aus St.Gallen – aktuelle Meldung: «Ihr denkt zu kleinkariert»

Ein lesenswerter Bericht zu St.Gallen.

Bauern und Gewerbler lieferten sich am Informationsabend der Wittenbacher Behörden einen hitzigen Schlagabtausch. Anlass der Diskussion: Der umstrittene Teilzonenplan Hofen Süd.

WITTENBACH. Schlagartig hat Gemeindepräsident Fredi Widmer die volle Aufmerksamkeit der knapp 60 Personen in der Aula des OZ Grünau: Er kommt auf den umstrittenen Teilzonenplan Hofen Süd zu sprechen. Denn nicht die Geschäfte der bevorstehenden Bürgerversammlung, sondern die Abstimmung vom 9. Juni gibt an der Informationsveranstaltung der Behörden am Mittwochabend in Wittenbach zu reden.

Möglichkeit für Wachstum

Widmer legt dar, weshalb der Gemeinderat eine Umzonung befürwortet: «In Wittenbach gibt es derzeit keine einzige Parzelle mehr für das Gewerbe und die Industrie», sagt er. Für die Entwicklung der Gemeinde sei dies jedoch wichtig. Kopfschütteln in den Reihen der Gegner. «Uns Bauern nimmt man alles weg und gibt es den Gewerblern», klagt einer von ihnen. Widmer stellt klar, dass der Gemeinderat nicht das Gewerbe gegen die Landwirtschaft ausspielen wolle. «Tatsache ist, dass Wittenbachs Gewerbe in den vergangenen 20 Jahren nicht gewachsen ist», sagt er. Der Gemeinderat wolle mit der Umzonung nun die Möglichkeit dazu schaffen. Diese Möglichkeit wird von vielen Gewerblern im Saal befürwortet. Einer von ihnen geht noch einen Schritt weiter: «Wie kann man überhaupt gegen etwas stimmen, das Arbeitsplätze schafft?», fragt er in die Runde. Spontanapplaus. Ein Landwirt wehrt sich: «Nicht einmal ein Drittel der Arbeitsplätze in der Gemeinde ist von Einheimischen besetzt», entgegnet er. Der Gemeindepräsident greift ein: «Natürlich werden in Wittenbach viele Auswärtige beschäftigt.» Deshalb keine neuen Arbeitsplätze zu schaffen, wäre jedoch ein völlig falscher Ansatz. «Oder sollen wir Unternehmen, die sich weiterentwickeln wollen, etwa wegschicken?», fragt er ins Publikum. Darauf meldet sich einer der jüngeren Gewerbler zu Wort. «Wir müssen regional denken, um weiter zu kommen», sagt er und versetzt den Bauern einen Seitenhieb: «Ihr denkt zu kleinkariert.»

Angst vor weiterem «Lidl-Bau»

Die Gegner überzeugen diese Argumente jedoch nicht. Ob der Gemeinde mit der Umzonung wirklich geholfen wäre, ist für sie fraglich. «Wie will der Gemeinderat denn verhindern, dass wieder Boden verschwendet wird, wie beim <Lidl-Bau>?», will jemand wissen. Der einstöckige Bau des Lebensmittelkonzerns sei unglücklich, räumt Widmer ein. Bei einer Umzonung könne der Gemeinderat jedoch Auflagen verfügen, damit sich eine solche «Verschwendung des Baulandes» nicht wiederhole.

zum Original-Bericht:
Ostschweiz – St. Gallen – Stadt St.Gallen

Dem Verfasser des Artikels ist es gelungen das Thema kompetent zu behandeln.